In Schönwald wurde wieder herzlich gelacht: Die dritte Black Forest Comedy Night begeisterte mit Humor und Satire das Publikum.
Zum dritten Mal entführte Thomas Bührer in Schönwald in die „Black Forst Comedy Night“ – und man kann sagen: Sie kommt immer mehr in Schwung. Denn mehr als 250 Besucherinnen und Besucher genossen Comedy, Klamauk und Wortspielereien.
Nicht alles lief so, wie angekündigt, so fielen kurzfristig Künstler aus, die aber erfreulicherweise ersetzt werden konnten. Schon der Moderator des Abends, Elias Raatz, musste kurzfristig einspringen für Hendrik Brehmer – und der Tübinger machte seine Sache ausgezeichnet.
Für zart besaitete Personen mögen seine Gedichte etwas hart gewesen sein – es gab eigentlich immer ein totes Tier dabei. Seine Leidenschaft für die großen wie die kleinen Dinge des Lebens balancierte stets auf dem schmalen Grat zwischen Humor und Analyse, Realität und Wahnsinn, Seitenhieb und Selbsterkenntnis.
Und dann hieß es: „Der Heiland kommt“. Mit neuem Programm, aber noch immer mit seinem uralten und wohl unkaputtbaren „Omnichord“ betrat C. Heiland die Bühne. Bei ihm drehte sich Vieles um Schönheit – äußere wie innere Schönheit, dazu Liebe und das ungelöste Rätsel Wurstsalat. Heutzutage spritzt man sich Sanitärsilikon unter die Haut, um schönere Lippen zu haben. Und das in Zeiten von Mikroplastik. Der Heiland befand, man könne viel einfacher schöne Lippen bekommen. Dazu reiche es schon, jeden Tag ein paar nette Worte zu sprechen.
Beim Älterwerden seien Äußerlichkeiten nicht mehr nur zweitrangig. So klärte C. Heiland endgültig die Frage, ob wahre Schönheit wirklich von innen kommt – und wenn ja, warum sie da so lange faul herumlag. Gnadenlos witzig, bezog der Heiland auch sein Publikum mit ein – nicht immer liebevoll. Und er fand durchaus deutliche Worte gegen Rechtsaußen.
Bitterböse Satire und fröhlicher Quatsch
Auch Daniel Wagner trat als Ersatz an – war aber definitiv kein Lückenfüller. Aufgewachsen in Lörrach, lebt und wohnt er in Heidelberg, wo er zunächst Germanistik, Geschichte und Latein studierte. Im Jahr 2007 begann er mit dem Slammen und ist damit sehr erfolgreich. Er brachte unterhaltsame, schwarze, dunkle, bitterböse Satire genauso auf die Bühne in Schönwald, konnte aber auch heiteren und fröhlichen Quatsch auf einem Silbertablett aus unerhörten Schmunzlern und wahnsinnigen Wortjonglagen servieren. Tabus? Kennt er nicht, er zeigte sich ebenso frech wie amüsant mit fantastischen Wortspielen.
Aaron Gehring ist waschechter Schwarzwälder aus Elzach und noch recht frisch in der Comedy-Welt unterwegs. Als Newcomer stand er bei der Black Forest Comedy Night in Schönwald zum ersten Mal auf einer großen Bühne. In seinem Auftritt klärte er mit trockenem Humor auf, wie er seine Augen-OP erlebt hat – inklusive Begegnungen mit Pflegern, Ärzten und Anästhesisten, die offenbar alle ihre ganz eigenen Spezialeffekte und „Sichtweisen“ draufhaben.
Comedy ganz ohne Worte
Das Duo Mimikry dagegen hatte nichts zu sagen – sie waren per Pantomime unterwegs – das aber ebenso rasant wie witzig. Wenn es um Visual Comedy „made in Germany et France“ geht, kommt man an Elias Elastisch (Elias Liermann) und Nicolas Rocher nicht vorbei. Sie sind Großmeister der „Visual Comedy“. In ihrer Show bewiesen sie dies eindringlich. Knackige gespielte Kurzgeschichten mit Satire, Witz und purem Rhythmus trafen auf Innovation, schwarzen Humor, aber auch Gesellschaftskritik. Sie zeigten ein herrlich abwechslungsreiches Programm, in dem jede Nummer für sich stand, ob es um Superman beim Zahnarzt, ein postmodernes Puppenspiel oder die ungeschminkte Realität der Unterhaltungsbranche ging.
Und das Publikum freut sich sicher bereits auf die vierte Auflage der Black Forest Comedy Night in Schönwald.