Das Krankenhaus Nagold ist noch immer eine Baustelle. Foto: Fritsch

Noch ist die neue Klinik für Geburtshilfe und Gynäkologie am Krankenhaus Nagold eine große Baustelle. Am Termin für die tatsächliche Eröffnung wird aber nicht mehr gerüttelt.

Gefühlt ist das ganze Nagolder Krankenhaus momentan eine einzige Baustelle. Doch ein Teil der Klinik steht in diesen Tagen ganz besonders im Fokus: die Geburtshilfe und Gynäkologie. Das liegt zunächst daran, dass die komplette Belegschaft der Klinik – 15 Ärzte und 80 Hebammen und Pflegekräfte – aus dem Krankenhaus Herrenberg nach Nagold umziehen wird.

 

Zweiter Grund für die Aufmerksamkeit: Der Termin für die Eröffnung der neuen Klinik in Nagold steht fest – und an dem wird auch nicht mehr gerüttelt werden. Am 7. Mai ab 9 Uhr startet der Betrieb in Nagold. Ab diesem Zeitpunkt sollen die Patientinnen nach Nagold kommen. Und an diesem Tag wird auch das Team aus Herrenberg in Nagold seinen Dienst antreten.

Die ersten Kreißsäle werden schon eingerichtet: (von links) die leitende Hebamme Gabriela Kosch, Krankenhausdirektorin Alexandra Freimuth, Pflegedirektor Andreas Fiedler und Chefärztin Ines Vogel. Foto: Bernklau

„Es soll auf keinen Fall eine Versorgungslücke für die Patientinnen entstehen“, gibt Krankenhausdirektorin Alexandra Freimuth als unverrückbares Ziel vor. „Und schon gar keine Transporte von Patientinnen von Herrenberg nach Nagold.“

„Da wird ein Thema nach dem anderen abgearbeitet“

Vorbereitet wird der Umzug schon sehr lang und sehr intensiv. Und das mit allen Kollegen und Kolleginnen, erzählt die Chefärztin Ines Vogel. Sie ziehe ja generell nicht gern um, aber in diesem Fall sei sie sehr dankbar, dass sich so viele Leute darum kümmern. Einmal pro Woche tagt eine Lenkungsgruppe, die den Umzug vorbereiten soll.

Sie ziehen von Herrenberg nach Nagold: Chefhebamme Gabriela Kosch (links) und Chefärztin Ines Vogel in der Nagolder Elternschule „Goldnest“. Foto: Bernklau

Immer wieder tauchen neue Themen auf – sei es die Arbeit des Labors für die neue Station, die Aufnahme der neuen Patientinnen, die Meldung beim Standesamt oder der Kontakt zum Sozialdienst. Aber auch die Farbe der Räumlichkeiten ist da ein Thema. „Da wird ein Thema nach dem anderen abgearbeitet“, ist Freimuth sehr zufrieden. „ Alle sind wirklich sehr fleißig.“

Die Räumlichkeiten sind noch eine Baustelle

Fleißig sein müssen in diesem Fall auch die Bauarbeiter. Denn die Räumlichkeiten, die für die neue Klinik gebraucht werden, sind noch Baustelle. Das gilt zunächst für die Räume, in die die Klinik in der ersten Phase des Umzugs einziehen wird. Schon diese ersten Räume sind deutlich größer als die bisherigen in der Klinik in Herrenberg. 22 Betten werden dort zur Verfügung stehen, berichtet Pflegedirektor Andreas Fiedler. Fünf weitere sind in der Privatstation des Krankenhauses vorgesehen.

Chefärztin Ines Vogel und Pflegedirektor Andreas Fiedler in einem der neuen Kreißsäle in Nagold Foto: Bernklau

Drei Kreißsäle sind in der Station vorgesehen, dazu ein Noteingriffsraum, zwei Wehenzimmer, ein Reanimationsraum für Neugeborene und ein Entspannungsbad. „Damit haben wir hier ein Niveau wie in Herrenberg“, bestätigt die leitende Hebamme Gabriela Kosch im Gespräch mit der Redaktion.

Separate Parkplätze mit eigenem Notzugang in die Geburtsklinik

Doch das ist für die Geburtshilfe nur der Umzug erster Teil, denn im Laufe des Sommers wird die Klinik dann an ihren endgültigen Standort umziehen. Diese Maßnahme war nötig geworden, weil es beim Großprojekt Klinikerweiterung zu Verzögerungen kam, man aber nicht mehr am Umzug der Geburtshilfe rütteln wollte.

Anstelle eines Hauses, das bald abgerissen wird, entstehen provisorische Parkflächen. Foto: Fritsch

Am endgültigen Standort der Geburtshilfe und Gynäkologie wird es auf 600 Quadratmeter Fläche vier Kreißsäle, einen Notfalleingriffsraum, zwei Wehenzimmer und ein Entspannungsbad geben. Dazu soll der Bereich für ganz dringende Fälle separate Parkplätze mit einem eigenen Notzugang in die Geburtsklinik bekommen, berichtet Pflegedirektor Andreas Fiedler.

Und sollte es noch weitere Bedürfnisse geben, bestehe eine gute Abstimmung mit Volker Renz, dem für Bauprojekte verantwortlichen Mann beim Calwer Landratsamt – und das gilt bis ins letzte Detail.

Für Parkplatz wird ein Wohnhaus abgerissen

Für die neue Geburtshilfe arbeitet man aber nicht nur im Haus. Für Patientinnen, aber auch für Mitarbeiterinnen entstehen aktuell rund 80 neue Parkplätze: Ein bisher als Wohnhaus genutztes Gebäude wird abgerissen, und auf der freiwerdenden Fläche entsteht der improvisierte und temporäre Parkraum.

Noch sind die Räumlichkeiten eine Baustelle, aber der Eröffnungstermin steht. Foto: Bernklau

Als endgültige Lösung des latenten Parkplatz-Problems am Nagolder Krankenhaus sind zwei Varianten von Parkhäusern im Gespräch. Auch wenn sich ein Favorit herauskristallisiert, muss der Kreistag noch eine Entscheidung darüber treffen. Als weitere Verbesserung wird die Ladeinfrastruktur für E-Bikes ausgeweitet. Dazu soll eine neue Mitfahr-App für die Mitarbeiter zum Einsatz kommen.

Zur neuen Geburtshilfe in Nagold gehört auch eine Schule für werdende Eltern und Familien, das „Goldnest“. Sie ist in einem Nebengebäude des Krankenhauses angesiedelt und hat bereits ihren Betrieb mit ersten Kursen aufgenommen. Das Projekt ergänzt die geburtshilfliche Versorgung und ist ein Treffpunkt für werdende Eltern.