Den großen Fasentumzug mit 47 Zünften und rund 2200 Hästrägern verfolgten Hunderte von Zuschauern. Foto: Kiryakova

Seit der Aufstellung des Narrenbaums gibt es kein Halten mehr in Seelbach. Nach zwei Jahren Pause boten 47 Zünfte beim großen Umzug ein farbenfrohes und ausgelassenes Spektakel.

Mit einem lautstarken „Narri, Narro“ eröffnete die Seelbacher Eulenzunft am Samstagvormittag offiziell die Fasnacht. Um letzte Zweifel an den Machtverhältnissen auszuräumen, wurde in der Kirchstraße gut sichtbar der traditionelle Narrenbaum aufgestellt. Zwölf Zimmermänner und eine Zimmerfrau stemmten die reich geschmückte Fichte unter den Augen zahlreicher Zuschauer in die Höhe.

 

Anschließend wurde der Geist des Geheimrates Dr. Philipp Carl Edler von Schmidt zu Dautenstein aus seinem dunklen Flaschenverlies befreit. Monate hatte er dort in geistiger Einzelhaft verbringen müssen. Bis zur Nacht auf Aschermittwoch darf er nun wieder frei walten, bevor er traditionsgemäß zurück in seinem Verlies verbannt wird. Ob während dieser Regentschaft alles besser wird, bleibt fraglich – fröhlicher wird es aber garantiert. Auch der Bürgermeister ergab sich samt Gemeindekasse kampflos den Narren. Ob diese gut gefüllt war, darüber wurde allerdings nichts bekannt.

Am Abend ging der närrische Ausnahmezustand beim Zunftabend im Bürgerhaus nahtlos weiter.

Eröffnet wurde der Abend mit dem Einmarsch der Eulen und Schägenesthexen, angeführt von Erich Himmelsbach und musikalisch begleitet von der Showband des Musikvereins. Durch das Programm führten charmant und schlagfertig Silvia Franke und Sigrid Schnurr, die Frank Schwörer ablöste. Für einen Stimmungshöhepunkt sorgte Carsten Petersen, der „Griechischer Wein“ kurzerhand in ein Loblied auf die Seelbacher Fasent verwandelte.

Es folgten die Kindershowtanzgruppe der Eulenzunft als Raumfahrer – unterstützt von einigen „erfahrenen Astronauten“, sprich älteren Narren, was beim Publikum besonders gut ankam, Rollanda (Yolanda Schmidt-Thomée), die Schiebebube mit Clemens und Wolfgang Gür sowie das Männerballett der Kuhbacher Kühe unter der Choreographie von Sandra Grether.

Tänzerisch wurde es mit dem Hexentanz der Seelbacher Hexen sowie dem Männerballett der Eulen, beide choreographiert von Melanie Pferrer. Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzten Hannah und Chiara Klumpp mit ihrer singenden Bütt.

Der Sonntag hat bereits am Vormittag mit ausgelassenem Feiern im Narrendorf im Klostergarten begonnen. Bei strahlendem Sonnenschein und bester Stimmung sammelten sich Narren und Besucher, bevor sich die Hästräger auf den Weg machten. Anschließend zog der Narrenzug durch die Hauptstraße, gesäumt von unzähligen Zuschauern, die begeistert mitfeierten. Rund 2200 Hästräger aus insgesamt 47 Zünften zogen durch Seelbach und sorgten für ausgelassene Stimmung.

So geht’s weiter

Schmutziger Dunnschdig am 12. Februar:Rathaussturm und Hemdglunkerumzug Fasentfriddig am 13. Februar: Schnurren in den Seelbacher Wirtschaften Fasentsomschdig am 14. Februar: „Gizzig singen“ und „Kaffeewieberklatsch“ Fasentsunndig am 15. Februar: Karbatschenschnellen, anschließend Narrenmesse Fasentzischdig am 17. Februar: Pflug- und Kinderumzug; später: Fasentverbrennung