Der Weiler Buurefasnachtsumzug hat Kultstatus bei vielen Cliquen und Zünften, die jedes Jahr eine lange Anreise in Kauf nehmen. Dieses Jahr wollte er gar kein Ende nehmen.
Statt geradeaus geht es um viele Kurven, durch breite und durch schmale Straßen: Mit ihrer neuen Umzugsstrecke fordert die IG Weiler Straßenfasnacht Cliquen und Zünfte heraus, und es gibt jede Menge Raum für ausgelassenes Spektakel. Zu einem der letzten großen Fasnachtsumzüge der schwäbisch-alemannischen Fasnacht auf deutscher Seite kamen auch in diesem Jahr wieder gut und gern 30 000 Zuschauer.
Narren lassen sich durch Regentropfen nicht stören
Durch ein paar Tropfen Regen, die immer wieder mal vom Himmel fallen, ließen sich die Narren und die Besucher am Straßenrand nicht vom Feiern, Tanzen und allerlei Spitzbübereien am Straßenrand abhalten. Den Anfang des Zugs machte in diesem Jahr die Guggemusik Notehobler im Joker-Kostüm mit kräftigen Klängen und Trommelschlägen. Beobachtet werden sie dabei von der auf der Tribüne am Berliner Platz versammelten Polit-Prominenz jeglicher Parteifarben.
Die Zuschauer haben sich bei dieser zweiten Ausgabe des Buurefasnachtsumzugs mit neuer Streckenführung gleichmäßiger auf die Strecke verteilt. Die Narren lassen sich Zeit, verteilen großzügig Süßigkeiten an die vielen verkleideten Kinder am Straßenrand und gehen mit manchen größeren Zuschauerinnen auch mal enger auf Tuchfühlung.
Auch mit Konfetti wird nicht gespart. In der Hinterdorfstraße im alten Ortskern, in die der Zug nach dem Start am Berliner Platz bei der Kreuzung am Läublinpark abbiegt, säumen Tausende Zuschauer in mehreren Reihen hintereinander die Straßen.
Es gibt kaum Lücken, im Gegenteil: An den Straßenrändern haben sich sehr reizvolle, mit feierfreudigen Narren bevölkerte Nebenschauplätze gebildet.
An den Straßenrändern wird gefeiert
Dort wird auch in den Umzugspausen, die sich immer wieder mal ergeben, kräftig gefeiert.
Da verkauft der Wiler Narresome Wienerle und Getränke, etwas weiter oben machen die „Notegruftis“ klangvoll Stimmung.
Die Rhy-Deufel machen an ihrem Wurst- und Getränkestand dieses Mal deutlich mehr Umsatz als beim letzten Mal.
Die Zuschauer werden sanft nach Alt-Weil gelenkt
Dass es so ist, ist vielleicht auch Tristan Zielinski zu verdanken, der heute als Ordner an der Umzugsstrecke im Einsatz ist. Im Hauptberuf Lokomotivführer, hat der aktive Fasnächtler bei den Wiler Bäfzger-Häxe im Vorfeld bei den Schweizer Bundesbahnen gebeten, die Fahrgäste in der S 5 darauf hinzuweisen, in Weil-Ost auszusteigen.
Zur guten Stimmung trägt vor dem Alten Rathaus heute ein Fasnächtler der Schürebürzler aus dem benachbarten Stetten bei. Mit seiner klangvollen, sonoren Stimme macht Miro Plettenberg, der heute in Alt-Weil wohnt, jede Gruppe zum Ereignis.
Der Fasnacht seine Stimme leihen
Dass er diese Rolle in diesem Jahr zum ersten Mal übernimmt und dies möglicherweise auch weiter tun wird, ist einem denkwürdigen Treffen mit Andreas Kiesewetter, dem Chef der Weiler IG Straßenfasnacht, in Köln zu verdanken.
Dort kamen die beiden überein, dass Plettenberg künftig für knackige Ansagen in Alt-Weil zuständig sein sollte.
Für die gute Organisation ist Lob zu hören
Wie schon im vergangenen Jahr weisen die großen Lastwagen einer Weiler Speditionsfirma darauf hin: Hier geht es nicht weiter. Und so biegen die Wagen und Guggenmusiken in einer relativ scharfen Kurve auf die Zielgerade ein: in die Hauptstraße, dieses Mal von der anderen Seite her mit Kurs auf den Lindenplatz, wo sich traditionell viele Weiler Fasnachtsfreunde treffen.
Dort geht es unter der Ägide von Stefan Kirn, der routiniert die Moderation übernommen hat, sekundiert von Udo Tekath, hoch her.
Immer wieder legen Guggenmusiken dort eine Pause ein, um mit dem begeisterten Publikum zu interagieren. Hexen-Clique führen ein Tänzchen auf oder bilden alle zusammen eine waghalsige Pyramide.