Einige Bürger interessieren sich für Bauvorhaben, die im Ortschaftsrat in Neuhausen diskutiert werden.Foto: Hübner Foto: Schwarzwälder Bote

Ortschaftsrat: Abrundungssatzung befürwortet / "Schweizeräcker" weiterer Tagesordnungspunkt

Für Nachfragen aus der Bevölkerung sorgte im Ortschaftsrat die Aufstellung einer sogenannten Abrundungssatzung für Gelände südlich der Forststraße.

Königsfeld-Neuhausen. Ein Bürger wunderte sich, dass in dem Gebiet gebaut werden soll, nachdem frühere Anträge von ihm abgelehnt worden waren. Laut Bürgermeister Fritz Link ging es dabei um den nördlichen Außenbereich, wo Bebauung nur für sogenannte privilegierte Personen zulässig ist. Auch habe sich der Ortschaftsrat früher wegen möglicher Konflikte wegen des Sportplatzes gegen die Bebauung ausgesprochen.

Die Abrundungssatzung beträfe eine Teilbebauung südlich der Forststraße, gegenüber der Firma "Schuh Spritzguss"", die nicht über den "vorhandenen Bebauungszusammenhang" hinausgehen dürfe.

Ursächlich dafür war ein Antrag dreier Familien, die schon länger auf der Suche nach Bauplätzen sind und von denen eine aus Neuhausen stammt. Geplant auf dem etwa 3600 Quadratmeter großen Gebiet sind ein Doppel- und ein etwas größeres Einzelhaus. Man werde Wert darauf legen, dass sich diese in den vorhandenen Gebietscharakter einfügen, so Link. Ver- und Entsorgung seien durch vorhandene Leitungen gesichert. Untersucht werden soll ein von Bürgern befürchtetes Problem mit einer Druckleitung.

Antragsteller tragen Kosten

Sämtliche Kosten für Planung und ökologischen Ausgleich sind laut Link von den Antragstellern zu tragen. Nach weiteren Beratungen und der Offenlage könnte im Oktober ein Satzungsbeschluss erfolgen. Der Ortschaftsrat empfahl die Ausweisung der Abrundungssatzung. Eine schon vor Jahren beantragte Bebauung mit einem Carport eines anderen Anwohners im selben Gebiet wäre aus Sicht des Bürgermeisters auch kein Problem. Weitere bauliche Entwicklungen seien im Zuge der Beratungen zum neuen Flächennutzungsplan möglich, so Link auf Nachfrage von Stefan Schorpp.

Ein weiterer Punkt war die Änderung des Bebauungsplans "Schweizeräcker". Dabei geht es um eine 544 Quadratmeter große Dreiecksfläche nördlich des Hauses der Familie Hummel, wo deren Sohn ein Haus errichten möchte. Die Fläche sei bisher Niemandsland, werde als Gartenfläche bewirtschaftet, so Link. Er wies auf frühere Überlegungen hin, wonach Neuhausen und Erdmannsweiler nicht weiter aufeinanderzuwachsen sollten.

Kein Recht auf Aussicht

Auch hätten Nachbarn berichtet, dass die unverbaute Aussicht für sie ein wesentlicher Grund für ihren Grundstückskauf gewesen sei und sie sich deshalb das neue Haus kleiner als das vorhandene wünschten. Das halte er aus städtebaulicher Sicht für richtig, so Link, auch wenn es kein Recht auf unverbaute Aussicht gebe. Er sehe nur ein 1,5-geschossiges Gebäude, auch solle es auf Straßenniveau liegen und in den Hang gebaut werden. Andrea Leitholt sah in dem Vorhaben einen "wesentlichen Eingriff", Ronny Schlenker hoffte auf einen "guten Kompromiss". Der Ortschaftsrat empfahl die Änderung des Bebauungsplans, die nach den nötigen Verfahrensschritten im Dezember beschlossen werden könnte.

Keine Weihnachtsbäume

Ganz anders waren die Reaktionen auf den Antrag für eine Weihnachtsbaumkultur auf einer 6400 Quadratmeter großen Fläche in der Nähe des alten Wasserreservoirs. Die würde laut Link "spornartig in die freie Landschaft ragen". Zudem sei die Fläche für Landwirtschaft ausgewiesen, nicht aber für Forstwirtschaft. Eine Weihnachtsbaumkultur sei mit dem vorhandenen Siedlungscharakter nicht vereinbar und widerspreche den Zielvorstellungen der Gemeinde. Wichtig sei, die traditionelle Grünlandnutzung zu erhalten. Somit gebe es gewichtige Gründe, die gegen das Vorhaben sprächen.

Man wisse definitiv, dass die Landwirtschaft mehr Fläche für Vieh brauche, so Ortsvorsteherin Sabine Schuh, die sich deutlich gegen das Vorhaben aussprach. Ähnlich sah das Ronny Schlenker. Hans Mack sprach gar von einem "wirklichen Bruch für Neuhausen". Der Ortschaftsrat lehnte den Antrag bei einer Enthaltung ab. Link wies darauf hin, dass die Entscheidung letztlich beim Landwirtschaftsamt liegt.

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