Blickten auf ein schwieriges Jahr für die Firma Hansgrohe zurück: Pressesprecher Jörg Hass (von links) , Vorstandsvorsitzender Hans Jürgen Kalmbach und Finanzvorstand André Wehrhahn Foto: Screenshot /Bilanzpressekonferenz Hansgrohe SE 11.04.2024

Der Armaturenhersteller Hansgrohe aus Schiltach zieht bei der Bilanzpressekonferenz ein gemischtes Fazit für das Geschäftsjahr 2023.

„Das Geschäftsjahr 2023 hat der gesamten Bad- und Sanitärbranche einen Dämpfer versetzt“, erklärte Hans Jürgen Kalmbach, Vorstandsvorsitzender bei Hansgrohe, anlässlich der digitalen Bilanzpressekonferenz, „nach unseren Rekordergebnissen in 2021 und 2022 war nun auch für die Hansgrohe Group das vergangene Jahr sehr herausfordernd.“

 

Das Unternehmen erzielte 2023 einen Gesamtumsatz von 1,406 Milliarden Euro. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr (1,550 Milliarden Euro) einem Rückgang von minus 9,3 Prozent. Währungsbereinigt liegt der Umsatz 6,2 Prozent unter dem Vorjahr.

Das Betriebsergebnis sank auf 201,7 Millionen Euro, ein Minus von 18,3 Prozent gegenüber 2022 (246,8 Millionen Euro). So verringerte sich auch die daraus resultierende Umsatz-Ergebnisquote auf 14,3 Prozent (2022: 15,9 Prozent). Der Rückgang beim EBITDA mit 256,8 Millionen Euro (2022: 296,0 Millionen Euro) liegt bei minus 13 Prozent. Durch anhaltende Investitionen in Wachstumsbereiche wie das neue Werk in Serbien und Produktinnovationen ergibt sich eine EBITDA-Marge von 18,3 Prozent (2022: 19,1 Prozent). „In Serbien läuft dieses Jahre die Serienproduktion an“, verkündete Kalmbach.

Die Hansgrohe Group ist laut Pressemitteilung auf den internationalen Märkten gut positioniert. Märkte wie Türkei, Indien, Mexiko und die Regionen Südostasien und Mittlerer Osten zeigten äußerst positive Entwicklungen.

Mitarbeiterzahl reduziert

Dennoch führte das Unternehmen 2023 den Wachstumstrend der vergangenen Jahre aufgrund der weltweiten konjunkturellen Rahmenbedingungen in den meisten Ländern nicht fort. Der Umsatzrückgang ist vor allem auf die Hauptmärkte Deutschland und China zurückzuführen. „Das Deutschland bei der wirtschaftlichen Entwicklung Schlusslicht in Europa ist, spiegelt sich auch in den Zahlen von Hansgrohe wieder“, sagte Kalmbach.

2023 beschäftigte das Unternehmen weltweit 5448 Mitarbeiter (2022: 5639). Davon arbeiteten zum Stichtag 31. Dezember 3419 Personen in Deutschland (2022: 3554). Aufgrund des absehbaren Umsatzrückgangs hat Hansgrohe im Laufe des vergangenen Geschäftsjahres die Personalkostenstruktur durch einvernehmliche Maßnahmen angepasst, heißt es in der Mitteilung. Der überwiegende Teil der reduzierten Stellen resultierte aus der Nicht-Nachbesetzung von offenen Stellen sowie der Umsetzung von Altersangeboten.

Keine sofortige Rückkehr zum Wachstum erwartet

Der Ausblick auf das laufende Jahr fällt ebenfalls verhalten aus: „Bereits im vergangenen Jahr war eine verlässliche Prognose quasi unmöglich und dies gilt auch für 2024“, so Kalmbach, „das Einzige, was sicher ist: Wir alle stehen vor immensen Herausforderungen. Das wirtschaftliche und geopolitische Umfeld bleibt nach wie vor unsicher, die Marktverhältnisse ändern sich in immer kürzeren Abständen. Daher planen wir für das laufende Geschäftsjahr mit kaufmännischer Sorgfalt und fahren weiterhin auf Sicht.“

Das Unternehmen erwartet für 2024 keine sofortige Rückkehr zum Wachstum, sondern rechnet mit einer Seitwärtsbewegung der Umsatzkurve.