Zahlreiche Zuschauer verfolgen den großen Donaueschinger Fasnetsumzug. Foto: Roger Müller

Großer Umzug durch Donaueschingen am Fasnet-Sunntig. Insgesamt sind 69 Gruppen mit auf den Straßen. Mottowagen thematisieren lokale Reizthemen.

Er ist jedes Jahr einer der Höhepunkte der Fasnet: Der Sonntagsumzug. Hoch im Kurs stand in diesem Jahr – aus Sicht der Narren – das in der Bevölkerung eher weniger beliebte Verkehrskonzept in der Innenstadt vom vergangenen Sommer. Oder trafen sie damit schlicht den Nerv der Bevölkerung? Die Narrenzunft Frohsinn tuckerte jedenfalls kurzerhand mit einer „Straßenbahn“ durch die Innenstadt. Vielleicht ist das ja das Donaueschinger Verkehrskonzept der Zukunft.

 

Auch die Gaudigruppe aus Allmendshofen zeigte sich wenig „amused“ von Dauerbaustellen und Umleitungen. Als „Bregpiraten“ schipperten sie mit einem Schiff auf der Breg und steuerten symbolisch einzelne Haltestellen an. Nicht fehlen durfte der Mottowagen der Fürstenberg-Brauerei. Neben dem Schloss entsprang dem Quelltopf dabei nicht nur die Donau, sondern auch eine überdimensionierte Flasche Fürstenberg. Ein augenzwinkernder Verweis auf die lokale Brautradition.

Thema Realschulneubau

Die DJK thematisierte den Realschulneubau samt Aus- und Einzug, der bekanntlich etappenweise erfolgt. Rätselhaft blieb lediglich das falsch geschriebene „z“ auf dem Mottowagen. War es Absicht oder Rechtschreibschwäche? Die Sieben Plätz Hexen aus Allmendshofen wiederum machten auf den fehlenden Weihnachtsmarkt aufmerksam und zwar stilecht mit bunt geschmückten Weihnachtsbäumen, Weihnachtsmann-Kostümen und „Last Christmas“ aus den Lautsprechern.

Auch das CHI-Reitturnier, einst Prestigeveranstaltung, wurde thematisiert. Angesichts einer ungewissen Zukunft erinnerten die Narren an glanzvollere Zeiten. Den Reigen der Mottowagen beschlossen die Kirchenbankrutscher mit ihrem Motto zum ersten Narrenbaumloben am Tag nach dem Schmutzigen Dunnschtig, dem sogenannten „Kopfwehfreitag“. Pointierte Transparente, gereimte Seitenhiebe und musikalische Einlagen sorgten für Lacher entlang der Strecke.

Musikalische Einlagen

Das Publikum honorierte jede gelungene Pointe mit Applaus, Schunkeln und einem kräftigen „Narro“. Ein kleiner Wermutstropfen blieb dennoch: Nachdem das Strohwerfen schon länger untersagt ist, wurde das Verbot in diesem Jahr auch auf Konfetti und dicke Wachsmalstifte ausgeweitet. Sehr zum Leidwesen mancher Umzugsbesucher, die sich über bunt geschminkte Gesichter freuten. Nicht alle hielten sich jedoch daran, sodass stellenweise doch wieder die gewohnten närrischen Bilder zu sehen waren.