Porträt: Cornelia Ries leitet seit 18 Jahren die Jugendabteilung / Camp im August geplant
Cornelia Ries leitet seit 2002 die Jugend des Fußballclubs Alemannia als Jugendleiterin – doch im Dezember 2021 will sie ihren Posten abgeben, erklärt sie im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten.
Unterkirnach. Zusammen mit Sabine Schwarzmüller werde sie jedoch die F-Jugend weiter trainieren, denn "Fußball ist mein Leben", betont sie. Und das sagt eine Frau, die selbst nie Fußball gespielt hat. Aber dieser Sport habe ihr und ihrem Sohn Christian sehr viel geholfen, und das habe sie als Jugendleiterin und jetzt auch Trainerin zurückgeben wollen, betont sie.
Conny Ries blickt zurück: Seit 1991 habe sie ihren damals sechsjährigen Sohn Christian beim Kicken begleitet, Edwin Kunz sei damals Jugendleiter des FC gewesen. Bald habe man beim FC gesagt, dass Kunz Verstärkung benötige und sie gebeten, ihn als stellvertretende Jugendleiterin zu unterstützen, berichtet sie. Sie habe Ja gesagt und ihn zwei Jahre unterstützt. Als Edwin Kunz aufhöre, habe Oliver Mick ein Jahr dessen Amt übernommen, musste aber aus beruflichen Gründen aufhören, und der damalige Vorsitzende Bernd Dufner habe zu ihr gesagt: "Du machst das – und so wurde ich erste Jugendleiterin", betont sie.
Zu der Zeit habe sie noch die gesamte Organisation telefonisch und schriftlich gestemmt. Dann sei das Internet gekommen und sie habe sich in diese Materie erst einarbeiten müssen, meint sie. Damals gehörten 120 Kinder zum FC, in den vergangenen vier bis fünf Jahren sei die Zahl der Kinder jedoch zurückgegangen: "Das lag unter anderem an der Ganztagsschule und den Computern – die machen viel kaputt."
Heute sind noch 80 Kinder in der Jugendabteilung. Auf die Kooperation mit anderen Vereinen seien die Kinder und Jugendlichen nicht so erpicht, da ihnen in Unterkirnach alles abgenommen werde, woanders sei das nicht so, erklärt sie. Auch das Interesse der Eltern, ihre Kinder zu fahren und bei den Spielen zuzuschauen, habe nachgelassen, bedauert sie.
2005 rief Conny Ries das Fuballcamp ins Leben. Peter Blessing habe beim DJK Villingen die Jugend trainiert und später die Aktiven beim FC Alemannia. "Er fragte mich, ob ich das Fußballcamp übernehmen würde und ich sagte ›Ja‹", so die Jugendleiterin. Das Fußballcamp wurde bis heute zur Erfolgsgeschichte und startet auch in diesem Jahr wieder vom 7. bis 9. August. "Trainieren wie die Profis" laute das Motto des dreitägigen Fußballcamps, das die Fußballschule Bad Aibling entwickelt habe. Trainer aus Unterkirnach und von der Fußballschule trainieren die Jugendlichen aus der Region, die an dem Camp teilnehmen, das immer zwischen 48 und 69 Teilnehmer hatte, so die Jugendleiterin. Das Training sei anspruchsvoll, bringe den jugendlichen Sportlern sehr viel. An jedem Tag würden drei Pokale vergeben und am Schluss ein Camp-Sieger ermittelt, wobei es um Menschlichkeit, Fairness und Freundlichkeit gehe, berichtet die Jugendleiterin.
Auf die Corona-Pandemie angesprochen, erklärt sie, dass inzwischen wieder trainiert werde: "Der Abstand wird eingehalten, Hände müssen gewaschen werden, Duschen und Umkleidekabinen sind gesperrt. Jede Mannschaft hat einen eigenen Ballwagen, und jeder Spieler muss seinen eigenen Ball haben. Alles läuft gut, jeder hält sich an die Regeln", zeigt sie sich zufrieden.