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Unterkirnach Ungetüm sägt und entastet Bäume

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Anton Peter besitzt einen der größten Vollernter. Fotos: Schimkat Foto: Schwarzwälder-Bote

Mit 28 Tonnen Gewicht bewegt sich der Acht-Rad-Vollernter auf vier Achsen ausgesprochen leise zwischen den Bäumen und verrichtet seine Arbeit präzise und blitzschnell. Die Rede ist von einem Vollernter.

Unterkirnach. Das Ungetüm, das man mit etwas Fantasie mit Godzilla vergleichen könnte, ist ein Wunderwerk an Präzision und sägt Bäume bis zu 80 Zentimeter Durchmesser blitzschnell mit einem leisen Surren durch, genauso schnell werden die Bäume entastet und abgelegt.

Im Cockpit sitzt Anton Peter, seit 33 Jahren Einschlagunternehmer mit einem der größten Vollernter, sein drei Meter breites und 3,80 Meter hohes Ungetüm bewegt sich auch noch bodenschonend durch den Wald. Zur Zeit arbeitet Peter im Staatswald, seit fünf Jahren ist er mit seinem Unternehmen für den Staatsforst tätig. Zusammen mit der Firma Fritz aus Lenzkirch, einem Rückeunternehmen, hat er an der Ausschreibung teilgenommen und den Auftrag erhalten. Das, was früher schwere Schwarzwälder Pferde bewältigen mussten, nämlich die gefällten Bäume aus dem Wald an den Wegrand zu ziehen, erledigt nun sein Kollege von der Firma Fritz mit seinem Holzrücker. Geduldig wartet er auf dem Feldweg bis Anton Peter die Bäume, die zum Fällen angezeichnet wurden, gefällt und entastet hat, dann rückt er mit seiner ebenfalls beachtlichen Maschine in den Wald und lädt die Bäume mit seinem Kran auf, um sie am Feldweg abzulegen. Peter erklärt, dass er seinen Vollernter mit Steigbändern für Hanglage oder mit Moorbändern für extrem weichen Boden ausrüsten kann: "Die Schonung des Waldes hat immer Vorrang", betont er. Aus der Nähe betrachtet beeindruckt das Aggregat, der Kopf des langen Stahlarms, ganz besonders. Mehrere Zahnräder, scharfe Messer – alles voll computergesteuert – verrichten ihr schnelles Werk, sie sägen die Bäume auch noch schnell auf Längen von fünf bis sechs oder bis zu 21 Meter.

Vor Arbeitsbeginn erhalte er den Arbeitsauftrag vom Forstamt mit dem genauen Sortiment, das er zu fällen habe, erklärt Peter. In dem Auftrag seien alle Vorgaben aufgeführt, auch dass er die Gasse, in der er die Bäume fälle nicht verlassen dürfe, fährt er fort. Bäume mit Negativauszeichnung werden gefällt, Bäume mit einem Punkt, also Zukunftsbäume dürfen weder gefällt noch beschädigt werden. Bevor er mit der Arbeit beginne, müsse er Rettungspunkte für die Leitstelle angeben, an diesen würde im Falle eines Unfalls der Rettungswagen von seinem Mitarbeiter abgeholt. Für jeden beschädigten Baum müsse er bis zu 200 Euro zahlen, ebenso müsse er zahlen, wenn Wurzelanläufe Schaden nehmen. Beschädigungen an Hochsitzen und Wegen müsse er ebenfalls ersetzen, betont Peter, der als zertifizierter Unternehmer im zertifizierten Staatswald keine Minute unaufmerksam sein darf.

Bevor er mit seiner Arbeit beginne, gebe es eine Begehung mit den Revierleuten. Er müsse selbstverständlich auch die Verkehrssicherung, also die Absperrung des Gebiets, in dem er Bäume fällt, vornehmen. "Es ist lebensgefährlich und natürlich verboten unter der Absperrplane hindurchzuklettern und den Wald zu betreten", erklärt Peter und betont: "Es gibt nichts Schlimmeres als wenn du dich mit deinem Vollernter einem Baum näherst und dann springt plötzlich ein Pilzsammler hinter dem Baum hervor." Die Menschen seien oft so unvernünftig, sie haben sich vorgenommen, Pilze zu sammeln oder zu joggen – und dann tun sie das. Er habe seinen Vollernter extra mit einem sehr lauten Horn ausgestattet.

Wenn er einen Auftrag in einem anderen Wald erhalte, könne er mit seinem Vollernter kurze Strecken auf der Straße fahren, bei größeren Entfernungen müsse er einen Tieflader mieten.

Sieben bis acht Stunden sitzt der gelernte Landmaschinenmechaniker in seinem Cockpit: "Immer volle Konzentration, das ist anstrengend, aber es ist auch schön, im Wald arbeiten zu können", betont Anton Peter.

Ihre Redaktion vor Ort Villingen

Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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