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Unterkirnach Fußball spielen auf dem Rütteliacker

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Karl Weißer ist ein Urgestein beim FC Alemannia.Foto: Schimkat Foto: Schwarzwälder Bote

Karl Weißer ist ein Urgestein des FC Alemannia und hat schon auf dem Rütteliacker, der seinem Namen alle Ehre machte, Fußball gespielt.

Unterkirnach. 1936 wurde Karl Weißer im Schuhmacherhäusle geboren, in dem er mit seiner Familie bis 1962 lebte, bevor er nach Unterkirnach zog. Weißer blickt auf seine Zeit im Schuhmacherhäusle zurück und erzählt, dass er täglich die Schulbrüder im Kloster Maria Tann besuchte, egal ob er ein Pflaster benötigte, die Post holte oder sich von einem Schulbruder die Haare schneiden ließ.

Vier Tage vor Kriegsende seien die Deutschen gekommen, hätten ihn und seine Familie samt Großmutter aus dem Haus gejagt, sodass sie sich zwei Nächte im Wald oberhalb ihres Hauses verstecken mussten. "Wir hatten noch eine Familie aus Colmar in unserem Haus, die sind mit in den Wald geflohen", erklärt er trocken. Er könne stundenlang über diese Zeiten erzählen, meint er und kommt dann zum Fußball.

Trainiert wurde nur im Sommer

1951 sei er in die Jugendmannschaft des FC eingetreten und habe dort bis 1963 auf dem Rütteliacker Fußball gespielt, in der Jugendmannschaft und noch zwei Jahre bei der Aktiven Mannschaft. Nikodemus Ketterer, Weiherdeiwiesenbauer, hatte den Rütteliacker oberhalb des Ackerloch kostenlos zur Verfügung gestellt, fährt er fort. Wie der Name schon ausdrückt, war der Acker holprig, es habe eine Blockhütte vom FC, in dem sich die Fußballer umzogen, gegeben, auch habe es unterhalb des Ackers zwei Lehmlöcher, gefüllt mit Wasser gegeben, in dem gebadet wurde. "Je später man kam, desto schmutziger war das Wasser", so Weißer.

Jeden Sonntag habe es ein Spiel gegeben, aber vorher mussten die Spieler mit einem Leiterwagen Sägmehl von der Belisäge holen, den Leiterwagen den Berg hoch zum Acker schleppen, um die Linien zu markieren, ein Tor mit Maschendraht habe es auch gegeben.

Trainiert habe man übrigens nur im Sommer, denn am Rütteliacker habe es kein Licht gegeben, so Weißer. Jedes Jahr habe man auf dem Acker ein Fest gefeiert: "Dann mussten wir zu Fuß zu unserem Vorstand Robert Winterhalter, der im Grund wohnte, laufen und die Bretter für die Tanzbühne, die er gelagert hatte, zum Acker tragen, fährt er fort. 1963/64 hatte der Rütteliacker ausgedient und der FC zog zum Sandplatz hinter dem alten Rathaus (dort befindet sich heute der Wohnmobilstellplatz). "Zuerst duschten wir im Keller vom Stadthof, dann im Keller der Zunft in der alten Schule", erinnert er sich. Eine Baracke in Schonach wurde abgebaut und vor dem Sandplatz aufgebaut, in dieser Baracke habe es Dusche, Umkleideraum und eine Wirtschaft gegeben, so Weißer.

Viel Arbeit als Kassier

Karl Weißer war sechs Jahre stellvertretender Kassier, anschließend 28 Jahre Kassier. Er trainierte vier Jahre die Jugend und wurde einmal mit der A-Jugend Meister. "Zwei Jahre war ich gezwungenermaßen Schiedsrichter, das hat mir überhaupt nicht gefallen", betont Weißer. Als Kassier habe er zum Beispiel in der Wirtschaft in der Baracke die Abrechnungen machen müssen, das sei viel Arbeit gewesen. Als 1972 der neue Sportplatz gebaut wurde, habe er im Sportlertreff, solange bis er fertig gebaut war, die Getränke, auch für die Kegler, abrechnen müssen.

Karl Weißer, gelernter Formenbauer bei Saba und anschließend bei Weisser/Grieshaber in Mönchweiler, war 46 Jahre Tourenführer beim Alpenverein Villingen und 14 Jahre Wanderführer in Unterkirnach, jetzt führt er noch Besucher durch die Mühle. Er hat 43 Viertausender, drei Fünftausender und zwei Sechstausender bestiegen. Er wanderte noch vor zehn Jahren durch Nationalparks in den USA und reiste dreieinhalb Wochen durch Südafrika, wo er von Cape Town bis Simbabwe zeltete. Auch unternahm er unzählige Fernfahrten bis nach St. Petersburg oder Moskau mit Petrolli. Karl Weißer ist Witwer, hat zwei Töchter und ein Enkelkind und bewältigt nach dem Tod seiner Frau nicht nur den Haushalt sondern auch den riesigen Garten alleine.

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