Unterstützung dringend gesucht: Alexander Strauss (von links), Rita Boht, Hannelore Hyneck, Renate Frommleth und Ingrid Ball möchten gerne den Secondhandladen gemeinsam mit anderen weiterführen Foto: Gegenheimer

Es geht um die Zukunft des „Hand in Hand“-Ladens in Dobel: Wird es noch eine Lösung geben? Mit Elan wird nach Lösungen gesucht.

Gemeinsam handeln, gemeinsam Gutes tun – das war stets die Devise des „Hand in Hand“-Secondhandladens. Menschen brachten Sachspenden, Ehrenamtliche sortierten und verkauften, Bedürftige erwarben günstig Ware und Erlöse wurden für Projekte gespendet.

 

Situation Jetzt ist guter Rat teuer, was eine mögliche Zukunft betrifft. Ein Teil des bisherigen Teams würde den Laden gerne weiterführen. Wo, wie und vor allem auch in welcher Rechtsform – das ist alles offen. Und die Uhr tickt. Sollte sich keine Lösung finden, wird der Laden an der Oberen Bergstraße Ende Mai letztmals geöffnet haben.

Veränderungen Noch im vergangenen Sommer war der Verein „Hand in Hand“ voller Optimismus, seinen gut frequentierten Laden nach längerer Corona- und Krankheitspause wieder zu alter Beliebtheit zurückzuführen. Dann verstarb mit Doris Frank im Herbst sozusagen Kopf und Seele von Verein und Laden. Das hat drei Dinge ausgelöst: Erstens haben einige Mitarbeiterinnen aus dem Team beschlossen – nach immerhin 15 ehrenamtlichen Jahren – sich aus der Tätigkeit zurückziehen. Zweitens erhielt die evangelische Kirchengemeinde als Gebäudeeigentümerin von Doris Franks Rechtsnachfolgern eine form- und fristgerechte Kündigung zum 30. Juni 2023, wie Pfarrer Matthias Ahrens mitteilt. Der Mietvertrag war nämlich seinerzeit mit Frank als Privatperson geschlossen worden.

Hinzu kommt, dass die Versorgung des sanierungsbedürftigen Gebäudes mit Wärmeenergie bisher über eine Leitung vom Nachbarn erfolgte, der ab Sommer 2023 auf andere Energie umstellen wird. Drittens haben sämtliche Vereinsmitglieder in der Versammlung am 12. April für eine Auflösung des Vereins gestimmt. Auch jene, die den Laden gerne weiterführen möchten.

„Zum einen waren wir im ersten Augenblick mit der Situation überfordert“, gestehen Ingrid Ball und Hannelore Hyneck, die schon über zwölf Jahre dabei sind, aber auch Rita Boht und die neu hinzugekommenen Renate Frommleth und Alexander Strauss. „Zum anderen war auch für uns klar, in Vereinsform möchten wir nicht weitermachen.“ Zumal zwei der bisherigen drei Vorsitzenden aus dem Team ausschieden.

Dringende Suche Acht bis neun Personen sind noch mit Elan dabei, neue Lösungen zu finden. Ohne Verein muss ein neuer Träger her und das in kurzer Zeit, sind sich die Ehrenamtlichen bewusst. „Wir bekommen aus der Bevölkerung viel Zuspruch. Der Bedarf ist da. Und der Nachhaltigkeitsgedanke zieht außerdem“, sagt Strauss. Die Suche gestaltet sich herausfordernd, weil an gleich mehreren Fronten: Es wurden bereits Gespräche mit Unternehmen der Diakonie geführt und um eine mögliche Trägerschaft geworben. Ein Träger aber setzt ein wirtschaftliches Konzept voraus. Miete, Nebenkosten und Verwaltung sollten gesichert sein. Um hier kalkulieren zu können, müssten aber wiederum Räumlichkeiten feststehen. Und die gilt es ebenfalls zu finden – ab etwa 150 Quadratmeter. Was die Ausstattung betrifft, ist das Team nicht wählerisch: „Am besten in Dobel, aber wir können uns auch Neusatz oder Rotensol vorstellen.“

Angefragte Unterstützung Bürgermeister Christoph Schaack wurde um Hilfe gebeten, er hakt bei Eigentümern nach, die Leerstände haben. Sollte ein Träger gefunden werden, hat jüngst der evangelische Kirchengemeinderat beschlossen, könne man über eine übergangsweise Verlängerung des Mietvertrages bis zum Spätsommer sprechen, berichtet Pfarrer Ahrens. Ein Silberstreif am Horizont, denn dann müsste nicht im Eiltempo geräumt werden.

Schließlich gilt es, von Nebengebäude bis Speicher ein randvolles Gebäude mit Kleidung, Geschirr, Geräten, Büchern, Spielzeug, Deko, Koffern oder Kurzwaren, mit Kisten, Körben und Regalen zu leeren. Trotz der riesigen Kauf-Nachfrage seit der Ankündigung.

Termine Eingekauft werden kann noch an den Montagen und Donnerstagen im Mai (außer Feiertagen) von 15 Uhr bis 18 Uhr, montags auch vormittags von 9.30 Uhr bis 12 Uhr. Letzter Tag ist voraussichtlich der Donnerstag, 25. Mai.