Friedhelm und Siegrid Schneck engagieren sich bereits seit 18 Jahren im Vorstand des Nagolder VdK-Ortsverbandes – und suchen jetzt Nachfolger für ihre Ämter. Foto: Priestersbach

Eigentlich wollte Friedhelm Schneck sein Amt als Vorsitzender des Nagolder VdK-Ortsverbandes bereits vor zwei Jahren in jüngere Hände legen. Doch damals wie heute will keines der 402 Mitglieder in die Fußstapfen des 79-jährigen treten, der bereits seit 18 Jahren an der Spitze des zweitgrößten VdK-Ortsverbandes im Kreis Calw steht.

Nagold - Nachdem sich jüngst bei der Hauptversammlung im Gasthaus Schiff erneut kein Kandidat für das Amt des Vorsitzenden zur Wahl stellte, erklärten sich die aktuellen Vorstandsmitglieder bereit, ihre Ämter noch ein Jahr lang kommissarisch auszuüben. "Wir müssen jetzt weiter suchen", erklärt Friedhelm Schneck, dass dem Nagolder Ortsverband ansonsten eine Auflösung droht. "Dann würden die Mitglieder in Nagold nur noch über den Kreisverband betreut", weiß der Vorsitzende.

Ortsverband während Corona weniger aktiv

Wie zuvor aus dem Rückblick von Friedhelm Schneck deutlich wurde, hatte die Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass die Aktivitäten des VdK-Ortsverbandes quasi zum Erliegen kamen. Dies galt auch für die Ehrungen langjähriger Mitglieder, wobei Berta Märkle per Post ihre Urkunde für 70-jährige Treue zum VdK erhielt; ebenso Helmut Geissler aus Gündringen nach 50-jähriger Mitgliedschaft. Auch die Sozialberatungen konnten bis Ende Juli nur telefonisch stattfinden. Friedhelm Schneck ist froh, dass diese Beratungen im Nagolder Bürgerzentrum seit August wieder in Präsenz stattfinden können. Doch nun funktioniert im Burgcenter der Aufzug bereits seit einiger Zeit nicht mehr, was vor allem für Gehbehinderte ein schwieriger Zustand sei.

Wie Oberbürgermeister Jürgen Großmann dazu anmerkte, sei der Aufzug im Burgcenter in privater Hand und die Stadt dränge darauf, dass ein neuer Aufzug installiert werde. Gleichzeitig dankte der OB dem VdK-Ortsverband für seine erfolgreiche Arbeit, denn gerade die Sozialberatungen seien eine wichtige Aufgabe.

Die einstimmige Entlastung des Vorstandes leitete der stellvertretende Kreisvorsitzende Helmut Dolderer, der zugleich deutlich machte, dass die Arbeit der Ortsverbände ohne das Ehrenamt nicht möglich sei. Deshalb appellierte er an die 402 Mitglieder, Verantwortung für den VdK-Ortsverband zu übernehmen. Seiner Ansicht nach könne es nicht sein, dass ein so großer Verein wie der in Nagold aufgelöst werden müsse, nur weil niemand bereit sei, ein Ehrenamt zu übernehmen. Er sagte die Unterstützung des Kreisverbandes zu, wusste aber auch, dass zunehmend mehr Ortsverbände Probleme haben, ehrenamtliche Funktionen zu besetzen.

Bei dieser Gelegenheit freute sich Helmut Dolderer, dass er Heidi Kindermann nach zehnjähriger Tätigkeit als Schriftführerin mit der goldenen VdK-Ehrennadel auszeichnen konnte.

Info: VdK

Mit mehr als 2,1 Millionen Mitgliedern ist der VdK größter Sozialverband Deutschlands und hilft bereits seit über 70 Jahren in allen sozialrechtlichen Fragen wie der Rente, Pflege und Rehabilitation oder bei der Anerkennung einer Behinderung. Im VdK sind über 60 000 Menschen ehrenamtlich tätig. Sie leiten Ortsverbände, stehen hilfsbedürftigen Menschen zur Seite, werben für Inklusion, beraten oder kümmern sich um pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. Ohne seine Ehrenamtlichen wäre Deutschlands größter Sozialverband gar nicht denkbar. Sie stehen für Solidarität, Menschlichkeit, Engagement – die zentralen Begriffe des VdK.