Die internationalen Speisen fanden regen Anklang bei den Besuchern des Benefizessens. Foto: Barbara Ruda

Wer gemeinsam am Tisch sitzt, begegnet sich auf Augenhöhe. So etwa beim Lörracher Benefizessen.

Das hatte das Team von Unicef Lörrach mit den Juniorbotschaftern, den Kids und dem Juniorteam vor Augen, als es an alle Menschen in Lörrach und woher auch immer eine Einladung aussprach, zu Tisch in die Alte Feuerwache zu kommen. Das Benefizessen stand unter dem Motto „Liebe geht durch den Magen“ und setzte einen stimmungsvollen Schlusspunkt hinter die Internationalen Wochen gegen Rassismus in Lörrach. Die Tischgemeinschaft, so erläuterte die Unicef-Vorsitzende Christine Langen bei ihrer Begrüßung, werde in Kulturen weltweit als Merkmal von freundlicher Gesinnung gegenüber Fremden angesehen.

 

Feiern gerade in Krisen

Wie kann man angesichts der aktuellen Weltlage mit so vielen Krisen, Armut, Hunger und Kriegen gemeinsam feiern? Christine Langen beantwortete ihre Frage in der voll besetzten Alten Feuerwache postwendend selbst: Das Erleben von solchen Tischgemeinschaften und Begegnungen helfe dabei, nicht an der Situation zu verzweifeln. In diesem Kontext bekomme das Feiern eine andere Tiefe und sei nachgerade ein Muss. Die Vorsitzende ordnete in ihren Worten auch die ehrenamtliche Arbeit von Unicef ein. „Unsere Haltung in der Welt ist wichtig, auch wenn wir nicht am ganz großen Rad drehen. Aber vielleicht sind wir in der Weltgeschichte das Tüpfelchen auf dem i.“ Man arbeite daran, die Welt zu einem Ort zu machen, an dem jedes Kind in Geborgenheit aufwachsen kann, und habe diesbezüglich auch schon Erfolge erreicht.

Damit die Gastgeberin internationale Speisen servieren konnte, hatten viele Unicefler Vorspeisen aus anderen Ländern zubereitet oder Kuchen für das Dessertbuffet gebacken.

Um die Hauptspeise kümmerten sich ehrenamtlich zwei Profiköche: Mike Kiefer, Küchenchef im renommierten Restaurant „Löwen“ in Zell, der einen Teil des Gerichts (die Bolognese-Soße) am Vortag gemeinsam mit einer Schulklasse aus Atzenbach zubereitet hatte, sowie Uli Hub.

Zutaten werden gespendet

Kiefer spendete auch die Zutaten. Auf diese Weise setzte er viele Kinder mit an den Tisch. Alles, was an diesem Abend im Spendentopf landete, kann vollumfänglich an Kinder gehen. Aufgrund des schweren Erdbebens in Myanmar hatte das Team von Christine Langen sich dazu entschlossen, das Geld der aktuellen Katastrophenhilfe für das ostasiatische Land zukommen zu lassen.

Das Unicef-Juniorteam hatte Vögel bunt bemalt und daraus mit Pflanzen und Rinde fantasievolle Naturgestecke kreiert, die die Tafeln in der Alten Feuerwache schmückten. Zwischen den Gängen unterhielt ein Trio um Andy Burgert aus Karlsruhe die Gäste mit musikalischen Schmankerln aus aller Welt. Auf eine an die erste Flüchtlingsgeschichte in der Kinderliteratur, an die von dem Bär Paddington, angelehnte Unicef-Aktion machte Teammitglied Renate Schulze mit selbst gemachter Orangenmarmelade und Orangenplätzchen aufmerksam. Gegen eine Spende können Kinder monatlich Paddington-Postkarten, spannende Geschichten und Sticker erhalten und so spielerisch andere Länder kennenlernen.

Bei einem von Lilli und Julia angeleiteten Bingo-Spiel ging es darum, die 54 Kinderrechte besser kennenzulernen. Die Gewinner durften sich eines der Vogelgestecke aussuchen und als Preis mit nach Hause nehmen. Nicht von ungefähr enthielten die meisten davon mindestens ein Vergissmeinnicht. Die blauen Blüten, so erklärte Langen, sollen daran erinnern, dass all das Tun und Denken von Unicef den Kindern gelten soll.

Nach der Feier freute sich Langen nicht nur darüber, dass sich der erhoffte Zauber des Augenblicks eingestellt hatte. Alle Menschen im Raum seien im Bestreben, die Welt für Kinder zu einem guten Ort und Lörrach zur Heimat von Menschen zu machen, eines Sinnes gewesen. Nicht zuletzt war die Freude über eine Spendensumme in Höhe von 2530 Euro bei Unicef groß – und weitere Kontoüberweisungen sollen noch folgen.