Die Sitzbänke sind leer – Hula Mula hat die Schwenninger Innenstadt verlassen und zieht nach Singen. Foto: Marc Eich

Neuer Leerstand in der Schwenninger Innenstadt: Das Café Hula Mula zieht sich zurück. Statt eines geplanten Umzugs nach Villingen geht es nun nach Singen. Das sind die Gründe.

Eine wechselvolle Handels- und Gastrogeschichte hat Mike Lorenz in den vergangenen rund zehn Jahren in Villingen-Schwenningen hinter sich – nun zieht der 36-Jährige einen Schlussstrich unter sein Engagement in der Doppelstadt. Sein Café Hula Mula hat die Schwenninger Innenstadt bereits zum November verlassen.

 

In der Villinger Innenstadt hatte sich Lorenz mit seinem Concept Store „Moos“ in der Oberen Straße einen Namen gemacht, den er 2015 eröffnete. Dort verkaufte er nicht nur Herrenmode, die er teils selbst designt hatte, sondern auch seinen eigens entworfenen Energydrink „Greenus“.

Drei Jahre später, 2018, ging es für die Boutique ins City-Rondell nach Schwenningen. Nach nicht einmal einem Jahr brach er dort jedoch die Zelte ab und verabschiedete sich zudem aus der Modebranche. Die Affinität für Getränke blieb, und so ging es 2019 in die Neckarstraße – der Startschuss für „Hula Mula“ mit Kaffee und Smoothies im Angebot war dort geglückt.

Der nächste Wechsel von der Neckarstraße in das alte Postgebäude in der Friedrich-Ebert-Straße im April 2022 wird der letzte Umzug von Mike Lorenz in VS gewesen sein. Geschäftlich zieht sich der gebürtige Villinger aus VS zurück. Vor einiger Zeit hat sich der Unternehmer bereits mit einer möglichen Verlängerung des Mietvertrags in Schwenningen befasst – die Situation in der Neckarstadt hat schließlich dazu geführt, dass er sich dagegen entschied.

Frequenz in Schwenningen hat nachgelassen

„In Schwenningen hat zuletzt ein Laden nach dem anderen zugemacht“, so Lorenz. Das City-Rondell sorge nur noch für wenig Frequenz, der Sport Müller habe schon längst geschlossen und auch das Studentenleben in der Stadt habe sich gewandelt. „Durch den Online-Unterricht sind weniger Studenten vor Ort, viele sind durch das veränderte Ausgehverhalten nicht mehr unterwegs.“

Kurzzeitig liebäugelte er mit einem Umzug in die Art Factory in Villingen. Im Erdgeschoss des schick zum Gewerbepark umgebauten Firmengebäudes stand eine Fläche zwischen dem Macarons-Shop von Oni&Lu sowie dem geplanten Designerladen von Art-Factory-Geschäftsführerin Badiah Ihlenfeld zur Verfügung. Unter anderem eine nur geringe Zahl von Parkplätzen habe aber dazu geführt, die Pläne zu verwerfen.

Unterstützung durch die Stadt Singen

Stattdessen geht es – nachdem 2020 noch ein zusätzlicher Standort in Tuttlingen eröffnet und die Angebotspalette mit Speisen deutlich erweitert wurde – nun nach Singen. Noch in diesem Monat soll dort die Neueröffnung stattfinden. Was hat den Ausschlag für die Stadt am Hohentwiel gegeben? „Singen ist stark am Wachsen, es gibt auch einige Touristen“, so Lorenz. Er schätze zudem, wie in Tuttlingen, die Unterstützung durch die Stadtverwaltung.

In VS habe man es dem Unternehmer im Gegensatz dazu teilweise schwer gemacht. „Es waren über die zig Jahre viele Kleinigkeiten, die mich gestört haben“, so der 36-Jährige. Schweren Herzens kehrt er der Doppelstadt deshalb den Rücken. Leicht fällt dies Lorenz nicht („Ich wohne ja auch noch in Villingen“), die Entscheidung gegen VS ist jetzt aber gefallen. Nach mehr als zehn Jahren ist dieses Kapitel nun beendet.