Wenn es nach dem Regionalverband geht, sollen in Ettenheim weitere Windräder entstehen. Foto: Pixabay

In Ettenheim gibt es viele Areale, auf denen Windparks entstehen könnten – zumindest, wenn es nach dem Regionalverband südlicher Oberrhein geht.

Nach einem im Februar 2023 beschlossenen „Windenergieflächenbedarfsgesetz“ (Wind-GB) sind die Bundesländer bis Ende 2032 verpflichtet, einen prozentualen Anteil der Landesfläche für die Windenergie auszuweisen. Für Baden-Württemberg hat der Bund das Flächenziel 1,8 Prozent vorgegeben. Das Land hat daraufhin die Regionalverbände mit dieser Aufgabe betraut. Für die Region Südlicher Oberrhein bedeuten 1,8 Prozent eine Fläche von rund 7300 Hektar. Die Erarbeitung wird nun auf die einzelnen Raumschaften heruntergebrochen – will heißen: die einzelnen Gemeinden sollen in die Überlegungen des Regionalplans einbezogen und zur Stellungnahme aufgefordert werden. Im September 2024 hat der Gemeinderat von Ettenheim in der ersten Beteiligungsrunde Stellung zu den Plänen bezogen. In der nun gestarteten zweiten Beteiligungsrunde befasste sich der Bauausschuss mit dem Thema. Ein Überblick.

 

Teilerfolge: Ein Teil der vor zwei Jahren von Ettenheim kritisch gesehenen Flächen sind in den neuen Plänen gestrichen. Sie betreffen sechs Flächen im Blick auf das Ettenheimer Münstertal. Visuelle Überbelastung und verstärkte Lärmbelastung führte die Stadt damals als Argumente an. Die Reduzierung der Flächen wird in Ettenheim indes immer noch als unzureichend bezeichnet, wie Bauamtsleiter Markus Schoor und Bürgermeister Bruno Metz unmissverständlich klar machten. Angesichts der engen, langgezogenen Tallage des Münstertals über eine Länge von 3,4 Kilometern erachtet man die planerisch nun vorgesehene Wirkzone (Abstand der Windräder zur Bebauung) von 2500 Metern als unzureichend und plädiert für eine Entfernung von 3500 Metern.

Vorreiterrolle: In ihrem Plädoyer erinnerte die Stadt an ihr bislang schon aktives Bemühen um die Nutzung der Windkraft. 6,5 bestehende Windkraftanlagen, drei bis vier weitere in Planung seien mit Sicherheit aussagekräftig. Mit einem Flächenanteil von 547 Hektar, was einem Gemarkungsanteil von rund elf Prozent entspreche, leiste Ettenheim jetzt schon einen erheblichen Beitrag zum Flächenziel von 1,8 Prozent.

Weitere Überarbeitung der Pläne: Interessiert nahmen die Mitglieder des Bauausschusses zur Kenntnis, dass im gesamten Verbandsgebiet nach der ersten Beteiligungsrunde von den geplanten Vorranggebieten insgesamt 43 gestrichen, 88 verkleinert und 52 Gebiete unverändert geblieben sind und der Gesamtumfang der Windenergiegebiete derzeit bei 2,09 Prozent liegt.

Talgemeinden in Sorge: Dass auch die nach der ersten Beteiligungsrunde verbliebenen Vorrangflächen rund um das Ettenheimer Münstertal, vor allem auf dessen Südseite, noch nicht den Vorstellungen von Verwaltung, Ortschafts- und Gemeinderäten entsprechen, wurde in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag dieser Woche deutlich. Münchweiers Ortsvorsteherin Charlotte Götz befürchtete, dass die bisherige Akzeptanz der Bevölkerung kippen könnte, wenn das Tal auf der Südseite mit Windrädern bebaut würde und einschneidende Beeinträchtigungen für die Bewohner mit sich bringen. Im gleichen Tenor äußerte sich Sabine Meier (FLE). Auch Ettenheimmünster befürchte eine starke Belastung, wenn die gegenwärtigen Pläne Bestand behalten. Ein Überlastungsschutz sei geboten.

Info – Metz hofft auf Nachsicht

Schattenwurf durch die Windräder, Lichtfilter, Abstellzeiten, wirtschaftliche Rentabilität, rechtliche Möglichkeiten bei der Zuwegung, Bestandsgültigkeit der aktuellen Vorgaben – mehrere Themen wurden von den Bauausschuss-Mitgliedern angesprochen. Bürgermeister Metz lobte die von Bauamtsleiter Markus Schoor erarbeitete Argumentation hinsichtlich der weiteren Forderungen Ettenheims. Er erhoffe sich dieselbe Sensibilität von den Entscheidern, wie sie Ettenheim bei seinen Anlagen in Absprache mit den angrenzenden Gemeinden habe walten lassen.