Mario Ketterer (links) beim TV-Interview mit Sport1-Reporterin Katharina Kleinfeldt bei der Darts-WM in London. Foto: Ketterer

Der Coach der Schwarzwald-Union Schönwald/Schonach ist wieder bei der Darts-Party in London dabei. Nicht nur der TV-Sender Sport1 ist auf den Ex-Profi aufmerksam geworden.

Wer kennt sie nicht, die Jubelbilder von Luke Littler, dem Darts-Wunderkind und neuen Doppelweltmeister – oder die berühmte Sprecher-Ansage „One Hundred and Eighty“? Mario Ketterer, Ex-Profi und Fußballtrainer der Schwarzwald-Union Schönwald/Schonach, erlebte den Superstar in London hautnah mit allen Emotionen.

 

Verkleidung gehört dazu

Wenn man Ketterer im Fernsehen beim Sportsender Sport1 in seinem lila Drachenkostüm sieht, denkt man zuerst, dass er wohl in Sachen Fasnets-Kultur aus dem Schwarzwald in der Metropole London als Botschafter unterwegs ist. „Nein, es gehört dort einfach dazu“, sagt der 42-Jährige und schmunzelt. Gemeint sind bunte Verkleidungen, ideenreich und auffällig. So zieht man Kameras auf sich. „Es ist einfach unglaublich. Ich war jetzt das siebte Mal bei der Weltmeisterschaft dabei. Teilweise schon beim Finale oder mindestens beim Halbfinale“, je nachdem wie er Karten bekommen hat.

Nun ging es zu Jahresbeginn mit seinem ältesten Sohn nach England zum ersten sportlichen Großereignis des Jahres – mit einem Millionen-Preisgeld und den noch besten vier Spielern im Wettbewerb. „Die Stimmung ist der Hammer. Man bekommt Gänsehaut. Die Halle ist sehr kompakt und kleiner als man denkt. Da wird miteinander gefeiert, es gibt keinen Ärger und Stress. Es geht herzlich zu“, kann Ketterer aus eigener Erfahrung nachvollziehen, warum der Darts-Sport sich inzwischen auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut.

Große Leidenschaft

Was zugleich mit dem sportlichen Niveau der Teilnehmer zu tun hat: „Wer schon einmal Darts gespielt hat und mit den Pfeilen eine Triple-20 getroffen hat, der kennt dieses tolle Gefühl. Ich habe sogar schon einmal einen Neun-Darter beim Halbfinal-Spiel von Ex-Weltmeister Garry Anderson gegen den neuen Vize-Weltmeister Gian van Veen erlebt, mit dreimal einem ‚Big Fish‘, also dreimal mit 170 ausgecheckt.“

Man merkt sofort, Ketterer kennt sich aus und man spürt die Leidenschaft, die aus ihm spricht. „Die werfen 180 am Fließband. Mich beeindruckt, wie die Spieler mental gefestigt sein müssen auf der Bühne, wenn da alle schreien. Ein besonderes Sporterlebnis. Zudem hat es den Charme in diesem anmutenden Schloss Alexandra Palace. Alleine wenn man da zum Eingang hinläuft: Man ist direkt in der Atmosphäre gefangen. Es ist kein Betonklotz wie ein Stadion oder eine Sporthalle.“

FC Mönchweiler

Rund um die WM ist das Dart-Fieber längst auch bis in den Schwarzwald-Baar-Kreis übergeschwappt. Etliche Fußballvereine haben eigene Dart-Partys organisiert. Wie der FC Mönchweiler, in dessen Sportheim dann für die Spieltage am Abend Eintrittskarten verkauft und Tische reserviert werden konnten.

„Guardian“ berichtet

Kameraschwenk zurück nach London: Wie in den Jahren davor hat Mario Ketterer mit seiner auffälligen Kostümierung einen Kameramann gefixt und wurde von Sport1-Reporterin Katharina Kleinfeldt direkt interviewt.

Es kam jedoch noch besser: Als Dauergast interessierte sich auch die englische Tageszeitung „The Guardian“ für den ehemaligen Kicker des FC 08 Villingen und widmete ihm einige Passagen und Zitate in einer längeren Reportage über den neuen Boom in Deutschland. Ketterer ist hierfür der beste Beweis.