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Unterkirnach Geschichten vom Röthenloch

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Das Untere Röthenloch Ende 1800: Hier lebte Kordula nach ihrer Heirat. Foto: repro Schimkat Foto: Schwarzwälder Bote

Der Weg der Duffners führt vom Moosloch zum Röthenloch und nach Villingen. Dort hält es Kordula Duffner aber nicht.

Unterkirnach. Die Geschichte vom Oberen Röthenloch und Unteren Röthenloch ist hauptsächlich die von Kordula Schmid, geborene Duffner, die im Oberen Röthenloch geboren wurde und in das Untere Röthenloch heiratete.

Die Geschichte, aufgeschrieben von Friedrich Ruf im Schwarzwälder Tagblatt, beginnt mit der Erzählung der "Schnapsjohanna", die im Oberen Röthenloch bei Rudolf Duffner zur Miete wohnte. Wenn sie das Tal von Unterkirnach her heraufgehumpelt kam, konnte es ihr passieren, dass sie von drei halbwüchsigen Mädchen vom Berg herab als "Schnapsjohanna" verspottet wurde. "Zuerst müsst Ihr trockene Windeln haben, bevor Ihr eine alte Frau vergrämt", schimpfte sie dann. Da sie jedoch schon schwankte, verpufften ihre Drohungen und die Gören rannten von dem Hügel hinab, tanzten um Johanna herum und wiederholten immer weiter ihre Unarten.

In ihrer Wut riss Johanna ihre Tasche vom Arm und warf sie der Lautesten von den drei Mädchen hinterher. Doch in ihrer Erregung hatte sie vergessen, dass ein fatales Beweisstück ihres Lasters aus der Tasche flog, nämlich die Schnapsbuddel. Heimlich hatte sie diese beim Dominik im Dorf füllen lassen und diese sollte ihr der Tröster der nächsten Tage sein.

Die Mädchen lachten noch lauter und weinend wankte Johanna das Tal hinauf in das Waldhaus, genannt das Obere Röthenloch. Im Sommer machte sie Reiswellen und Pflanzenlöcher und im Winter Geflechttaschen. Der Verdienst war klein, aber der Mietzins auch, aber es verblieb ihr immer noch etwas für den Schnaps, dem sie mehr und mehr zusprach.

"Man kann sie bald nicht mehr länger haben, es wird täglich ärger mit ihr“, erklärte Rudolf Duffner, Uhrengestellmacher und Mietherr der Schnapsjohanna.

Tebula, seine Frau, war nicht weniger ärgerlich und meinte: "Wir müssen sie fortschaffen, wir werden noch ganz verschrien, sie soll in die Anstalt, sag das dem Bürgermeister, wenn Du ins Dörfle kommst". Doch dieser hatte sich mit dem Vorschlag nicht einverstanden gezeigt und erklärt, solange die Johanna noch schaffen und sich selbst verdienen könne, dürfe man keinen Zwang ausüben.

Doch der Rudolf Duffner hatte auch Sorgen, denn die Kastenschreinerei in der Einöd bringe nicht mehr viel Verdienst, da diese jetzt überall billiger gemacht würden. Auch der Oberförster Ganter erkläre ihm die ganze Zeit, die Stadt wolle das Röthenloch aufforsten und sein Haus sei ihnen im Weg, er solle die Krätze verkaufen. Die Stadt würde gut zahlen und für ein Unterkommen zahlen, fuhr er fort.

Die Duffners waren erst vor 20 Jahren aus dem Moosloch, einem anderen Zinken der Unteren Kirnach ins Röthenloch gekommen, trotzdem war das Röthenloch zu ihrer Heimat geworden. Aber das Los der Uhrenmacherei hatte sich seit den 70er Jahren im Schwarzwald dauernd verschlechtert und Fabriken verdrängten den kleinen Mann hinter seiner Werkbank. Sein Fuhrwerk, mit dem er oder sein Knecht die Uhrengestelle zu den Uhrenmachern verfrachtet hatten, war eingegangen. Dazu hatte sein Fuhrmann, der Spengler Hilari, an einem Novemberabend einem Handwerksburschen, den er auf der Fahrt nach Triberg mitgenommen hatte, wenig unterhalb der Geutsche wegen einiger lumpiger Gulden die Kehle durchgeschnitten.

So kam es, dass der Duffner und seine Familie im Jahr 1875 nach Villingen in die Brunnenstraße 8 zogen, das Obere Röthenloch hatte Duffner an die Stadt Villingen verkauft. Doch der hübschen Tochter Kordula gefiel die Stadt nicht, sie hatte sich im Oberen Röthenloch wohlgefühlt und war mit den gleichaltrigen Mädchen aus dem Unteren Röthenloch befreundet. Der Vater der Mädchen, Isidor Schmid, hatte auch einen Sohn, den Leopold, der Kordula heiratete, sodass sie wieder im geliebten Röthenloch, diesmal im Unteren Röthenloch lebte.

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