Mehr als 1000 Arbeitsstunden haben die "Äschenteicher" ehrenamtlich beim Bau des Schuppens geleistet. Foto: Fotos: Arbeitskreis

Beim 27. Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" darf sich Neu-Nui­fra im Bezirksentscheid zu den Siegern zählen. Der Weilermer Ortsteil wurde für einen Sonderpreis nominiert. Die Höhe der Auszeichnung soll im Dezember verkündet werden, die Preisverleihung folgt 2022.

Pfalzgrafenweiler-Neu-Nui­fra - Der Weilermer Ortsteil wurde wegen "herausragender Leistungen im Dorfleben" für den Sonderpreis nominiert und wartet jetzt auf die Bekanntgabe der Preisträger samt damit verbundener Geldbeträge. Bis dato liegt Neu-Nuifra eine Zusage über 3000 Euro laut Zuwendungsbescheid vor. Erstmals erhalten diesen Betrag alle am Wettbewerb teilnehmenden Kommunen. Im Jahr 2022 nehmen die Besten aus dem Bezirksentscheid am Landesentscheid teil. Dann werden die Bundessieger zur Teilnahme im Folgejahr ermittelt.

Regierungspräsidentin Silvia Maria Felder gratulierte den erfolgreichen Dörfern und verdeutlichte, wie sehr sie insbesondere das Engagement der Bürger und ihr Wille, die Dorfgemeinschaft weiterzuentwickeln, beeindruckt habe. Der Wettbewerb, so heißt es in einer Mitteilung des Regierungspräsidiums, habe positive Impulse gesetzt und Kräfte mobilisiert.

Felder sah dabei auch, dass die auf den Dörfern lebenden Menschen aktiv ihr Umfeld und das Zusammenleben im Dorf gestalten: "Sie stellen sich den aktuellen Herausforderungen im ländlichen Raum und packen diese engagiert an."

In den Nachbarlandkreis Calw geht eine Bronzemedaille an die Gemeinde Bad Teinach-Zavelstein. Im Kreis Rastatt darf sich Lichtenau-Muckenschopf über die Qualifizierung für den Landesent­scheid 2022 freuen.

Miteinander entsteht der "Äschenteicher Schopf"

Als eine interdisziplinäre Bewertungskommission auf Bezirksebene, geleitet von Angelika Appel, Verantwortliche für den Obst- und Gartenbau beim Regierungspräsidium Karlsruhe, die Orte bereiste, stellte das 100-Seelen-Dorf Neu-Nuifra eine 18-seitige Präsentation zum "Äschenteich – Neu-Nuifra" vor. Mitgewirkt haben die Bewohner des Orts sowie der Arbeitskreis "Unser Dorf hat Zukunft" mit Bezirksbeiratsvorsitzendem Thomas Theurer, Duglore Katz, Conny Schoch, Anja Gekle und Elke Wackenhut. Beim Rundgang mit der Bewertungskommission am 16. September wurden der Köhlermeiler, das Schulhaus, die geplante Flurbereinigung sowie der Schopf hinter dem Dorfgemeinschaftshaus betrachtet.

In einer Gemeinschaftsaktion, mit dem ausgeprägten Gefühl für das Miteinander der "Äschenteicher" und deren Eigenverantwortung für ihr Dorf, entstand der "Äschenteicher Schopf". Was mit dem Spatenstich am 7. August 2020 startete und mit einem Richtfest am 25. September weiterging, gipfelte in der Fertigstellung des Schuppens ein Jahr später.

Die Gemeinde hatte dafür 55 000 Euro bereitgestellt, wovon 7000 Euro auf den Spielplatz für Sandkasten, Spielgeräte, Insektenhotel, Nistkästen und Sitzgelegenheiten entfielen. Aus Verkäufen und Spenden bei Festen wurden 32 000 Euro eingenommen. Die Eigenleistung der "Äschenteicher" bewegt sich bei mehr als 1000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden. 130 Stunden übernahmen die Mitglieder des Bauwagens für die Pflasterarbeiten. Der Platz im Schuppeninneren reicht für die Utensilien des Weihnachtsrundwegs, aber auch für die alte Feuerwehrspritze, das Bauwagenzelt und Gemeinschaftseigentum.

Auch der Bürgermeister von Pfalzgrafenweiler, Dieter Bischoff, war beeindruckt von der Präsentation der Bürger und dem großen ehrenamtlichen Engagement. "Mit sehr viel Liebe, einem sehr durchdachten und schlüssigen Konzept wurden die realisierten Projekte und Zukunftsvisionen von Neu-Nuifra dargestellt", sagte er.

Während des Rundgangs bei regnerischem Wetter fuhr der Bürgermeister vorne auf einem Traktor mit. Auch die Ausgestaltung und Dekoration des gesamten Orts an diesem Tag mit verschiedenen Geräten und einem Riesenkürbis in Herzform vor dem Dorfgemeinschaftshaus fand Bischoff imposant.

(bine). Der Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" betrachtet alle Bereiche der Dorfentwicklung und des Dorflebens. Ihn gibt es bereits seit 1961 und er wird immer wieder den aktuellen Erfordernissen angepasst. Aktuell befasst er sich mit den heutigen und künftigen Herausforderungen des Lebens in Gemeinden und Ortsteilen mit bis zu 3000 Einwohnern.

Im Fokus des Wettbewerbs steht laut Regierungspräsidium die ganzheitliche Entwicklung der ländlichen Kommunen. Er biete den Bürgern über längere Zeit die Möglichkeit, Verantwortung in ihrer und für ihre Gemeinde zu übernehmen und lasse die Bürger aktiv und kreativ werden. Außerdem geht es dabei darum, selbst Hand anzulegen, um die Projekte der Gemeinde zu realisieren.

Aus der Analyse, wie das Dorf in 10 und in 20 Jahren aussehen wird, konnte ein Leitbild für die Kommune erstellt werden. Bewertet wurden insbesondere die Aspekte "Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen", "Soziale und kulturelle Aktivitäten", "Baugestaltung und Siedlungsentwicklung" sowie "Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft".