Viel zu notieren gab es für Michael Würth (rechts), den Vorsitzenden der Kommission.  Foto: Dold

Sind sie von Lauterbach verzückt oder doch eher skeptisch? Die Mitglieder der Bewertungskommission für den Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" ließen sich bei ihrem Besuch nichts entlocken – sie verzogen bei der Präsentation kaum eine Miene.  

Lauterbach - Die fünfköpfige Gruppe absolviert derzeit einen echten Husarenritt: Acht Gemeinden werden genau unter die Lupe genommen, bevor sich dann ein Sieger herauskristallisiert. Die Bewertung von Lauterbach wird in einigen Wochen vorliegen.

Die Verantwortlichen von Lauterbacher Seite ließen nichts unversucht, um die zahlreichen Vorzüge der Gemeinde ins hellste Licht zu rücken. Bürgermeister Norbert Swoboda machte den Anfang: "Das Gemeindehaus wurde im Jahr 2012 für zwei Millionen Euro saniert. Die Vereine haben dafür 600 Arbeitsstunden geleistet. Zudem gibt es eine neue Spülmaschine und Kochplatten in der Küche", sagte er, nachdem die Kommission von einer Abordnung des Trachtenvereins und Vertretern von Verwaltung, Wirtschaft und Vereinen empfangen worden war.

Sogar der Narrenmarsch ertönt kurz

Ein von Mia Bieg konzipierter Film berichtete vom steilsten Friedhof Deutschlands, dem einzigen Yoga-Natur-Pfad am Boschel und sogar die legendäre Fischtreppe wurde aufs Korn genommen. Lauterbach hat nicht weniger als 59 Vereine mit weit über 5000 Mitgliedern. Gastronomie und Tourismus können sich sehen lassen. Legendär ist natürlich die Fasnet, sogar ein paar Töne des Narrenmarsches erklangen für die Besucher. Der Film endete mit einem Versprechen: "Wenn Lauterbach gewinnt, wollen wir eine Partnerschaft mit einem anderen Dorf ganz weit weg in Deutschland", hieß es dort.

Benedikt Molitor vom TSV Lauterbach, der der Projektgruppe "Vereine" zum Wettbewerb angehört, berichtete von einer stärkeren Zusammenarbeit in der Zukunft. Die Digitalisierung läuft bereits – beispielsweise in einer Online-Umfrage bei Vereinen, welche Maßnahmen künftig angepackt werden sollen.

Interessenten für die Apotheke

Nach dem Besuch des Gemeindehauses führte der Weg durch die Pfarrer-Sieger-Straße. "Das ist die letzte Straße im Innenort, die 2023 saniert wird", informierte Swoboda. Zur kürzlich geschlossenen Apotheke gebe es Gespräche mit neuen Interessenten, verriet er.

Auf dem Schulhof kam dann der Part von Rektorin Sandra Winterhalter, nachdem Swoboda darüber informiert hatte, dass der Schramberger Künstler Remy Trevisan nun sein Atelier im ehemaligen Hauptschulgebäude habe.

Die Grundschule, so Sandra Winterhalter, besuchten derzeit 82 Schüler in vier Klassen, die von sieben Lehrkräften betreut würden. Besonderes Merkmal sei die Naturparkschule. "Hier erleben die Kinder die Heimat- und Kulturgeschichte hautnah", sagte die Rektorin. Zudem seien die Schüler oft draußen. Ganz aktuell werde zwischen Friedhof und Stemmer-Kapelle ein Achtsamkeitspfad gestaltet.

Michael Neff stellte das Projekt der Bürgerenergie vor, das ein Nahwärmenetz aufbauen soll. Zudem inspizierten die Besucher den neu gestalteten Schulhof samt der riesigen Weltkarte, die die Schüler gestaltet hatten. Interessierte Zaungäste nutzten derweil die Spielgeräte, sie balancierten und kletterten.

Die Mitglieder der Kommission hakten immer wieder nach, bevor es im Kleinbus zu weiteren spannenden Lauterbacher Orten wie Kapfhäusle und Mooswaldmühle, dem Gedächtnishaus, der Galerie Wilhelm Kimmich oder dem neuen Rathausplatz ging.

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