Im Viertelfinale des DHB-Pokals zwischen dem gastgebenden HSC 2000 Coburg und dem HBW Balingen-Weilstetten steht es nach 60 Minuten 30:30. Erst in der Verlängerung macht die Mannschaft von Trainer Matti Flohr den historischen Coup perfekt.
Schon vor der Partie war klar, dass ein Handball-Zweitligist Außergewöhnliches erreichen würde. Dementsprechend motiviert gingen beide Mannschaften im ersten Viertelfinale des DHB-Pokals zu Werke.
Die HUK-Coburg Arena war mit 3500 Zuschauern ausverkauft. Und die Gallier fingen sich in den ersten Minuten gleich drei Zeitstrafen ein. Trotzdem blieb der spielerisch gut aufgelegte HBW bis zum 6:5 durch Jerome Müller in Führung.
Hochklassiger Handball
Neben den Zeitstrafen waren auch die Siebenmeter ein Faktor. Jesper Schmidt verwandelte auch seine vierte Gelegenheit zum 7:6 für den HSC Coburg, was auch die erste Führung der Gastgeber bedeutete.
Um die 20. Minute entglitt die Partie dem HBW ein wenig. Coburg zog auf 16:12 davon. In dieser kritischen Phase hatte die Mannschaft von Matti Flohr etwas die Ruhe verloren, was der HBW-Coach auch während der ersten Auszeit monierte. Daniel Blomgren, Sascha Pattheicher und Elias Fügel brachten den HBW wieder auf einen Treffer heran, wohingegen Coburg in dieser Phase acht Minuten ohne Torerfolg blieb.
Torhüter des HBW überragen
Zur Pause lag der HBW dann mit 15:17 im Hintertreffen. Benedek Nagy war mit fünf Paraden bereits ein Faktor. Binnen fünf Minuten glichen die Gallier zum 19:19 aus.
In der 41. Minute lag dann der HBW durch Tore von Tobias Heinzelmann und Tim Matthes mit zwei Toren vorne. Auf Seiten der Gastgeber meldete sich jetzt Rückraumschütze und Topscorer Janis Valkovskis zu Wort. Es wurde dramatisch.
Ein hochspannender Krimi
Fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit hatte sich der HBW eine 29:27-Führung erarbeitet. Doch der HSC Coburg blieb cool, die Mannschaft von Anel Mahmutefendic schaffte schnell das 29:29 und ging dann durch Florian Billek mit 30:29 in Führung. Der HBW wackelte die Fans zitterten. Zunächst verwarf Robert Timmermeister, doch auch Coburgs Bartlomiej Bis scheiterte knapp. 20 Sekunden vor dem Ende übernahm Elias Huber Verantwortung und erzielte den nicht mehr für möglich gehaltenen 30:30-Ausgleich.
Gallier ziehen das Spiel
Es ging in die Verlängerung und in dieser zeigten die Gallier eine Stärke, die die Mannschaft in dieser Spielzeit auszeichnet. In den entscheidenden Momenten ist das Team von Coach Matti Flohr voll da. Und so war es auch in der zweimal fünfminütigen Verlängerung. Elias Huber und Tim Matthes brachten den HBW auf die Siegestraße. Fährt Balingen tatsächlich nach Köln? Coburg kassierte eine Zwei-Minuten-Strafe. Sascha Pattheicher und der starke Tobias Heinzelmann trafen sehenswert. Die Gallier zogen auf 34:30 davon und auch in der 2. Hälfte der Verlängerung war der HBW besser. Mit 38:33 machten die Gallier den ganz großen Coup perfekt. Der HBW fährt zum Final4.
Statistik
HSC 2000 Coburg: Boukovinas, Apfel; Menges, Dettenthaler, Bis (1), Fuß (6), Billek (6/3), Krone (1), Helmersson (3), Knauer (1), J.Valkovskis (6), L. Valkovskis, Röller, Schäffer (2), Jäger, Schmidt (7/5).
HBW Balingen-Weilstetten: Kornecki, Nagy; Blomgren (2), Matthes (5), Leimeter (2), Huber (6), Ingason, Strobel, Santos, Grüner, Timmermeister (3), Müller (6), Fügel (3), Heinzelmann (4), Pfattheicher (7/3)