Die Aufrollhilfe hilft den Ehrenamtlichen beim Abbau des Schutzzauns. So konnte vielen Tieren das Leben gerettet werden. Foto: Kopf

Die Wetterkapriolen machen den den Ehrenamtlichen aus Oberndorf sehr zu schaffen. Denn die Kröten reagieren penibel auf Trockenheit, Frost oder Regen.

Nach vielen Jahren der Vollsperrung der Kröten-Wanderstrecke zwischen Hochmössingen und Marschalkenzimmern, auf der Höhe des Hochmössinger Weihers, wurde in diesem Jahr die Amphibienwanderung erstmalig mit einer Zaunlösung begleitet.

 

Die „Grotta-Taxis“ , so nennen sich die freiwilligen Helfer, ziehen durchweg eine positive Bilanz. Die Zahl von über 1400 geretteten Tieren, spricht für sich. Die Anzahl der Tiere und die Wetterverhältnisse wurden in einer App erfasst. Die Zahlen der Krötenwanderung dienen der Naturschutzbehörde sowie Umweltverbänden wie Nabu und BUND als essenzielle Datengrundlage, um den Bestand der Amphibien zu überwachen und Schutzmaßnahmen effektiv zu gestalten.

Trockenheit und Frost

Insgesamt ein Erfolg für die Kröten und ein tolles Beispiel von Zusammenhalt und Zusammenarbeit von mehreren Akteuren, die zum Gelingen dieser Aktion beigetragen haben. Die Träger haben in 150 Einsätzen über zehn Wochen hinweg die Strecke zweimal täglich genauestens kontrolliert, ob Amphibien in die entlang des Zauns eingegrabenen Kübel gefallen sind und ein „Taxi“ zur anderen Seite benötigen.

Im März und April hat es kaum geregnet – aber die Amphibien brauchen den Regen für ihre Wanderaktivitäten. So kann es sein, dass viele Tiere die Frühjahrswanderung in die Laichgewässer erst gar nicht angetreten haben. Ebenso brachte im März ein Temperatursturz spätwinterliche Verhältnisse und Frost.

Tatkräftige Hilfe naht

Der April zeigte sich ebenfalls von der trockenen Seite, oft mit ausgeprägten Unterschieden zwischen sonnigen Tagen und kalten Nächten.

Solche Wetterkapriolen führen zu Pausen in der Amphibienwanderung und die Wanderzeit erstreckt sich somit über einen längeren Zeitraum. Die Abmontage des Zauns haben nun Anfang Mai die Männer der Bürgeraktion „Hochmössingen Aktiv“ vorgenommen, welche die Zaunbetreuer auch von Beginn an tatkräftig unterstützt haben.

Appell an Autofahrer

Josef Schwarz und Reinhold Weisser haben sogar eigens eine Aufrollhilfe für die Zaunplane konstruiert, welche die Arbeit sehr erleichtert hat. Pünktlich nach dem geplanten Abbau des Schutzzauns zog allerdings ein Regenband über die Region und viele Tiere machten sich erneut auf die Rückwanderung in die Wälder.

Mit dem Krötenzaun wurde auch die Beschilderung entfernt und die Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben. Der einzige Wermutstropfen ist, dass sich viele Autofahrer nicht an die Beschränkungen halten. Einzelne Helfer sind noch unterwegs, um die verspäteten Rückwanderer über die Straße zu bringen.