Eine der größten Berühmtheiten aus dem Kreis Rottweil und aus der Stadt Rottweil ist natürlich der Rottweiler. Kenner beschreiben Vertreter dieser markanten Hunderasse – die ihren Namen der Stadt verdankt – als treu, wachsam, stark und unerschrocken.
Wer die Stadt Rottweil besucht, dem begegnen Standbilder des berühmten Hundes an vielen Orten. Im Dezember wachten diese Rottweiler auf hohen und schweren Sockeln sogar über die Sicherheit des Weihnachtsmarkts. Um das Tier zu würdigen, das den Namen Rottweils überall in die Welt trägt, wurde 2007 eine von Ottmar Hörl entworfene und vom Esslinger Künstler Helmut Stromsky in Bronze gegossenen Statue eines Rottweilers vor dem Stadtmuseum enthüllt.
Ein Kraftpaket
„Der Rottweiler ist ein Kraftpaket mit sanften Seiten: Ausdauernd, stark, intelligent und verlässlich wurde der kräftige Vierbeiner vom einstigen Hirtenhund zum verlässlichen Begleiter und Helfer in allen Lebenslagen“, heißt es auf der Internetseite der Rottweiler Touristinformation.
Uranen Hunde der Römer
„Die Urahnen des Rottweilers waren vermutlich schon mit ihren römischen Herren in unser Gebiet gekommen, was zahlreiche Tierknochenfunde aus der römischen Vorgängerstadt Rottweils, Arae Flaviae, bezeugen“, ist auf der Internetseite der Stadt zu lesen. Diesen Ursprung thematisiert auch der Allgemeine Deutsche Rottweiler-Klub. „Die Römer setzten Hunde als Herden- und Treibhunde ein. Diese Hunde beschützten die Menschen und das Vieh“, so der Beitrag des Rottweiler-Klubs.
Rottweil war ein Zentrum des Viehhandels
In Rottweil dürften die Vorfahren des Rottweilers besonders häufig vorgekommen sein, da die Stadt ein Zentrum des Viehhandels war. „Dieser Handel lag in den Händen der Metzger, die bei ihren Geschäften ins Elsass, in den Breisgau, das Bodenseegebiet und ins Berner Oberland kamen“, blickt man bei der Stadt zurück. „Schon 1590 wurden Herden nach Straßburg getrieben. So wurde der Hund weithin bekannt; mit seinem Namen wurde er zuerst außerhalb belegt.
Ausdauernde, ruhige und kluge Hunde
Bei den Herdenzügen braucht man „zu Zeiten, wo es Räuber oder Wölfe gab und weite Landstriche kaum besiedelt waren, kräftige, ausdauernde, ruhige und kluge Hunde“, so der Beitrag des Rottweiler-Klubs weiter zur Geschichte des berühmten Hundes. „Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden die römischen Hunde mit bodenständigen Hirtenhunden verschiedener Arten gepaart. Im Verlauf von mehreren Jahrzehnten wurden diese Hunde auf Lebenstüchtigkeit, Intelligenz, Ausdauer und Treibeigenschaften gezüchtet. Sie wurden somit unentbehrliche Helfer der Viehhändler und Metzger.“ So entstand im Laufe des 19. Jahrhunderts dann der Rottweiler, wie man ihn heute kennt.
Allgemeiner Deutscher Rottweiler-Klub 1907 gegründet
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erinnerte man sich dann wieder an die hervorragenden Charaktereigenschaften des Rottweilers, heißt es im Beitrag des Rottweiler-Klubs. Im Jahr 1907 wurde dann der Allgemeine Deutsche Rottweiler-Klub gegründet, und im Jahr 1910 wurde der Rottweiler dann sogar als Polizeihunderasse anerkannt.
Rottweiler ist nicht aggressiv, aber wehrhaft
Auf der Internetseite des Haustier-Magazins ZooRoyal wird das Wesen des Rottweilers folgendermaßen beschrieben: „Er hat ein ausgewogenes Temperament. Er hat genau die richtige Mischung zwischen Agilität und Gelassenheit. Er ist nicht aggressiv, aber wehrhaft. Er ist gehorsam aber kein serviler Sklave. Ein gesunder, nicht zu schwerer Rottweiler ist ein arbeitsfreudiger Hund, der alles mitmachen will und kann. Aber er ist kein Junkie, der täglichen Leistungssport einfordert.“
Anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig
Der Rottweiler sei in einer freundlichen und friedlichen Grundstimmung, „sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Seine Erscheinung verrät Urwüchsigkeit; sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest und unerschrocken. Er reagiert mit hoher Aufmerksamkeit und zugleich gelassen gegenüber seiner Umwelt“.
Wegen seiner großen Kraft sei er aber „nicht ohne weiteres als Anfängerhund zu empfehlen“.
Gute Sozialisation wichtig
Wegen seines kraftstrotzenden Auftritts wecke der Rottweiler laut ZooRoyal leider auch das Interesse von Menschen, „die ihn als Waffe, Machtdemonstration oder Krücke für ihr schwaches Ego missbrauchen. Parallel dazu gibt es eine Fülle von Vermehrern und Hundehändler, die diese Nachfrage gerne bedienen“.
Die Folgen schlechter Behandlung
Die Folge: „Fünf der 16 deutschen Bundesländer führen den Rottweiler als Kampfhund auf der Rasseliste gefährlicher Hunde. In vier der fünf Länder rangiert er in Kategorie Zwei – also als Hund, der als potenziell gefährlich gilt“, heißt es dazu auf der Internetseite der Rottweiler-Freunde Deutschland.
Aber: „Bei einer liebevollen Sozialisation von der Wurfkiste an, bei einer fachkundigen Erziehung und obendrauf noch Ausbildung wirst du einen charakterstarken Freund bekommen, den nichts so schnell aus der Ruhe bringen kann.“