115 Verkehrsunfälle hat es im Jahr 2024 in Haiterbach gegeben. Foto: benjaminnolte - stock.adobe.com

Ursachen, Altersgruppen und Unfallstellen: Polizeihauptkommissar Hubert Kreidler aus Haiterbach präsentiert die Verkehrsunfallstatistik des vergangenen Jahres 2024.

Mittwochmorgen um 6 Uhr im Januar ist nach der Verkehrsunfallstatistik von Haiterbach mutmaßlich eine schlechte Zeit. Doch warum? Wo passieren die meisten Verkehrsunfälle? Wer verursacht sie? Auf diese Fragen gibt Polizeihauptkommissar Hubert Kreidler aus Haiterbach Antworten.

 

Insgesamt 115 Unfälle haben sich im vergangenen Jahr in Haiterbach ereignet – das sind 21 mehr als im Jahr 2022. Bei 17 davon gab es Personenschäden. Dabei geht es um Unfälle, bei denen mindestens eine Person verletzt wurde.

Bei einem Großteil der Ereignisse – insgesamt 73 – ging es um sogenannte Verwarngeldunfälle, erklärt Kreidler. Das sind leichte Verkehrsunfälle, bei denen am Unfallort ein Verwarnungsgeld gezahlt wird, um ein aufwendiges Bußgeldverfahren zu vermeiden.

November bis April passieren die meisten Unfälle

Generell könne man sagen, dass in der Zeit von November bis April die meisten Unfälle passieren, so Kreidler. Typische Zeiten seien vor allem mittwochs zwischen 6 und 8 Uhr sowie zwischen 15 und 17 Uhr. In den späten Herbst- und Wintermonaten kommt es zudem vermehrt aufgrund von Nässe zu rutschigen oder glatten Straßen – auch das erhöht die Unfallwahrscheinlichkeit. Am wenigsten Unfälle passieren dagegen an Sonntagen im August.

Beteiligt waren überwiegend Personenkraftwagen – kurz Pkw. Insgesamt 107 Autos, 19 Lkws, vier Motorräder, drei Fußgänger und zwei Radfahrer waren im Jahr 2024 in Unfälle verwickelt. 21 Verursacher begingen anschließend Unfallflucht. Die Analyse ergab, dass 18 Personen leicht und vier schwer verletzt wurden. In drei Fällen waren die Fahrer alkoholisiert.

Am meisten Unfälle werden von den 50 bis 55-Jährigen verursacht

Verursacht wurden 27 Unfälle von jungen Fahrern im Alter von 18 bis 25 Jahren, 18 von Senioren ab 65 Jahren. Mit Abstand die meisten Unfälle gehen jedoch auf die Altersgruppe der 50- bis 55-Jährigen zurück – sie verursachen fast doppelt so viele Unfälle wie alle anderen Gruppen. „Das ist interessant, oft meint man, es wären die Senioren oder jungen, unerfahrenen Fahrer“, sagt der Hauptkommissar. Gleich danach folgt die Altersgruppe der bis 35-Jährigen.

Häufige Unfallursachen sind Abbiegen und Rangieren. Oft kommt es aber auch durch Vorfahrtsverstöße oder zu hohe Geschwindigkeit zu Zusammenstößen.

Ähnlich war es auch bei einem Unfall im Juni des vergangenen Jahres: Auf einer Landstraße versuchte ein Autofahrer, einen Traktor zu überholen, der allerdings abbiegen wollte. Beide Personen im Auto wurden schwer verletzt. Der Sachschaden betrug 40.000 Euro.

Eine Kreuzung an der Landstraße L354/L353 in Richtung des Industriegebiets sei sogar schon als Unfallhäufungsstelle eingestuft worden, berichtet der Polizeihauptkommissar. Im vergangenen Jahr seien dort glücklicherweise kaum Unfälle passiert. Warum genau, könne er nicht sagen: „Manchmal ist das auch einfach Zufall“, erklärt er.