Entlang der Josef-Zähringer-Straße in Schönenbach wird durch einen Pflaster-Streifen ein überfahrbarer Gehweg gekennzeichnet. Im unteren Teil der Straße sind neben diesem Gehweg auch noch Parkplätze vorgesehen, die aber sonst in Schönenbach Mangelware sind. Auf dem Gehweg selbst darf man laut Straßenverkehrsordnung aber nicht parken. Foto: Stefan Heimpel

Massive Proteste hageln aus der Bürgerschaft, nachdem es zahlreiche Strafzettel wegen Parken auf den Gehwegen gegeben hatte.

Zahlreiche Bürger waren zur Sitzung im Ortschaftsrat erschienen. Ortsvorsteher Ralph Wehrle machte zu Beginn deutlich, dass es nicht der Ortschaftsrat gewesen sei, der eine Kontrolle gefordert habe. Hermann Fengler vom Ordnungsamt bestätigte, dass es konkret drei Beschwerden in mündlicher Form beim Ordnungsamt gegeben habe, in deren Folge das Amt aktiv werden musste. Man könne nicht in Furtwangen gegen das Parken auf den Gehwegen vorgehen und in Schönenbach nicht.

 

Emotionale Diskussion im Rat

Ralph Wehrle meinte, dass es bei der schwierigen Park-Situation in Schönenbach bisher nie Diskussionen gab, da man im gegenseitigen Respekt immer Lösungen fand. Drei Wochen vor der geplanten Kontrolle sei auch der Kindergarten darauf und auf die angesprochenen Engpässe vor dem Kindergarten hingewiesen worden.

Der erste Diskussionspunkt dabei war die Definition eines Gehwegs. In Schönenbach besteht entlang der Josef-Zähringer-Straße ein Pflaster-Streifen. Dies sei, so Hermann Fengler, ein überfahrbarer Gehweg. Bei Engpässen darf er also befahren werden. Aber wie bei jedem anderen Gehweg darf man darauf nicht parken. Allerdings konnte in der Kürze der Zeit noch nicht im Bauamt überprüft werden, wie bei der Sanierung der Straße dieser Pflasterstreifen bezeichnet wurde.

Zahlreiche Kritiker hoben vor allem hervor, dass diese Situation mit den Engpässen seit 40 Jahren bestehe und sich niemand beschwert hätte.

Zu wenig Parkplätze in Schönenbach

Einig war man sich, dass es in Schönenbach zu wenig Parkplätze gibt und es dadurch immer zu Engpässen kommt. In der Folge, so die Äußerungen der Bürger, könne man künftig in der Gemeinde kein Fest mehr veranstalten, weil keine Parkmöglichkeiten nutzbar seien. Auch Handwerker können nicht ins Haus kommen, weil auf der Straße kein Platz für ihr Fahrzeug ist. Die genannte Alternative, auf der anderen Seite zu parken, sei auch keine Lösung. Denn Lkws können beispielsweise diesen über fahrbaren Gehweg nicht nutzen, da die Straßenlampen zu niedrig sind.

Vorgebracht wurde auch, dass an anderen Stellen, beispielsweise rund um den Sportplatz bei Veranstaltungen, die Situation noch kritischer wäre. Ein Bürger kritisierte, dass durch die Abgabe eines Grundstücks-Streifens der Gehweg möglich wurde, er selbst aber nun hier nicht mehr parken darf.

Bei einem anderen Bürger sei der Gehweg ohne Rücksprache und Genehmigung auf dem privaten Grund verlegt worden und damit das Parken unmöglich gemacht. Und im Winter spitzt sich die Situation dann jeweils noch zu. Es sei nicht angemessen hier zu sanktionieren, wenn es keine Alternative gäbe.

Nach dieser sehr emotionalen Diskussion beriet der Ortschaftsrat selbst diese Problematik und das weitere Vorgehen. Die Situation in Schönenbach wird auf jeden Fall bei der nächsten Verkehrsschau im September ein Thema sein. Dann müsste man eine Lösung finden, beispielsweise durch eine spezielle Beschilderung.

Hettich: Ein Problem geschaffen, das keines war

Auch andere Möglichkeiten seien zu prüfen, beispielsweise wie zuvor in der Diskussion genannt ein befahrbarer Seitenstreifen. Hermann Fengler hatte vorgeschlagen, die großen Hecken entlang der Straße vor dem Kindergarten zu entfernen und durch einen Zaun zu ersetzen, dies würde sicher Platz schaffen für einen eigenen Parkstreifen.

Arnold Hettich fragte sich, wie man ein Problem schaffen konnte, wo bisher keines war. „Denn die Bürger nehmen in Schönenbach Rücksicht aufeinander“, so Arnold Hettich. Nach 40 Jahren gebe es durch einen „übereifrigen Vollzugsdienst“plötzlich Strafzettel, so Hettich Ein Problem bei der Sicherheit der Kinder sei aber nicht nur das Parken vor dem Kindergarten. Man könne auch viel für die Kinder tun, wenn man hier dann langsam und rücksichtsvoll vom Rand anfährt. Der Ortschaftsrat war sich einig, dass nun dringend eine klare Stellungnahme des Ortschaftsrates ausgearbeitet werden soll, die den beteiligten Stellen bis zur Verkehrsschau im September vorgelegt werden kann.