Bei der Suche nach einem neuen Standort für Volkshochschule und Mediathek gibt es eine weitereOption: das Sparkassen-Gebäude in der Schillerstraße. Das Geldinstitut bestätigt Gespräche. Die Frage: Was würde dann aus der alten Post?
Lahr - Der Weg für die riesige Brache in der Innenstadt schien bislang vorgezeichnet: Die Volksbank Lahr als Eigentümerin und die Stadt Lahr als Planerin und potenzielle Nutzerin bekundeten in der Vergangenheit mehrfach den Willen, das gut 4000 Quadratmeter große ehemalige Post-Areal in der Lotzbeckstraße gemeinsam entwickeln zu wollen. Die Rede war stets von der Schaffung eines sogenannten Dritten Ortes, der einen Ausgleich zu Beruf und Familie ermöglichen soll, mit Einzelhandel, Gastronomie, Wohnungen, aber vor allem mit Volkshochschule und Mediathek. Beiden ist es am bisherigen Standort im Haus zum Pflug in der Kaiserstraße längst zu eng geworden. Die zentrale Frage, ob sich die Stadt einen Umzug leisten könnte, soll eine Machbarkeitsstudie beantworten, die der Gemeinderat im April in Auftrag gab.
Nun jedoch tut sich eine neue Möglichkeit auf. Das opulente Sparkassen-Gebäude in der Schillerstraße (siehe Info), nur einen Steinwurf von der alten Post entfernt, "verwaist" seit einigen Jahren zusehends. Immer mehr Bereiche wurden und werden am Hauptsitz in Offenburg zentralisiert, zuletzt Anfang Juli die Firmenkundenberatung. "Es ist richtig, dass mittlerweile einige Büros in Lahr leerstehen", erklärt Sparkassen-Sprecher Klaus Fey auf LZ-Nachfrage – und bestätigt "erste, lose Gespräche mit der Stadt". Diese könnte in Zukunft Mitnutzer des Sparkassen-Baus werden. Denn, so Fey: "Ganz aufgeben werden wir unser Kundenzentrum natürlich nicht."
Im Rathaus sieht man die alte Post weiterhin als Plan A für Volkshochschule und Mediathek. Die offizielle Stellungnahme lässt aber ein Hintertürchen offen: "Alternativen zum Post-Areal sind bislang nicht im Fokus der Stadtverwaltung." Sollte das Projekt finanziell nicht zu stemmen sein, könnte man sich nach LZ-Informationen als günstigere Lösung vorstellen, sich in der Schillerstraße einzumieten.
Pikante Note in den aktuellen Überlegungen: Die Sparkasse besitzt ein 2200 Quadratmeter großes Grundstück im nördlichen Anschluss an das Post-Areal, wo bereits Teile der Stadtverwaltung untergebracht sind, und das in die Neustrukturierungspläne einbezogen ist. Allerdings, ist zu hören, tritt die Sparkasse diesbezüglich immer wieder auf die Bremse. Obschon sie Ende vergangenen Jahres eine gemeinsame Absichtserklärung mit Stadt und Volksbank zur Entwicklung des Gesamt-Geländes unterzeichnet hat.
Für das Post-Areal gäbe es lukrativere Lösungen
Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank, Peter Rottenecker, zeigt sich ob der Gespräche zwischen Stadtverwaltung und Sparkasse entspannt: "Wir können am Ende des Tages mit allen Szenarien leben. Wichtig ist, dass das Projekt alte Post vorankommt und dass wir alle Entscheidungen mit der Stadt treffen." Sollte sich für Volkshochschule und Mediathek tatsächlich ein anderer Platz finden, "würden wir unsererseits den Fokus irgendwo anders hinlenken". Unwidersprochen lässt Rottenecker im Gespräch mit der LZ die Vermutung, dass es für das topgelegene Post-Areal lukrativere Ansiedlungen gäbe als zwei städtische Einrichtungen.
Info: Die Gebäude
Die Sparkasse bezog 1988 ein neues Geschäftsgebäude in Lahr – dafür musste sie nur die Straßenseite wechseln: Von der Schillerstraße 14/16 ging es in die Schillerstraße 11. Zum 1. Januar 2002 fusionierte die Sparkasse Lahr-Ettenheim mit der Sparkasse Offenburg/Ortenau. Zwischen 2009 und 2014 wurde das Sparkassen-Gebäude für insgesamt acht Millionen Euro umfangreich umgebaut und modernisiert. Aktuell ist in Ettenheim ein Neubau geplant. Dort sei man in Gesprächen mit potenziellen Mietern, so Sprecher Klaus Fey.