Michelle Bachelet reist nach China. Foto: AFP/FABRICE COFFRINI

Michelle Bachelet, die UN-Kommissarin für Menschenrechte, reist nach Xinjang, wo diese Rechte besonders gefährdet sind. Das ist für alle Beteiligten riskant, kommentiert Christian Gottschalk. Für manche mehr als für andere.

Die Indizien dafür, dass China in seiner Provinz Xinjang die Menschenrechte der dort lebenden Bevölkerung grob missachtet und Tausende von Uiguren in Lagern gefangen hält, sind erdrückend. Dass Peking nun ausgerechnet der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte eine Reise in diese Gegend erlaubt, scheint daher verwunderlich. Ganz ohne Risiko ist der Trip für die Machthaber in Peking auch nicht. Allerdings: für Michelle Bachelet ist die Fahrt in Chinas Westen weitaus riskanter.

 

Lebendige Metropolen

Bachelet wird sehen, was sie sehen soll. Man kann die Städte Kashgar und Ürümqi durchaus besuchen und dabei lebendige Metropolen mit viel Diversität erkennen. Muslimische Märkte mit Lokalkolorit, glückliche Menschen.

Die Lager, die auf Satellitenbildern dokumentiert worden sind, liegen abseits – und da bleiben sie auch für die Augen der Reisegruppe vermutlich auch. Sich frei zu bewegen ist schwer, wenn die Übersetzer beim Geheimdienst angestellt sind – und der Hinweis im Raume steht, dass die Corona-Bestimmungen den ein oder anderen Schritt zur Seite nicht zulassen. Was Michelle Bachelet in der Region gleichwohl sehen kann, das ist eine enorme Polizeipräsenz. Das ist aber nichts Neues.