2024 kam es in Freudenstadt zu einem tödlichen Unfall mit einem Passanten. Wie hat sich die Situation verändert? (Archivfoto) Foto: Helga Michel

Polizeivizepräsident Mathias Bölle sprach vor dem Kreistag über die Unfallzahlen im Straßenverkehr. Die Entwicklung – durchweg positiv. Ein Bereich bereitet jedoch Sorgen.

Knapp 2,5 Millionen Unfälle und 2814 Tote – das ist laut dem Statistischen Bundesamt die bundesweite Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2025. Die Zahl der Unfälle ist ungefähr gleichgeblieben, die der Todesopfer aber leicht um zwei Prozent gestiegen.

 

Von 366.000 Verletzten im Straßenverkehr waren der Großteil leicht verletzt – knapp 318.000 Menschen. Die Zahl der Schwerverletzten ist um vier Prozent rückläufig – und erreicht den niedrigsten Wert seit 1991, schreibt das Statistische Bundesamt.

Das baden-württembergische Innenministerium fasst die Zahlen für das Land so zusammen: Jeden Tag ein Toter, jede Stunde fünf Verletzte und alle zwei Minuten ein Unfall. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist leicht auf 314.129 gestiegen, während sich die Anzahl der Verkehrstoten (367) und der Schwerverletzten (5561) im Vergleich zum Zehnjahreshöchststand von 2017 um 20 beziehungsweise 40 Prozent reduziert hat.

Weniger Unfälle als 2024

Erfreuliche Zahlen, doch spiegel sich diese auch im Kreis Freudenstadt wider? Um das aufzuklären war Mathias Bölle, Polizeivizepräsident des Präsidiums Pforzheim, zu Gast im Verwaltungs- und Sozialausschuss des Freudenstädter Kreistags. Sein Fazit: Im Kreis Freudenstadt habe die Polizei elf besonders gefährliche Stellen identifiziert, die Bilanz sei jedoch in fast allen Punkten positiv ausgefallen.

Im Kreis kam es 2025 zu 2632 Unfällen, das ist ein leichtes Minus von knapp zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das laufende Jahr zeige sich bisher keine Tendenz nach oben oder unten, erklärte Bölle während der Sitzung.

Zahl der Verkehrstoten unverändert

Anders sieht es bei den Unfällen aus, bei denen mindestens eine Person verletzt worden ist. Hier sei der Trend für 2026 bisher sinkend, so Bölle. Die Zahl der Unfälle ist im vergangen Jahr um 5,3 Prozent gesunken – von 320 auf 303.

Mit 406 Menschen gab es im Jahr 2025 auch knapp fünf Prozent weniger Verunglückte. 300 von ihnen waren leicht verletzt, ein Rückgang um fast zehn Prozent. 100 von ihnen waren schwer verletzt – ein Anstieg um fast elf Prozent. In allen Bereichen sei die Tendenz für 2026 bisher rückläufig, so Bölle.

Einzig die Zahl der Verkehrstoten ist gleichgeblieben – sechs Menschen sind auf den Straßen in Freudenstadt gestorben. Die Polizei rechnet mit keiner Veränderung für das laufende Jahr.

Fahrradfahrer und E-Scooter beschäftigen die Polizei

Aktuell beschäftige die Polizei laut Bölle vor allem die am stärksten wachsenden Gruppen im Straßenverkehr: Fußgänger und Fahrräder. Aktuelle Untersuchungen aus der Schweiz würden zeigen, dass bei acht von zehn Fahrradfahrern die Unfallursache selbstverschuldet sei.

Ähnlich sehe es auch bei den E-Scootern aus, deren Bereich ebenfalls wachse. Rund 75 Prozent der E-Scooter seien in privater Hand, den Rest machten Leihgeräte aus – diese 25 Prozent seien aber an fast allen Unfällen beteiligt, erklärte er. „Für die, die einen Scooter privat kaufen, ist er ein Verkehrsmittel, für alle anderen ein Vergnügungsgerät.“ Er appellierte, Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Ein Helm und eine angepasste Geschwindigkeit würden die Sicherheit drastisch erhöhen.

Poser werden in Freudenstadt zum Problem

Zu einem anderen Phänomen, dass in Freudenstadt immer mehr auffällt, äußerte sich Günter Braun (SPD). Es seien immer mehr Poser in der Stadt unterwegs, besonders auf der Stuttgarter Straße. „Ich dachte bei uns ist heile Welt.“

Bölle versicherte: Das Freudenstädter Revier sei „sehr sensibel“ an der Sache dran. Die Autos seien aber mittlerweile so umgebaut, dass man nur schwer erkennen könne, was erlaubt ist und was nicht, so Bölle weiter. Dazu brauche es spezialisierte Polizeikräfte. Was bleibt, seien regelmäßigere Kontrollen.