Bürgermeister Andreas BraunFoto: Archiv Foto: Schwarzwälder Bote

Mini-Häuser: Informationsveranstaltung im Juli geplant

Unterkirnach. Bürgermeister Andreas Braun nimmt zu den geplanten Mini-Häusern im Ackerloch umfangreich Stellung, hier ein Auszug seiner Stellungnahme.

Es sei völlig legitim, wenn sich Bürger einer Gemeinde kritisch äußern und einem neuen Projekt ablehnend gegenüberstehen. Für fraglich halte er allerdings die Initiierung einer Petition, "ohne sich selbst informiert zu haben und bevor die von der Gemeinde bewusst gewählte Form der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit überhaupt begonnen hat", erklärt Braun.

Verbunden mit der Tatsache, dass nicht vorhersehbar war, wann überhaupt wieder eine öffentliche Veranstaltung in einem größeren Rahmen stattfinden kann, wurde von Seiten der Gemeindeverwaltung ganz bewusst der Weg eines Aufstellungsbeschlusses zu einem Flächennutzungsplanänderungsverfahren gewählt, berichtet er weiter. Diese Vorgehensweise halte er für sinnvoll, die frühzeitige Beteiligung laufe seit dem 8. Juni und dauere bis 24. Juli. In dieser Zeit sei es möglich, dass sich alle im Dorf ein Bild über das mögliche Vorhaben verschaffen können, so Braun.

"Ich sehe das geplante Projekt als eine große Chance, das touristische Standbein von Unterkirnach weiter auszubauen", betont er. Gerade in der momentanen Zeit mitsamt den Auswirkungen der Corona-Krise sei es aus seiner Sicht durchaus nachvollziehbar, dass die überwiegende Mehrheit des Gemeinderats solch einer Investition erst einmal positiv gegenüber stehe, betont er.

Das Projekt könne in einer ersten Ausbaustufe von 13 Mini-Häusern gut und gerne bis zu 10 000 Übernachtungen jährlich erzielen, zeigt sich Braun zuversichtlich. Diese Übernachtungen seien notwendig, um wegfallende Ferienwohnungen zu kompensieren und um zusätzliche Angebote und Zielgruppen zu erschließen. Eine für das Jahr 2020 geplante Evaluation konnte aufgrund der Ausnahmesituation in den zurückliegenden Wochen noch nicht begonnen werden. Zu dieser bereits geplanten Bürgerbeteiligung, losgelöst vom Projekt im Ackerloch, möchte er bereits heute alle Bürger einladen, so Braun.

Er bedauert in seiner Stellungnahme, dass für das Projekt eine derzeit landwirtschaftliche genutzte Fläche weichen müsse. Aufgrund der Größe der Baukörper sehe er aber einen sehr geringen Flächenverbrauch. Ferner zeigt sich Braun überzeugt, dass durchaus ein Teil der Fläche landwirtschaftlich weitergenutzt werden könne oder eine Fläche mit einem ökologischen Mehrwert entstehen werde.

Er sehe seine Verantwortung darin, Unterkirnach nicht nur touristisch sondern ganzheitlich weiter zu entwickeln. Keinesfalls wolle er die Gemeinde durch ein solches Projekt spalten. Braun fordert die Bürger auf, sich mit dem Projekt, den Investorinnen sowie dem touristischen Mehrwert konstruktiv und gerne auch kritisch auseinanderzusetzen.

"Wenn ein Bürgerentscheid den von uns begonnen Prozess entscheiden soll, wäre das für mich gelebte Demokratie", unterstreicht Braun. Für Anfang Juli kündigt Braun eine Informationsveranstaltung mit den Investorinnen an.

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