Vielerorts wird Müll bei Altkleider-Containern zum Problem. Sabrina Glöckler von den Bürgerdiensten Sulz erklärt, wo alte Sachen eigentlich hingebracht werden sollten.
Es ist ein Anblick, der im ganzen Landkreis für Entsetzen zu sorgen scheint – Müllberge vor Altkleider-Containern.
Vor wenigen Monaten sorgten wilde Müllablagerungen in Oberndorf für heftige Diskussionen. Und in Rottweil waren an manchen Sammelstellen Berge von Klamotten, Schuhen, zerfledderten Bettwaren und anderem Müll zu sehen – das Ganze zum Teil nicht einmal mehr in Säcke verpackt, sondern einfach so hingeschmissen.
Sessel und Wohnzimmerlampe
In Sulz bietet sich ein ähnliches Bild. Zwar sind vor den beiden Containern an der Ecke Mühlstraße/Am Mühlkanal auf den ersten Blick keine alten Kleidungsstücke zu sehen, die ein „zweites Leben“ erhalten sollen – stattdessen dafür etwas anderes.
Vor den großen grünen Behältern, auf denen „Wir nehmen Schuhe, Kleidung usw. Altkleidersammlung“ steht, stehen unter anderem ein Tisch in Marmor-Imitat-Ausführung und eine Wohnzimmerlampe auf dem Pflaster, daneben ein umgestürzter Sessel.
Tabakdosen und Flaschen
Und neben den Containern befinden sich Plastikbeutel, gefüllt mit Blumenkübeln, sogar eine Pfanne ist zu sehen. Am Boden glitzern Glasscherben neben zusammengerollten und hingeworfenen Teppichen. Auch große Kopfkissen sind – reichlich durchnässt vom Regen – zu sehen.
Die ganze Hauswand entlang reihen sich zahlreiche Mülltüten aus Plastik aneinander, in ihrem Inneren Milchtüten, Plastikverpackungen oder Tabakdosen. Aber auch Stoffbeutel einer Bäckerei oder einer Lebensmittel-Kette – befüllt mit Glasflaschen und anderen Dingen – liegen am Boden.
„Haben oftmals die Problematik“
Aus einem Behältnis lugen Erde und einzelne Pflanzenreste hervor, während an der Hauswand vollkommen durchweichte Kartons lehnen – nicht etwa zusammengelegt in der Papiertonne.
Sabrina Glöckler, Sachgebietsleiterin der Bürgerdienste, kennt die Probleme. „An Standorten von Altglas und Altkleidercontainern haben wir oftmals die Problematik von wilden Müllablagerungen“, erläutert sie.
Öffentlich oder privat?
Generell sei an öffentlichen Standorten der Betreiber der Sammelstelle angehalten, die Vermüllung bei der Leerung der Container zu beseitigen. Die Beseitigung von wildem Müll im Stadtgebiet werde über das Ordnungsamt veranlasst. Und sobald Täter ermittelt werden konnten, würde die Tat mit einem Bußgeld geahndet.
Bei Sammelstellen, die sich auf privaten Grundstücken befinden, sei die Sache jedoch eine andere – sowohl der angesprochene Platz wie auch die Altkleidercontainer seien privatrechtlich organisiert. „Die Privatperson ist selbst verantwortlich, Müll auf ihrem Grundstück zu entsorgen“, erläutert Glöckler die Zuständigkeiten.
Landratsamt informiert
Erst, wenn der Müll zum ordnungsrechtlichen Problem werde, also dadurch etwa Ratten angezogen würden, könne das Ordnungsamt tätig werden. Damit es nicht soweit kommt, habe das Landratsamt ein umfassendes Abfall-ABC erstellt. Darin ist aufgelistet, wo welche Stoffe zu entsorgen sind.
Balkonpflanzen kämen etwa in die Biotonne, sollte es sich um größere Gartenabfälle handeln, sei die Grüngutsammelstellen der richtige Ort. Glasflaschen ohne Pfand gehörten in den Glascontainer, ein Kissen entweder in die Restmülltonne oder zur Sperrmüllsammlung.
Dorthin käme auch ein Teppich, während man bei einem Tisch zwischen Sperrmüll- und der Holzsammlung entscheiden muss.