Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Ungeklärte Verbrechen in Stuttgart Vergebliche Jagd nach dem Auftragskiller

Von
Polizisten sichern am 11. Februar 2017 die Spuren am Tatort in der Reinsburgstraße. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Stuttgart - Die Ermittlungsgruppe Insel ist aufgelöst. Alle Spuren und Nachforschungen haben sich als Schlag ins Wasser erwiesen. Der spektakuläre Mordanschlag auf einen 47-jährigen türkischen Geschäftsmann am 11. Februar 2017 im Stuttgarter Westen bleibt im Dunkeln – und selbst über das Motiv kann nur spekuliert werden, obwohl das Opfer wie durch ein Wunder überlebte. „Die Ermittlungen beim zuständigen Dezernat laufen aber weiter“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann. Der Fall gehört zu den ungelösten Kriminalfällen des Jahres 2017 in Stuttgart.

Schüsse im Westen: Dass der 47-jährige Geschäftsmann den Anschlag vor einem türkischen Lokal an der Reinsburgstraße überlebte, ist tatsächlich ein Wunder. Der Täter, ein 20 bis 30 Jahre alter Mann mit auffälliger roter Daunenjacke, stand nur etwa zwei Meter von ihm entfernt, als er abdrückte. Der Attentäter hielt eine Zastava CZ-99 in der Hand, eine Pistole, die in den 1990er Jahren bei der serbischen Armee eingeführt und auch von der serbischen Polizei als Dienstwaffe benutzt wurde.

Das Ziel des mutmaßlichen Auftragskillers ist ein 47-jähriger türkischer Geschäftsmann, der öfter in Stuttgart weilt, aber unter hiesigen türkischen Geschäftsleuten offenbar wenig bekannt ist. Mit acht Personen hatte er in dem türkischen Restaurant gespeist, als er gegen 23 Uhr das Lokal zum Telefonieren verlässt. Draußen erwartet ihn ein Mann, der offenbar auf ihn angesetzt wurde. Er feuert mehrere Schüsse ab, flüchtet dann auf den Beifahrersitz eines dunklen Mercedes der E-Klasse, der in der Dunkelheit davonbraust. Laut Zeugen soll der Wagen ein gelbes Nummernschild mit schwarzen Buchstaben gehabt haben.

Eine Überwachungskamera filmte den Täter

Das Gesicht des Täters ist der Polizei bekannt. Der Mann mit der roten Jacke war zuvor von einer Überwachungskamera im Lokal gefilmt worden – als er offenbar sein Opfer ausbaldowerte. Dennoch kennt ihn niemand. Und auch das nur türkisch sprechende Opfer kann sich das Attentat nicht erklären. Der 47-Jährige wurde durch eine Notoperation gerettet, reiste wenige Tage später in sein Heimatland zurück.

Ob die Tat im Milieu des organisierten Verbrechens zu suchen ist? Hatte das Opfer Geschäfte der Hintermänner gestört? „Alles Spekulation“, heißt es in Ermittlerkreisen. Immerhin ist inzwischen klar, dass der Name der 20-köpfigen Ermittlungsgruppe, abgeleitet vom Namen des Lokals, nicht ganz zutreffend ist. Zwar heißt Ada auf türkisch Insel – doch Adana ist eher eine Millionenstadt und Provinz im Süden der Türkei.

Autos in Flammen: Wer ist der unheimliche Brandstifter, der seit Juni Fahrzeuge bevorzugt am Bopser im Stuttgarter Süden in Brand setzt? Zuletzt schlug er am 7. Dezember in der Bopserwaldstraße zu, dabei ging ein fast neuwertiger Mercedes der S-Klasse in Flammen auf. Der Schaden geht damit inzwischen in Richtung einer halben Million Euro – doch die Ermittlungsgruppe Bopser hat weiterhin keine heiße Spur.

Dabei gibt es auch in der Region Brandanschläge auf geparkte Autos – etwa in Leinfelden-Echterdingen, in Fellbach, in Weinstadt, in Schorndorf. „Allein eine ähnliche Vorgehensweise ist aber noch kein Nachweis für einen Zusammenhang“, heißt es indes in Ermittlerkreisen. Nicht eindeutig ist damit auch, wie lange die Liste des Bopser-Brandstifters wirklich ist. Nach vorläufiger Bilanz zählen 16 Fahrzeuge zu der Reihe.

Aktenzeichen ungelöst: Räuber, Rechte und Rabauken

Überfall im Supermarkt: Eigentlich ist der Mann mit dem Schnäuzer und Dreitagebart sowie der langen Nase gut erkennbar. Am 29. März steht er mit einer schwarzen Schusswaffe an der Kasse eines Rewe-Lebensmittelmarkts an der Sophie-Tschorn-Straße in Bad Cannstatt – und bedroht damit einen 22-jährigen Mitarbeiter. Mit einigen Geldscheinen aus der Kasse rennt der Räuber schließlich auf und davon. Der Mann mit der dunklen Wollmütze und der schwarz-grauen Arbeiterhose verschwindet spurlos. „Es gibt hier keine neuen Erkenntnisse“, sagt Polizeisprecher Widmann.

Räuber im Kiosk: Die Ecke Olga- und Charlottenstraße, auch als Olgaeck bekannt, ist äußerst belebt. Zahlreiche Fußgänger sind dort unterwegs, meist auf dem Weg zur Stadtbahn-Haltestelle. Dass ein Räuber dort ungestört den Kiosk am Eck überfallen könnte, sollte man kaum glauben. Und doch schlägt am 8. November ein Maskierter zu – der vierte Überfall seit 2012. Der bewaffnete Täter entkommt mit mehreren Hundert Euro. Das Raubdezernat hat noch keine heiße Spur: „Die Ermittlungen dauern an.“

Rechte Parolen beim LKA: Der am längsten ungeklärte Fall des Jahres spielte sich zwischen 25. Januar und 2. Februar beim Landeskriminalamt in Bad Cannstatt ab. Rechtsextreme hatten im Parkhaus Feuer gelegt, die Türen und den Boden mit Naziparolen beschmiert. Der Schaden: 5000 Euro. Offenbar wollten die Rechten ein Zeichen setzen. Die Akte liegt bei der Staatsanwaltschaft. Mit dem Aktenzeichen ungelöst.

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.