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Unterkirnach Gemeinde schätzt Engagement wert

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Ute Wimmer (mitte) und Victoria Eisenbraun (rechts) wurden von ihren Liebsten als Glücksbringer nominiert. Links Sabine Bader von der Tourist-Information Unterkirnach.Foto: Neß Foto: Schwarzwälder Bote

Menschen, die sich während der Corona-Krise besonders für andere eingesetzt haben, machte die Gemeinde Unterkirnach eine Freude. Dazu lud sie zu einem gemeinsamen Abendessen in verschiedene Unterkirnacher Gaststätten ein. Die Freude bei den Glücksbringern war groß.

Unterkirnach. Sie wurden gesucht und gefunden – Insgesamt 55 "Glücksbringer" aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis und Rottweil wurden als Dankeschön für ihr außerordentliches Engagement während der Corona-Krise von der Gemeinde Unterkirnach zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen. Das Projekt hatte die Gemeinde bereits im Mai ins Leben gerufen und die Bürger aufgefordert, Menschen als Glücksbringer zu nominieren. Dabei wurden nicht nur an Personen aus systemrelevanten Bereichen gedacht, sondern auch an die Nachbarin oder die beste Freundin, die sich während der Krise besonders engagiert hat.

Intention der Kampagne war, den Glücksbringern eine Freude zu machen. Gleichzeitig sollte auch die lokale Gastronomie unterstützt werden. Eingeladen wurde in insgesamt fünf Gaststätten, unter anderem in das Waldgasthaus Zum Auerhahn, in dem sich drei Glücksbringer, ihre Liebsten und Sabine Bader von der Tourist-Information Unterkirnach zusammen fanden.

"Ich arbeite in der Pflege", berichtet die 59-jährige Ute Wimmer aus Niedereschach, die im Gasthaus Zum Auerhahn zu Gast war. Während der Corona-Krise habe sie nicht nur mehr in dem Niedereschacher Pflegeheim gearbeitet, sondern sich auch noch zusätzlich um ihre Eltern gekümmert, sie betreut und gepflegt. "Die vergangenen Wochen waren sehr anstrengend", erzählt Wimmer im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bewohner brauchen intensive Betreuung

An ihrem Arbeitsplatz hätte man alles umstellen müssen, die Bewohner des Heims seien isoliert worden. "Wir hatten viele Vorkehrungen, die wir umsetzen mussten", erzählt sie. Erschwert wurde die Arbeit auch dadurch, dass sich Mitarbeiter der Einrichtung infiziert hatten und in Quarantäne mussten. Besonders schwierig sei außerdem gewesen, den Bewohnern des Heims die aktuelle Situation zu erklären, die nicht verstehen konnten, warum sie ihre Liebsten zurzeit nicht mehr sehen können. Eine intensive Betreuung der Bewohner sei deshalb besonders wichtig gewesen. Unglaublich groß hingegen sei die Freude über die Aktion der Gemeinde Niedereschach gewesen, erzählt Wimmer, bei der die örtlichen Wirtschaften das Pflegepersonal mit Essen versorgt hatten.

Auch privat habe sich Wimmer in den vergangenen Monaten eingeschränkt, vor allem aus Angst ihre Eltern, die sie parallel zur Arbeit pflegt, mit dem Virus anzustecken. Wenn sie nicht gerade Spätdienst hatte, ging Wimmer morgens zur Arbeit, danach ging es gleich zu ihren Eltern und abends früh ins Bett.

Als Glücksbringer wurde die 59-Jährige von ihrem Mann vorgeschlagen. "Als Post von Unterkirnach kam, habe ich erst gedacht, ich habe etwas angestellt", erzählt die Altenpflegerin und lacht. Doch die Freude über die Einladung zu einem gemeinsamen Abendessen, sei natürlich groß gewesen, die Überraschung gelungen.

Mittlerweile ist Wimmer froh, dass sowohl am Arbeitsplatz als auch in ihrem privaten Umfeld wieder zunehmend Normalität eingekehrt ist. Man könne wieder mehr unternehmen und die Proben des Musikvereins würden wieder stattfinden. "Das hat wahnsinnig gefehlt", betont sie, "ich bin froh, dass das wieder funktioniert."

Ebenfalls als Glücksbringer nominiert wurde die 22-jährge Victoria Eisenbraun aus Rottweil. Als beste Freundin habe sie sich während der Corona-Krise intensiv um ihr Umfeld gekümmert, obwohl sie zeitlich und beruflich sehr eingespannt gewesen sei. "Ich nehme mir viel Zeit für meine Freunde", schildert Eisenbraun im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Vor allem durch die Corona-Krise, aber auch generell hätten sie ihre Freunde in den vergangen Monaten enorm gebraucht, für viele sei besonders das Kontaktverbot schwierig und belastend gewesen. Manchmal helfe es auch einfach nur, anderen zuzuhören, erklärt Eisenbraun.

Als Glücksbringer nominiert wurde die 22-Jährige von ihrem besten Freund, der damit einfach mal Danke sagen wollte. Über die Wertschätzung habe sich die 22-Jährige enorm gefreut, auch wenn sie betont, dass für sie ein Lächeln meist schon Dankeschön genug sei.

Durch die Arbeit sei es bei der 22-Jährigen in den vergangen Monaten enorm stressig gewesen. Eisenbraun, die im Einzelhandel tätig sei, hätte auch an ihrem Arbeitsplatz die Sorgen ihrer Mitmenschen mitbekommen und versucht zu helfen, wo es g eht. Schwierig sei allerdings gewesen, dass sich doch viele Kunden nicht an die Regeln halten wollten, den Abstand nicht eingehalten oder die Maske nicht getragen haben. Dadurch musste regelmäßig eingegriffen werden. Eisenbraun hebt hervor, wie wichtig es sei, Rücksicht auf seine Mitmenschen zu nehmen, sich an die Regeln zu halten und eine Maske zu tragen.

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