Erfahrungsgemäß sind die Heinstetter Boscha-Hexa immer bei den Ersten, die auf dem Heuberg in die fünfte Jahreszeit starten. Auch dieses Jahr.
25 Gruppen zogen am Samstag zur schaurig-schönen Abendstunde im traditionellen Nachtumzug durch den Meßstetter Teilort. Dass es dicke Flocken schneite und die Kälte klamm unter die dicken Klamotten kroch – geschenkt! Ein echter Narr kennt kein schlechtes Wetter.
Es war ein stilechter Beginn der Fasnet, die manchem eingefleischten Fan wohl ohnehin zu kurz sein dürfte. Die Boscha-Hexa führten den närrischen Lindwurm an, gefolgt vom Musikverein Heinstetten. Denn was wäre ein Fasnetsumzug ohne die passende musikalische Begleitung?
Traditionell mit am Start: die Narrenvereinigung Hau-Giebel, ebenfalls in Heinstetten daheim. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgten wieder die Nota-Kratzer aus Hartheim. Gute Nachbarn sind einfach etwas wert.
Erwartungsgemäß fiel das heimische Heinstetter Hexengrüppchen im Umzug etwas kleiner aus als sonst. Die meisten Mitglieder hatten Dienst in der Halle oder entlang der Umzugsstrecke. Sie hatten Hexa-Häs mit Schurz oder Wetterjacke getauscht.
Schabernack mit den Zaungästen am Straßenrand
Das tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch. Gruppe um Gruppe zog durch die nächtlichen Heinstetter Straßen – was für ein fröhliches Spektakel. Die verschiedensten Narren waren wieder gekommen – egal ob aus Bad Saulgau, Königsheim, Lustnau, Göggingen oder dem benachbarten Schwenningen. Alle waren mit vollen Taschen auf dem Heuberg gereist. Die wartenden und verkleideten Kinder bekamen Bonbons, Schokolade oder einen Lolli. Dazu gab es viel Konfetti, Luftschlangen und Radau aus großen Boxen. Die Hexen, Kohlhaldaweible oder Kalkweildämonen trieben Schabernack mit den Zaungästen am Straßenrand.
Man versteckte Mützen und Schals oder zauberte Süßigkeiten herbei. Es war ein lustiges Völkchen, das auf des Heubergs Höhen sein Unwesen trieb. Nicht einmal der stattliche Wintereinbruch stoppte die gute Laune.
Feier in der Festhalle
Außerdem verköstigten die Heinstetter ihre Besucher mit Glühwein, Getränken oder der obligatorischen „Roten“ im Weckle. Nach dem Umzug wurde in der Festhalle viele Stunden lang weitergefeiert – mit einem bunten Programm aus Brauchtum, Tanz und Musik.