Bürgermeister Andreas Braun zeigt sich erleichtert, dass er einen neuen Betreiber für den Landmarkt gefunden hat. Foto: Schimkat Foto: Schwarzwälder Bote

Einkaufen: Nahkauf Scholl sichert künftig die Versorgung in Unterkirnach / Ein Bürgermeister ist erleichtert

Von Hella Schimkat

 

Die Zeiten, in welchen der Landmarkt von der Gemeinde Unterkirnach unter der Leitung von Bürgermeister Andreas Braun geführt wird, sind bald vorbei.

Unterkirnach. Offiziell heißt es: "Die wirtschaftliche Betätigung der Gemeinde in Form der einhundertprozentigen Tochtergesellschaft Unterkirnach Landmarkt GmbH" ende zum Monatsende. Klingt aufwändig – etwa so wie die Zeit, die Braun seit 2015 in den Landmarkt investiert hat.

Er habe viel gelernt, sein Einsatz habe ihm auch Spaß gemacht, schließlich galt es den Landmarkt in Unterkirnach zu erhalten. Aber die Leitung eines solchen Markts sei als Bürgermeister nicht seine Aufgabe. Erleichterung, einen Betreiber gefunden zu haben, klingt im Gespräch durch. Am Dienstag haben Braun und Helmut Scholl den Vertrag unterschrieben, dass "Nahkauf Scholl", dessen Handelspartner Rewe ist, Ende Januar den Landmarkt übernimmt. Zusammen mit seinem Sohn Jens betreibe Scholl je einen gleichnamigen Laden in Niedereschach, Bad Dürrheim und Donaueschingen.

Scholl werde einen Teil des Restbestands der Waren und einen Teil des Anlagevermögens kaufen, die Produkte von der Firma Okle werde er nicht übernehmen, diese würden bis zum 26. Januar abverkauft werden, so Braun. Damit ist Braun beim Thema Okle angelangt, ein Aus für Okle, das ihm sehr leid tue.

Okle sei nicht glücklich und er auch nichr. Die Zusammenarbeit sei sehr gut gewesen, aber Scholl habe nun mal Rewe als Vertragspartner und er sei froh, Scholl gefunden zu haben, der mit seinem Warenwirtschaftssystem moderner und wirtschaftlicher arbeite.

Ein Dreivierteljahr lang standen beide immer wieder im Gespräch miteinander. Zusehends habe sich Scholl dafür erwärmt, den Landmarkt zu übernehmen, so Braun. Er habe nicht nur die Umsatzzahlen des Landmarkts, die im vergangenen Jahr eine Million überstiegen hatten, geprüft, sondern Braun auch einen sehr Fragenkatalog abarbeiten lassen.

Anfang November habe Scholl zugesagt, und Rewe habe ihr Einverständnis als Handelspartner signalisiert. Der Gemeinderat habe im Dezember sein OK gegeben.

Erleichtert zeigt sich Braun, dass keine Mitarbeiter entlassen werden. "Wir haben zwei Vollzeitkräfte, Teilzeitkräfte und Minijobber, das sind kumuliert sechs Personen auf elf Stellen", so Braun. Auch die Post- und Lottostelle bleibe erhalten. Auf die Frage, ob die Gemeinde einen finanziellen Verlust verkraften müsse mit dem Wechsel, antwortet Braun: "Eine Eins-zu-Eins-Lösung gibt es nicht, ich kann noch keine sicheren Zahlen nennen, aber mit einem fünfstelligen Betrag rechne ich." Am 27. Januar schließt der Landmarkt in seiner jetzigen Form, am ersten März eröffnet Scholl den Nahkauf. Auch die Öffnungszeiten werden sich verändern, der Scholl-Nahkauf werde täglich von 8 bis 20 Uhr und samstags von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein.