Mit gewaltigen Böllerschüssen und viel Qualm startete der Halbmeiler Umzug. Trotz nasser Wolke Sieben säumten unzählige Narren die Hauptstraße.
Trotz seinem liebevollen Motto „Halbmeils Fasnet zum Verlieben, ein jeder schwebt auf Wolke sieben“ startete der Halbmeiler Fasnetsumzug am Samstag mit gewaltigen Böllerschüssen und reichlich Qualm – vom Regenwetter ganz zu schweigen. Aber für solche Details hatten die unzähligen Zuschauer entlang der Halbmeiler Hauptstraße keine Zeit, denn ab Punkt 15.15 Uhr ging’s Schlag auf Schlag.
Angeführt vom gewohnt streng blickenden Narrenpolizisten, fuhren die Halbmeiler Narrengotti und Narrengetti in dem Sauwetter ihre Narrenkinder Erna und Willi spazieren, dicht gefolgt von der schmetternden Narrenkapelle Halbmeil und den Pechbrennerhexen, die fleißig ihr giftig dampfendes Hexensüppchen anrührten. Eine Gruppe erbarmte sich des liebevollen Fasnetsmottos und verschenkte pünktlich zum Valentinstag rote Rosen. Der versprochenen Wolke Sieben voran marschierte eine Wolke Acht auf. Die ihr folgende, riesige Wolke Sieben wollte statt des erhofften Biers nur pures Wasser regnen.
Schlange der Kaffeetanten war scheinbar endlos
Mit Heidenlärm, in akkuratem Zickzack-Kurs und mit unwiderstehlichem Trommelwirbel marschierten die zahllosen weiß gewandeten Trommler auf und standen für die schier endlose Schlange der herantänzelnden Kaffeetanten artig Spalier.
Grimmig nahmen die Schiltacher Egehaddel und die Narrenzunft Weigheim mit Unmengen an Konfetti ihre Opfer ins Visier. Mit kobaltblauem Rauch hüllten sich die Schenkenzeller Kobalthexen und die Dorfbätscher ein. Die Wustele-Geister aus Schenkenzell machten ihrem Namen alle Ehre und wuschelten den Zuschauern kräftig durch die Frisuren.
Angst und Schrecken versuchten die Wächterhexen Hinterlehengericht zu verbreiten, was den grausigen Beiabsägern Hofier umso besser gelang. Die Vorderlehengerichter Schrofenhexen erschreckten allein schon durch ihr gruseliges Erscheinungsbild, ebenso wie die Hausacher Dämonen.
Mit den lautstarken Schenkenzeller „Los Cravallos“ und, ganz zum Schluss, den Schenken- sowie den Bergtal-Hexen ging der närrische Umzug nach gut einer Stunde zu Ende.
Viele der Narren begaben sich dann anschließend ins Narrendorf, um dort für den abendlichen Einsatz beim Preismaskenball Kräfte zu sammeln.