45 Personen sind 2025 bei Verkehrsunfällen verletzt worden. Elektromotoren steigern die Gefahr, wie aus der Unfallstatistik von Grenzach-Wyhlen hervorgeht.
Die Gefahr von elektrisch angetriebenen Tretrollern, sogenannten E-Scootern, wird weiterhin von Kindern und Eltern zu stark unterschätzt. Aber auch die weiterhin wachsende Beliebtheit von motorisierten Fahrrädern, Pedelecs, sorgt für steigende Fallzahlen in der Unfallstatistik. Insgesamt wurden 230 Verkehrsunfälle im Jahr 2025 aktenkundig. Dabei wurden 45 Menschen verletzt, darunter neun Personen schwer.
Rekordrad mit 87 km/h
Nach 35 Verletzten im Jahr 2023 und 51 Verletzten im Jahr 2024 blieb die Zahl im vergangenen Jahr weiterhin auf hohem Niveau. Wie Rheinfeldens Revierleiter Spencer Diringer ausführte, seien die Fallzahlen im laufenden Jahr im Hinblick auf Unfälle von Kindern und Jugendlichen auf E-Scootern bereits sehr hoch.
Vor allem die Verstöße, zu zweit auf den Fahrzeugen zu fahren und ohne Helm auf Geräten unterwegs zu sein, die offiziell erst ab 14 Jahren genutzt werden dürfen, stimmen die Behörde bedenklich. Hier hinke die Gesetzgebung hinterher, und die Möglichkeiten der Prävention hätten ihre Grenzen. „Wir mussten für ein Mofa einen Führerschein machen und den Helm tragen“, erinnerte Diringer an die Gesetzgebung für Leichtkrafträder. Diese Regelungen fehlen weiterhin für Pedelecs. Hier gibt es lediglich eine technische Begrenzung auf 25 Kilometern pro Stunde, die aber mit wenig Kenntnissen umgangen werden kann. „Unser Spitzenreiter brachte 87 Sachen auf den Tacho“, gab der Revierleiter einen Einblick in die Polizeiarbeit.
Wie diese Manipulationen sind auch die 63 Unfallfluchten im Gebiet Grenzach-Wyhlen deliktrelevant. Positiv sei, dass zumindest keine Unfallschwerpunkte 2025 identifiziert wurden. Zu den Hauptursachen nannte die Polizeistatistik überhöhte Geschwindigkeit, Missachten der Vorfahrt und überraschender Weise Fehler beim Überholen.
Senioren auffällig
Auffällig seien Fahranfänger und Senioren gewesen. Aber auch bei den verunglückten Kindern habe es eine signifikante Steigerung gegeben. Hier sei die Kombination aus fehlenden oder nachlassenden Reflexen und den Elektroantrieben problematisch.
Nach dem ersten auffälligen Anstieg der Unfallzahlen von elektrisch betriebenen Kleinstfahrzeugen 2023 und der Vervierfachung der Zahlen in 2024 sieht die Polizei Handlungsbedarf. Sie wird an geeigneten Stellen im Jahresverlauf mit Kontrollen präventiv werden, kündigte Spencer Diringer an. „Im ersten Quartal haben wir bereits 112 Verstöße registriert. Fehlende Haftpflichtversicherung, Handynutzung, Alkohol- oder Drogeneinfluss wurden festgestellt. Wir wissen wo wir kontrollieren müssen.“
Gesetzgeber soll handeln
Die Fraktionen zeigten sich einig, dass hier der Gesetzgeber intervenieren müsse durch die Einführung einer Helm- und Führerscheinpflicht. Hier stimmte Diringer zu und verwies darauf, dass die Polizei in der Verkehrserziehung zumindest die Helmempfehlung konsequent ausspreche.