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Unterkirnach Biber nistet sich bei Bauingenieur ein

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Rolf Weißer und Hund Rico bewundern die Stau- und Baukünste des Bibers am Unteren Ackerloch in Unterkirnach. Foto: Schimkat Foto: Schwarzwälder Bote

Rolf Weißer, Ingenieur für Hochbau, bewundert die Baukünste des Bibers, dieser ist schließlich perfekt im Hoch- und Tiefbau – und das auch noch auf dem Gelände von Rolf Weißer, dem Unteren Ackerloch in Unterkirnach.

Unterkirnach. Von dem Büro des Ingenieurs hat man eine herrliche Aussicht über das Ackerloch-Tal bis zum Ende des Geländes, das Weißer gehört, und genau da hat der Biber geschuftet und ist noch lange nicht fertig.

Bei einem Spaziergang zum Arbeitsplatz des Kollegen Biber erklärt Weißer, dass sich seine Wiesenfläche im Biotopverzeichnis des Landes Baden-Württemberg finde, es führt alle Blumen, Gräser und Insekten des Biotops auf. Einmal im Jahr werde die Wiese vom Lippenhofbauer gemäht, nach der Blüte selbstverständlich. Am Oberen Ackerloch entspringe der Kuchibach, der auch durch seine Wiese fließe bis runter zum Schuhmacherhäusle, erklärt Weißer. Im Sommer 2019 sei der Biber, wahrscheinlich von der Kirnach, den Kuchibach hochgewandert und habe mit Kennerblick gesehen, wo er einen guten Arbeitsplatz vorfinde, meint Weißer.

Bevor sich der Biber häuslich niederließ, durchquerte er den Hinterwasenweiher, der schon zu Villingen gehört, an dem er sich abarbeitete und große Bäume fällte. Die habe er liegen gelassen, aber die Rinde konsumiert, erklärt Weißer.

Am unteren Ende des Kuchibachs auf dem Ende seines Geländes hatte Weißer zwei große Betonrohre angebracht, die der Biber erst einmal zustopfte, um den Kuchibach anzustauen. Damit war der Hochbauingenieur nicht einverstanden und legte die Rohre wieder frei. Auch gut, dachte sich der Biber und legte weiter unten einen großen Staudamm an, dafür musste er einige oder vielmehr viele Birken fällen, denn der Staudamm ist gut 20 Meter lang. Auf dem Damm baute er eine stattliche Burg, und aus einem trockenen Areal schuf er einen ansehnlichen Teich, der auf gut einen Meter Tiefe kommt.

Jeden Tag macht Weißer einen Spaziergang mit Hund Rico zum neuen Teich und bewundert die Fortschritte. ­Rico, ein beachtlich großer Schäferhundmischling, wollte Bekanntschaft mit dem Biber machen, dieses Angebot lehnte Baumeister Biber ab und biss den guten Rico, der seitdem Vorsicht walten lässt.

Oft höre er es gewaltig platschen, wenn er sich dem Revier des Nagers nähere, dann springe er in den Teich und schlage mit seiner Schwanzkelle kräftig aufs Wasser, erzählt Weißer. Wahrscheinlich handele es sich inzwischen um eine ganze Familie Biber. Auf die Frage, ob er den Biber schon einmal gesehen hat, antwortet Weißer: "Unterhalb des Teichs, da legt er eine Drainage zum Hinterwasenweiher an." Warum, habe sich ihm noch nicht erschlossen, aber der Biber habe gewiss seine Gründe.

Sowohl die Biberbeauftragte Bettina Sättele als auch Roland Brauner vom Villinger Forstamt hätten sich die Bauarbeiten schon angeschaut, da er niemanden störe und Weißer die Biberbaustelle auch nicht benötige, lasse man ihn in Ruhe. "Der ist noch nicht fertig, der Damm wird immer höhee", meint Weißer, während Rico schon umdreht, sicher ist sicher.

Auf dem Rückweg zum Haus geht der Weg entlang des Hangs, der sich unterhalb der Zufahrt zum Unteren Ackerloch befindet. Hier habe er den reinen Fichtenbestand nach und nach ausgewechselt durch Buchen, dann seien von selbst Stiehleiche, Rotbuche, Nußbaum, roter und weißer Holunder sowie Eberesche gekommen, erklärt Weißer. Dadurch habe sich die Erde, die zum tollen Humus werde, total verändert und verströme einen frischen ätherischen Duft, zeigt er sich begeistert. Zurück geht es durch die Naturinsel Unteres Ackerloch und Weißer meint: "Mal sehen, was der Biber noch alles baut."

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