Für rund 60 Senioren stand am 17. Dezember ein aufregender Tag bevor: Sie zogen in die neuen Räume im Herzen der Stadt. Wie haben sich Bewohner und Personal eingelebt?
Es war ein Tag, der im Ettenheimer Caritashaus St. Marien große Vorfreude, mit Sicherheit aber auch die ein oder andere Sorgenfalte bereitete: der 17. Dezember. Vor genau einem Monat hieß es für Mitarbeiter und Senioren, von der gewohnten Umgebung Abschied zu nehmen und in den Neubau in der Altstadt zu ziehen. Für das Personal bedeutete das einen völlig neuen Arbeitsplatz, für die Bewohner dagegen eine neue Lebensumgebung.
„Für die betagten Menschen war der Umzug eine aufregende Angelegenheit“, erklärt Ilka Döring, Pressesprecherin des Caritasverbands Lahr, auf Nachfrage unserer Redaktion. Das Pflegepersonal habe den Transfer jedoch durchgängig begleitet und den Bewohnern dabei geholfen, der Nervosität zu begegnen. „Im Großen und Ganzen herrschten gute Laune, eine gespannte Vorfreude und Aufbruchstimmung“, erklärt sie. Zumal der Umzug sorgfältig geplant und vorbereitet worden war. „Den Großteil aller persönlichen Habseligkeiten hatten die Helfer bereits im Vorfeld von Ettenheimmünster nach Ettenheim verbracht, sodass die Bewohner mit Handgepäck reisten“, so Döring. Innerhalb drei Stunden habe man alle knapp 60 Senioren mit barrierefreien Kleintransportern in ihr neues Domizil gebracht.
„Die Bewohner haben sich gut in den neuen Räumen eingelebt“, beschreibt Döring die Lage exakt 31 Tage nach dem Umzug. Unterschiedliche Farbkonzepte zwischen den Wohngruppen und individuelle Türschilder, die von Schülern des städtischen Gymnasiums gestaltet wurden, helfen den alten Menschen bei der Orientierung. Am Tagesrhythmus habe sich indes nichts geändert. „Besonders wichtig ist, dass die vertrauten Ansprechpersonen erhalten geblieben sind. Die persönlichen Beziehungen zu den Pflegern und Mitbewohnern geben den Senioren Stabilität und Sicherheit“, weiß Döring. Besonders zu schätzen wissen sie die zentrale Lage in Ettenheim. Die meisten sind eingeschränkt mobil. „Nun können sie Spaziergänge mit Angehörigen oder alleine unternehmen und sind schnell wieder in ihrem bekannten Umfeld“, erklärt die Pressesprecherin.
Die Senioren scheinen also gut „Auf den Espen“ angekommen zu sein. Und wie ist die Stimmung innerhalb der Belegschaft? „Das Personal hat anstrengende Wochen hinter sich und viele sind etwas erschöpft. Doch die Stimmung ist gut und die Fachleute freuen sich über moderne Pflegehilfsmittel sowie Rückzugsräume für Pausen“, beschreibt Döring die Situation in den Personalräumen.
Die erstenAnlaufschwierigkeiten wurden überwunden
Ein weiterer Vorteil: Für viele habe sich der tägliche Arbeitsweg verkürzt. „Die größte Veränderung besteht darin, dass sich die Teams teilweise neu formiert haben, da neue Kollegen – unter anderem aus Seelbach – zum Team gestoßen sind oder dies in nächster Zeit noch tun werden.“ Erste Anlaufschwierigkeiten seien mittlerweile überwunden. Demnach sei es kurz nach dem Umzug zu technischen Schwierigkeiten gekommen. Döring beschreibt: „Da die Pflegedokumentation digital erfolgt, ist ein stabiles und sicheres Netzwerk erforderlich. Diese Probleme konnten innerhalb der ersten zwei Wochen vollständig behoben werden.“
Der Alltag hat sich offenbar mittlerweile im neuen Haus eingependelt. Nur um den Neubau herum steht noch einiges an Arbeit an. „Der Außenbereich ist noch von den Bautätigkeiten geprägt. Im Frühjahr wird hier ein schöner Garten inklusive Mitmachbereich entstehen“, blickt Döring voraus. Auch ein digitaler Infokanal soll in nächster Zeit in Betrieb gehen. Über diesen können sich die Bewohner direkt am TV-Gerät über Aktivitäten, Speisepläne oder das Wetter informieren.“
Info – Die Einrichtung stellt sich vor
Im Rahmen der Ettenheimer Gewerbeschau „Drive“ am 22. März öffnet das Caritashaus St. Marien Ettenheim seine Türen für Besucher. Dabei besteht die Möglichkeit, sich einen Eindruck über die Angebote zu verschaffen und an einem Rundgang teilzunehmen. Mit Rücksicht auf die Privatsphäre der Bewohner sind die Plätze auf je 15 Teilnehmer begrenzt. Interessierte werden gebeten, sich im Vorfeld verbindlich im Internet unter www.caritas-lahr.de anzumelden.