Das Unternehmen Mayer & Cie. in Albstadt-Tailfingen ist in die Insolvenz gerutscht. Wie es weitergeht, ob es Investoren gibt - unsere Redaktion hat nachgehakt.
Am 23. September hatte der Tailfinger Strickmaschinenhersteller Mayer & Cie. die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt.
Momentan steht diese Eröffnung noch aus; wie unsere Redaktion auf ihre Anfrage von Martin Mucha, dem derzeitigen Generalbevollmächtigten bei Mayer & Cie., erfahren hat, wird als Eröffnungstermin der 1. Dezember anvisiert.
Auf die Frage nach dem Stand der Dinge bei Mayer & Cie. teilte Mucha mit, dass er Gespräche mit potenziellen Investoren führe, dass deren Ausgang aber offen sei und er derzeit weder zur künftigen Rolle der Eigentümerfamilie Mayer noch zur Zukunft des Unternehmens Verbindliches sagen könne – erfahrungsgemäß könne gerade im Vorfeld einer Eröffnung viel passieren, auch vorsichtige Prognosen wären daher unseriös.
Bei der Insolvenz von Mayer & Cie. handelt es sich um eine sogenannte Insolvenz in Eigenverwaltung, bei der die Geschäftsführung das Heft des Handelns zumindest partiell in der Hand behält.
Mayer & Cie.: Insolvenz unter Aufsicht eines Sachwalters
Allerdings wird sie unter Aufsicht gestellt, im Falle von Mayer & Cie. unter die von Mucha, einem für die Anwaltskanzlei Grub Brugger tätigen und in Stuttgart ansässigen Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht. Zudem wacht anstelle des herkömmlichen Insolvenzverwalters ein sogenannter Sachwalter darüber, dass die Interessen der Gläubiger nicht vernachlässigt werden. Als vorläufigen Sachwalter hat das Amtsgericht Hechingen den Rechtsanwalt Ilkin Bananyarli von der Stuttgarter Pluta Rechtsanwalts GmbH benannt.
Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags beschäftigte Mayer & Cie. annähernd 350 Mitarbeiter, davon 280 in Albstadt. Sie erhalten bis Ende dieses Monats Insolvenzgeld; wie viele von ihnen übrig bleiben würden, falls der Geschäftsbetrieb dauerhaft fortgeführt werden könnte, steht nach wie vor nicht fest.
Planinsolvenz bei Mayer & Cie. schon in der Finanzkrise
Mayer & Cie. hatte bereits während der globalen Finanzkrise vor 16 Jahren eine Planinsolvenz bewältigt. Mehreren guten Jahren waren 2018 ein globaler Konjunkturabschwung, die Corona-Krise und die große Teuerung von 2022 gefolgt; danach geriet das Unternehmen gegenüber der billigeren chinesischen Konkurrenz mehr und mehr ins Hintertreffen und führte im Herbst 2023 Kurzarbeit ein.
Im Frühjahr 2024 handelte es mit dem Betriebsrat und der IG Metall einen Verzicht der Belegschaft auf einen Teil der Sonderzahlungen – Trafo- und Urlaubsgeld – aus; Ende des Jahres kam noch das Weihnachtsgeld hinzu.
Dieser Verzicht wurde für das Folgejahr fortgeschrieben. Als Gegenleistung sagte Mayer & Cie. den Arbeitnehmern eine Beschäftigungssicherung bis Ende März 2026 zu, doch diese dürfte mit Eintritt der Insolvenz ein Muster ohne großen Wert sein.