Nach dem Bieranstich (von links): Stellvertretender Ortsvorsteher Gunther Limberger, Landrat Sven Hinterseh, Niko Reith MdL, Ortsvorsteher Volker Gut, Bürgermeister Patrick Haas, Getränkelieferant Christian Schenkenbach und Dirk Bank ( Fürstenberg-Brauerei). Foto: Rainer Bombardi

Die Fürstenberger hatten Spaß an der originellen Eröffnung ihres Jubiläumsfests. Der Ort präsentierte sich im hellsten Licht. Das Programm zum begeisterte hunderte Gäste.

Der Zufall machte es möglich, dass ein Ereignis in die wechselvolle Geschichte von Fürstenberg eingeht, das so nicht geplant war: Das große Jubiläumsfest wurde nicht nur durch den Bieranstich, sondern auch durch den Anschnitt von Bienenstich eröffnet. Dies hat es zumindest im weiten Umkreis in dieser Form noch nie gegeben.

 

Den Bienenstich zur Festeröffnung haben die Fürstenberger einem Druckfehler in den Stadtnachrichten und Einladungen zu verdanken, den Bürgermeister Patrick Haas spontan in die Realität umsetzte.

Ortsvorsteher Volker Gut und Bürgermeister Patrick Haas schnitten kurz nach 16 Uhr also zunächst einen Bienenstich an, gefolgt vom spritzigen Fassbieranstich. Damit begann ein unvergessliches Fest, das die einstige Stadt Fürstenberg im Jahr ihres 850. Bestehens während drei Tagen mit hunderten Gästen feierte.

An allen Tagen unterstrichen die Organisatoren unter der Leitung der Ortsverwaltung und aller örtlichen Vereine, was es heißt, Geschichte, Tradition und Gemeinschaftssinn bis in die Gegenwart zu erhalten.

Der Prolog zur Veranstaltung hatte im Vorfeld bereits im Gasthaus Kranz stattgefunden. Die eigens für das Jubiläum konzipierte historische Ausstellung kam dabei derart gut an, dass viele der Gäste bedauerten, dass sie nach erneuter Öffnung am kommenden Samstag und Sonntag wieder abgebaut wird. Ortsvorsteher Gut dankte Manfred Bäurer, Andreas Weißhaar und dem Leiter des Fürstenbergarchivs, Jörg Martin, für die Bereitstellung von Relikten, Kunstobjekten und Funden aus den vergangenen Jahrhunderten bis heute.

Die Redsox – Patrick Bäurer (von links), Andreas Dietrich und Michael Bäurer – bereichern die Vernissage der Ausstellung zu 850 Jahren Fürstenberg. Foto: Rainer Bombardi

Archivleiter Martin erinnerte zudem daran, dass die Stadt Fürstenberg an ihrem Siegel erkennbar ist, welches in seiner Größe jenes des Fürstenhauses übertrifft. Volker Gut nutzte die offizielle Eröffnung, um das 165 Häuser zählende Fürstenberg mit seinen 453 Einwohnern, verteilt auf einer Fläche von 957 Hektar, als eine pulsierende Gemeinschaft darzustellen. Er dankte für zwei Jubiläums-Sonnenliegen, die das Fürstenhaus, welches die Schirmherrschaft für das Jubiläum übernommen hatte, und die Stadt spendeten. Sie laden in Zukunft am Südhang des Berges und an der Sperberhalde zur Rast ein.

Großer Zusammenhalt innerhalb des Ortes

Bürgermeister Patrick Haas sprach von einem besonderen Moment des Innehaltens für einen Ort, der aus den Tiefen des Bauernkriegs, des 30-jährigen Kriegs und des Stadtbrands am 18. Juli 1841 stets gestärkt und mit noch größerem Zusammenhalt hervorgegangen war. Der Landtagsabgeordnete Niko Reith zeigte sich anschließend als profunder Kenner der Fürstenberger Vereinswelt, als er den neun örtlichen Vereinen einzeln für ihr Engagement dankte.

Hunderte Gäste in Fürstenberg am 850. Jubiläum der einstigen Stadt teil. Foto: Rainer Bombardi

Landrat Sven Hinterseh überreichte einen Spaten. Dieser soll im Herbst nicht nur zum Einpflanzen des Jubiläumsobstbaumes nützlich sein, sondern auch für die Ausgrabung von Goldstücken, die am Fuße des Berges liegen sollen. Nach den Anstichen lud Bürgermeister Haas zahlreiche Verantwortliche und Gastredner zum Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Hüfingen ein. Danach war eine Party angesagt, die mit dem Auftritt der Brauereikapelle begann und dem Gig von B27 spätnachts endete.

Hunderte Gäste genießen das Fest

Am Sonntagmorgen ging das Fest mit einem feierlichen Gottesdienst und dem Auftritt der Stadtkapelle weiter. Auf dem Festgelände rund um die Kirche und den Dorfbrunnen ging es dabei Schlag auf Schlag. Hunderte Gäste genossen es in vollen Zügen, über den eigens zum Jubiläum gestalteten Bauernmarkt zu flanieren, interessierten sich für die von Julian Rekla ins Leben gerufene Oldtimer-Ausstellung oder nutzten die Gelegenheit zu einer historischen Führung über den Berg unter Leitung von Veronika Albicker. Musikalisch traten wie an den anderen Festtagen nur Musikformationen in Aktion, in denen mindestens ein Fürstenberger aktiv mitwirkt. Die Vereine hatten zur Freude der Besucher außerdem ein reichhaltiges kulinarisches Angebot zusammengestellt.

Landrat Sven Hinterseh fasste zusammen: „Die Fürstenberger Bevölkerung präsentiert sich als vitale Dorfgemeinschaft, die mit ihrer Wertschätzung für das Gemeinwesen optimistisch der Zukunft entgegensehen kann.“

Letzter Jubiläumstag

Handwerkervesper
Der letzte Jubiläumstag wird am Montag, 14. Juli, um 17 Uhr mit dem Handwerkervesper eröffnet. Das Seniorenblasorchester Schwarzwald-Baar, D'Early Schoppers und BaarBlech unterhalten bis nach Einbruch der Dunkelheit.