Der Comedian und Kabarettist Heinrich Del Core sorgt im In- und Ausland sowie auf hoher See für ausverkaufte Säle. Mit seiner Heimat Rottweil ist er dennoch eng verbunden. Wir haben uns ausführlich mit ihm unterhalten.
Es ist nicht die große Politik, es sind nicht weltumspannende Themen, sondern es sind die Geschichten, die das Leben schreibt, mit denen der Comedian und Kabarettist Heinrich Del Core aus Rottweil, beziehungsweise Zimmern o.R., sein Publikum im In- und Ausland, ja sogar auf hoher See, begeistert.
Seit 25 Jahren auf der Bühne
Seit 25 Jahren steht er mittlerweile auf der Bühne. Dass er einmal als Comedian sein Geld verdienen würde, damit hatte der gelernte Zahntechniker, der anfangs bei Geburtstagsfeiern und Hochzeiten mit seinen Zaubershows begeisterte, seinerzeit nicht gerechnet. „Aber es macht riesig Spaß. Meine Arbeit gefällt mir so“, schwärmt Heinrich Del Core. Auch mit 63 Jahren denkt er längst nicht ans Aufhören, sondern plant munter weiter. Er erzählt im Gespräch von seinen Ideen, seinen Fans, den Shows, und, was absolut im Mittelpunkt steht: von seiner Familie. Die Familie ist nicht nur seine Kraftquelle, sondern immer wieder auch „Stoff“-Lieferant für seine Programme. Indirekt natürlich, denn die Dinge passieren halt.
Akteure sind die Familie und Freunde. Auch Urlaube inspirieren zu Gags
Die Inhalte für seine Shows schreibt das Leben selbst, Akteure sind dabei Familie, Freunde, oder Urlaube. „Ich mag es, wenn ich bei der Wahrheit bleiben kann. Denn so nehmen mir die Leute das auch ab. Die Geschichten müssen authentisch und stimmig sein“, sagt er. Und das ist wohl ein großer Teil seines Erfolgsgeheimnisses. Er begeistert in seinen Shows mit einem unvergleichlichen Mix aus Situationskomik, Charisma und Sprachwitz.
Vertrautes gut verpackt
Del Core zeichnet Alltagssituationen mit Leichtigkeit und in schwäbischer Mundart so detailgetreu nach, dass die Zuschauer in seinen Bann gezogen werden. Immer wieder aufs Neue, denn egal welches Thema er aufgreift – man findet sich unweigerlich wieder.
Aber wie wird man eigentlich Comedian? Heinrich Del Core kam 1961 als Sohn eines italienischen Gastarbeiters in Rottweil zur Welt; „im Spital“, wie er stolz erzählt, und diese Tatsache machte ja schließlich über viele Jahre einen waschechten Rottweiler aus.
Nach der Mittleren Reife absolvierte er eine Ausbildung zum Zahntechniker. Erst 1995 begann er, sich mit der Comedy-Zauberei zu beschäftigen. „Ich hatte damals einen Straßenzauberer in München gesehen, der mich so fasziniert hat, dass ich mir im Laden ,Zauberkönig’ gleich Zauberequipment gekauft habe“, erinnert er sich schmunzelnd. Die Tricks seien gar nicht so leicht gewesen. Er habe viel geübt, und immer wieder habe ihn seine Frau ermuntert, weiterzumachen.
Del Core ging als „Gruppe“
Erste Auftritte hatte er als Ein-Mann-Gruppe am Schmotzigen. „Da ist es so schwierig, als Gast eine Karte irgendwo zu bekommen, also beschloss ich, als ‚Gruppe‘ zu gehen“, so Del Core. Und seine clownesken Auftritte, die er drei Jahre lang pflegte, kamen beim Publikum bestens an. Die Nachfragen wurden immer mehr und der Radius der Auftritte größer.
Aus Comedy-Zauberei wurde Standup-Comedy
Aus der Comedy-Zauberei wurde Standup-Comedy und Kabarett. Er trat bei Firmenjubiläen, Geburtstagen, Galas und Hochzeiten auf. „Und dann kam im Jahr 1999 die Anfrage von Mike Wutta für einen Auftritt beim Ferienzauber“, erzählt er. Einen ganzen Abend habe er in Rottweil mit 90 Minuten Programm füllen sollen. „Das war eine echte Herausforderung. Aber ich habe zugesagt. Das war der erste große öffentliche Auftritt, und es wurden Stühle geschleppt und Stühle geschleppt“, so Del Core weiter. Der Durchbruch.
Hobby zum Beruf gemacht
Im Jahr 2000 entschied er, sein bisheriges Hobby zum Beruf zu machen. Er hängte seinen Beruf als Zahntechniker an den Nagel und ist seit dem erfolgreich als Comedian und Kabarettist auf Deutschlands Bühnen unterwegs, ebenso als Gast in zahlreichen TV-Sendungen und auf Kreuzfahrtschiffen. „Ich erinnere mich noch gut. Es war eine schwierige Entscheidung – wir hatten drei Kinder, ein neues Haus und viele offene Fragen. Doch meine Familie, Freunde und mein damaliger Arbeitgeber Dr. Michael Banholzer gaben mir den Mut, es zu wagen. ‚Mach mal. Wenn’s nicht klappt, kommst du einfach zurück‘, sagte er. Und das gab mir den Mut“, blickt Heinrich Del Core dankbar zurück.
Publikums- und Jurypreise
Für seine Programme und Auftritte hat Del Core Publikums- und Jurypreise erhalten – zum Beispiel den Ostfriesischen Kleinkunstpreis 2015, den Publikumspreis „Die scharfe Barte 2015“ und den Baden-Württembergischen Kleinkunstpreis 2005. „Highlight war die ‚Tuttlinger Krähe‘. Da habe ich den Publikums- und Jurypreis erhalten“, sagt er.
Erst kürzlich hat er seine ganze Story mit Werdegang und mit den Geschichten, die er nicht mehr spielt, in ein Buch gepackt. Man darf gespannt sein. Erscheinungstermin ist im Juli. Und zum Jubiläum präsentiert er Perlen der vergangenen 25 Jahre. „Das ist noch viel Arbeit“, sagt er. Doch er freue sich drauf, auch ältere Programme wieder zu lernen, „denn es gibt viele Leute, die mich immer wieder auch auf die älteren Sachen ansprechen“, so Del Core.
Beim Ferienzauber Rottweil dabei
Beim Ferienzauber Rottweil ist es dann soweit. Am Montag, 28. Juli, steht Heinrich Del Core mit „25 Jahre Bühnenprogramm“ im Kraftwerk auf der Bühne. Der Vorverkauf läuft.
„Der Beruf macht mir so viel Spaß, weil man so viele Leute kennenlernt und so viel rumkommt. Ich nehme mir gerne die Zeit für meine Fans, spreche mit ihnen und gebe Autogramme.“ Und gerade, weil Heinrich Del Core viel unterwegs ist, ist ihm die Heimat sehr wichtig. „Rottweil, Zimmern und natürlich meine Familie, sind meine Basis“, sagt er. Denn mittlerweile sind es gut 120 Auftritte, die er im Jahr absolviert.
Zauberei trat in den Hintergrund
Die Zauberei ist über die Jahre in den Hintergrund getreten. „Ich habe aber alles noch. Ich habe sie nie ganz aufgegeben. Und für meine Enkel zaubere ich gerne“, freut sich der Neu-Opa. Mehr über das Opa sein, oder anders formuliert, darüber, dass seine Frau Oma wird, gibt es in seinem aktuellen Programm „Juchuu, meine Frau wird Oma!“.