An der Uniklinik in Tübingen sind derzeit weniger Covid-Patienten in Behandlung als noch vor Weihnachten. Foto: Marie-Luise Koschowsky/UKT

Die Uniklinik Tübingen startet mit Hoffnung in das neue Jahr. Gleich zwei Nachrichten sind gut: Im Hinblick auf die Omikron-Variante des Coronavirus ist man vorsichtig optimistisch. Auch wirtschaftlich könnte sich die Situation des UKT leicht entspannen.

Kreis Tübingen - Es sind Aussagen, die ein wenig Hoffnung wecken auf ein entspannteres Jahr, was die Belastung der Kliniken durch Corona angeht. Michael Bamberg, Leitender Ärztlicher Direktor des Uniklinikums, sagt auf Anfrage unserer Zeitung: "Erste Studien aus Großbritannien und Südafrika weisen darauf hin, dass die Omikron-Variante zu milderen Krankheitsverläufen führt. Das verringerte Risiko einer Krankenhauseinweisung ist ermutigend." Dennoch bleibe das Infektionsrisiko aufgrund der größeren Ansteckungsgefahr durch Omikron sehr hoch. Bamberg schätzt die Intensität einer fünften Welle mit Omikron als dominierender Variante deshalb als deutlich schwächer ein, als die der vorangegangenen Wellen. Er sagt aber auch: "Dennoch bleiben die Booster-Impfung und die Einhaltung der Hygienemaßnahmen eine der wichtigsten Mittel im Kampf gegen die Pandemie."

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Weniger Corona-Patienten als vor Weihnachten

Für eine sich aktuell leicht entspannende Lage spricht die Zahl der Patienten, die derzeit wegen Corona an der Uniklinik Tübingen behandelt werden: Mit Stand am Freitag, 7. Januar, versorgt die Uniklinik insgesamt 20 mit dem Coronavirus infizierte Patienten, davon 14 auf der Intensivstation. Am 30. Dezember waren es noch 30 Patienten mit Corona, davon 18 auf der Intensivstation. Kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember, behandelte das UKT sogar 46 Corona-Patienten, davon 25 auf der Intensivstation. Die Zahl der freien Intensivbetten lag in den Wochen vor Weihnachten zeitweise bei null. Aktuell sind es laut Divi-Intensivregister immerhin drei freie Intensivbetten im Landkreis Tübingen.

Finanzielle Prognose verbessert sich

Eine weitere positive Nachricht gibt das UKT unserer Zeitung im Hinblick auf die finanzielle Belastung durch die Pandemie bekannt: Gabriele Sonntag, Kaufmännische Direktorin des Uniklinikums Tübingen, sagt: "Die Gesamtbelastung aus pandemiebedingten Mindererlösen und Mehraufwendungen wird sich im Jahr 2021 voraussichtlich auf minus 17,8 Millionen Euro summieren. Für 2022 geht die Prognose von circa minus 13,5 Millionen Euro aus, wobei dies natürlich sehr vom weiteren Verlauf der Impfkampagne und der Pandemie abhängt."

Bessere Rahmenbedingungen wünschenswert

Das Uniklinikum erhalte gemeinsam mit allen weiteren Uniklinika in Baden-Württemberg im Laufe des neuen Jahres außerordentliche Finanzhilfen vom Land Baden-Württemberg – zugesagt seien bis zu 260 Millionen Euro, wie das Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vor Weihnachten mitteilte. Da das Land Baden-Württemberg als Gewährträger der Universitätsklinika die Finanzierungslücke ausgleicht, müsse das UKT neben der seit Jahren angespannten finanziellen Situation nicht noch eine Sonderbelastung durch die Pandemie tragen. Doch Sonntag wünscht sich trotzdem weitere Verbesserungen. Sie sagt: "Perspektivisch ist es unabdingbar, dass die finanziellen Rahmenbedingungen der Universitätsmedizin, die maßgeblich durch die Bundesgesetzgebung bestimmt werden, grundlegend verbessert werden, unter anderem durch die im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung vorgesehene Vergütung von Vorhalteleistungen, differenziert nach Versorgungsstufen."