Eine Scheune brannte im Mai in Ergenzingen. (Archivbild) Foto: Klaus Ranft

Schwere Brände, schlimme Unfälle und Hochwasser: Ein Rekordjahr, was die Feuerwehreinsätze betrifft hatte die Abteilung Stadtmitte zu meistern – sie rückt in der gesamten Innenstadt aus und ebenso Überland – bis hin zur viel befahrenen B 28.

24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr sind Feuerwehrleute für die Bevölkerung da – sie löschen, bergen und schützen. Auch die freiwillige Feuerwehr ist mit 68 aktiven Feuerwehrmännern und Frauen für die Rottenburger Bürger da um im Notfall aus Gefahren zu retten und um Brände zu löschen.

 

Abteilungskommandant Markus Jung gab einen umfangreichen Jahresbericht 2024 ab, zudem wurde er mittels geheimer Wahl der anwesenden 44 Feuerwehrleute im Amt als Kommandant für die Feuerwehr Stadtmitte bestätigt.

Die Dramatik vieler Einsätze wird deutlich Anhand einer Beamershow mit Fotos aus den alarmierten Einsätzen wurde die Dramatik einiger Brände oder Verkehrsunfälle deutlich. Zerstörte Autos sind hier an der Tagesordnung und kein Einzelfall, und auch bei den Bränden mussten die Feuerwehrleute viel bewältigen.

Großbrände und Rettung So gab es drei Großbrände, drei Mittelbrände, 18 F2-Kleinbrände und 22 F1-Kleinbrände. 61 Mal wurde die Feuerwehr zu Brandmeldeanlagen und auch zu Fehlalarmen gerufen – hier wurde auch alarmiert, wenn etwa ein Rauchmelder gepiepst hat und Nachbarn die Feuerwehr gerufen haben.

Ein schlimmer Unfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich auf der L 372. (Archivbild) Foto: Nowotny

166 Technische Hilfeleistungen waren zu bewältigen, davon wurde die Wehr 101 Mal zu Einsätzen zur Menschenrettung alarmiert. Fünf Menschen konnten leider nur noch tot geborgen werden, führte Jung in seinem Jahresbericht aus. Drei Schadensereignisse führte der Abteilungskommandant näher aus.

Brand in Ergenzingen – Feuerwehr acht Stunden gefordert So brannte am 6. Mai gegen 17 Uhr eine Scheune in Ergenzingen – die erste Lagemeldung kam bereits auf der Fahrt dorthin – es handelte sich um einen Groß- und Vollbrand.

Vollbrand einer Scheune

Daraufhin wurde die Abteilung Seebronn und das LF 20 der FFW Stadtmitte nachalarmiert. „Beim Eintreffen unserer Feuerwehrleute bestätigte sich der Vollbrand einer Scheune mit angrenzendem Wohnhaus.“

Ehrungen und Beförderungen bei der Feuerwehr Rottenburg-Stadtmitte Foto: Baum

Kurze Zeit später seien 25 Fahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes vor Ort gewesen. Es gab einen umfassenden Außenangriff, wobei die starke Rauchentwicklung zu einem großen Atemschutzverbrauch führte und der AB-Atemschutz aus Tübingen benötigt wurde. Zudem habe der starke Rauch zu einem weiteren Einsatz in einem Supermarkt in Ergenzingen geführt.

Letztendlich wurde nach dem groben ablöschen die Scheune mit einem herbei gerufenen Bagger abgerissen und das gelagerte Stroh aus dem Gebäude gebracht. Nach rund acht Stunden konnten bis auf eine Brandwache alle Kräfte wieder einrücken. Es stellte sich später heraus, dass vier Kinder gezündelt hatten.

Hochwasser im Juni Anfang Juni dann gab es einen Hochwassereinsatz in Dettingen für mehrere Abteilungen der Rottenburger Gesamtwehr. Insgesamt seien an jenem Samstag und im Laufe des Sonntags über 30 Paletten Sandsäcke an verschiedene Abteilungen ausgeliefert worden.

Ein Hochwasser beschäftige die Feuerwehr im Juni 2024. (Archivbild) Foto: Nowotny

Darüber hinaus wurde die Abteilung Bieringen beim Aufbau eines provisorischen Dammes von der Feuerwehr Stadtmitte unterstützt.

Schlimmer Unfall mit tödlichen Folgen Nach diesem Hochwassereinsatz am 1. und 2. Juni gab es kein Ausruhen für die Wehr – denn am Morgen des 3. Juni wurde die FFW Stadtmitte zu einem schweren Verkehrsunfall auf der L372 Richtung Wurmlingen alarmiert.

Auto frontal auf einen Baum geprallt

In kurzer Folge rückten vier Feuerwehrfahrzeuge aus. Beim Eintreffen zeigte sich, dass ein Auto frontal auf einen Baum geprallt war.

Seit vergangenem Jahr ist der ehemalige hauptamtliche Kommandant der Rottenburger Gesamtwehr, Sebastian Raudszus Kreisbrandmeister (von links). Daneben Oberbürgermeister Stephan Neher sowie Erster Bürgermeister Hendrik Bednarz. Rechts im Bild ist Marian Meyer als Nachfolger von Raudszus. Foto: Baum

Die Besatzung des Vorausrüstwagens übernahm die Befreiung des eingeklemmten Fahrers. Bei der Beifahrerin konnte allerdings nur noch der Tod festgestellt werden. Der Fahrer wurde mit schwerem Gerät aus dem Fahrzeug befreit und an den Rettungsdienst übergeben. Auf dem Radweg wurde eine Fahrradfahrerin von umherfliegenden Teilen getroffen und leicht verletzt – auch sie kam ins Krankenhaus. Ein Sichtschutz wurde installiert, um den zu Fuß gehenden Schülern diesen schrecklichen Anblick der Unfallstelle zu ersparen.

Fakten und Infos rund um die Feuerwehr Rottenburg

Einsätze
 Man kann eine stetige Steigerung der Einsatzzahlen seit 2022 beobachten – waren es 2022 noch 196 Einsätze, steigerte sich dies auf 268 im Jahr 2023. Markus Jung berichtete für das Jahr 2024 von 273 Einsätzen der Feuerwehr Stadtmitte. Davon waren 107 Brandeinsätze und 166 technische Hilfeleistungen.

Übungen
 Abgesehen vom umfangreichen Einsatzpensum gab es noch 17 Regel-Übungen sowie mehrere Sonderübungen, zudem 16 Brandsicherheitswachen. Brandschutzerziehung an Schulen und für Kindergärten waren ebenfalls eine wichtige Aufgabe der Wehr. Die Führungsspitze hatte zudem 7 Ausschusssitzungen mit vielfältigen Themen.

Jugend
Der Jugendfeuerwehr gehören derzeit 23 Jugendliche an – es gab sieben Neuaufnahmen.

Der Neue
Marian Meyer, der als hauptamtlicher Feuerwehrkommandant von Rottenburg seit Oktober im Amt ist, erklärte, dass er sich gut eingelebt hat. In Rottenburg stünden bei der Feuerwehr derzeit viele Themen an. Er sehe sich und die Feuerwehr auf der „Zielgerade, es kommen aber sicher noch ein paar Kurven“. Er sei guter Dinge – auch was den digitalen Einsatzstellenfunk angehe. Doch es sei „nicht nur damit getan, die Geräte zu kaufen“ – es müsse vorangehen, dass diese auch endlich zum Einsatz kommen können

Der Alte
Kreisbrandmeister Sebastian Raudszus – Vorgänger von Marian Meyer – erklärte, er habe sich in seiner neuen Aufgabe im Landratsamt Tübingen gut eingelebt – eine Zeit lang hatte er als hauptamtlicher Kommandant für Rottenburg und als Kreisbrandmeister gleich zwei Ämter inne. In Rottenburg fühle er sich immer noch daheim – und er lobte das Landkreisteam der Feuerwehr, die mit einem Projekt einen Förderpreis bekommen haben.