Martin Schaudts Rekord hatte nicht für die Ewigkeit Bestand. Foto: Kara

Erneut blickt unsere Redaktion 20 Jahre zurück. Dieses Mal geht es um einen Weltrekord, der im Jahr 2005 von Dressurreiter Martin Schaudt aufgestellt wurde.

Zu so einem Ausnahmeerfolg gehörte auch ein einzigartiges Pferd. Im Sattel von „Weltall“, einem braunen Hannoveraner Wallach schien dem Albstädter Dressurreiter in den frühen 2000ern alles zu gelingen. In der schwersten Dressurprüfung der Welt, dem Grand Prix Spécial, holten sich die beiden den Weltrekord.

 

1998 hatte Schaudt den braunen Wallach vierjährig auf der Hannoveraner Elite-Auktion entdeckt und ihn bis zur Grand Prix-Reife ausgebildet. Dabei konnte das Paar gleich zweimal einen Weltrekord aufstellen, das erste Mal in Stuttgart 2004 als die beiden nie dagewesene 80,92 Prozent im Grand Prix Special erhielten. Ein Jahr später knackten die beiden auch den Weltrekord in der Kür mit 82,56 Prozent.

Mitfiebern bei Olympia

Im Sommer 2004 hatten die deutschen Fans am Fernseher bei den Olympischen Spielen von Athen bereits mitgefiebert. Martin Schaudt holte mit der deutschen Dressur-Equipe seine zweite Goldmedaille. Damit konnte er den Erfolg von den Olympischen Spielen 1996 wiederholen. Für seine sportlichen Erfolge erhielt er am 16. März 2005 das Silberne Lorbeerblatt.

Glück im Unglück

Und das alles, nachdem es wenige Monate zuvor, im März 2004, noch so ausgesehen hatte, als sei „Weltalls“ sportliche Karriere frühzeitig beendet. Schaudt hatte einen Verkehrsunfall mit dem LKW, das Pferd hinten drauf. „Weltall“ entkam auf die Autobahn und verletzte sich an der Hüfte.

Wallach wird verkauft

Nach dem Verkauf von „Weltall“ im Jahr 2007 nahm Martin Schaudt nicht mehr am internationalen Turniersport teil und konzentrierte sich auf die Ausbildung junger Dressurpferde. So bildete er zusammen mit seiner Frau unter anderem die Stute „Girasol“ aus, die er im Mai 2010 an Nadine Capellmann verkaufte.

Glücklich in Onstmettingen

In seinem eigenen Dressur- und Ausbildungsstall bildet Martin Schaudt in Albstadt-Onstmettingen auch heute noch Erfolgspferde aus. Die Liste ist lang. Aber seinen Wallach „Weltall“, der 2018 verstorben ist, wird er immer in besonderer Erinnerung behalten. Weltall wurde 24 Jahre alt. Eine schwere Kolik wurde ihm zum Verhängnis. Er verbrachte seinen Lebensabend auf dem Georgihof der Familie Meggle, nachdem er 2012 in Rente geschickt worden war.