Das fordert die Deutsche Umwelthilfe von der Stadt Calw in einem Antrag. Oberbürgermeister Kling meldet sich zu Wort und erklärt, was er davon hält.
Calw, sowie viele andere Gemeinden in der Region sehen sich gerade mit einem eingereichten Antrag der Deutsche Umwelthilfe (DUH) konfrontiert. Nachdem schon im Juni Anträge an 150 Städte gingen, hätten mittlerweile mehr als 21 000 Menschen die DUH gebeten, das Ganze auf weitere Städte auszuweiten, heißt es in einer Mitteilung. Der Titel der Aktion lautet „Monster-SUV raus aus meiner Stadt.“
Nun ging ein solcher Antrag in 174 weiteren deutschen Städten, so auch in Calw, ein. Gefordert werden darin höhere Parkgebühren, gestaffelt nach der Größe der Fahrzeuge. Laut DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch seien vor allem SUVs eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer, belasten Umwelt und Klima und nehmen Platz in dicht bebauten Innenstädten weg.
Dieses SUV-Problem, so die DUH, sollten die vom Antrag betroffenen Städte dringend angehen. Zwei Städte hätten laut Mitteilung die Forderungen der DUH erfüllt: Aachen und Koblenz.
Wie geht die Stadt Calw mit dem Antrag um?
„Um ehrlich zu sein, haben wir den Antrag gelesen und weggelegt. Externe Institutionen sind bei der Stadt nicht antragsberechtigt, weshalb wir uns auch von Extern keine Agenda aufzwingen lassen werden. Dafür ist der Gemeinderat zuständig“, erklärt Oberbürgermeister (OB) Florian Kling auf nachfrage.
Ihm erscheine das Thema eher Symbolpolitik der DUH zu sein. Pragmatische Lösungen für die Verkehrsthemen in Calw biete der Antrag nicht, so der OB weiter.
Calw ist bereits aktiv mit zahlreichen Maßnahmen
„Verkehrskonzeptionen haben wir bereits in den vergangenen Jahren mit breiter Bürgerbeteiligung und Fachexperten erarbeitet“, sagt Kling, „und wir arbeiten auch an Lösungen zur Parkproblematik gemeinsam mit den Parkhausbetrieben.“
Dazu gehörten unter anderem die bessere Nutzbarkeit der Parkhäuser durch schrankenloses Parken (bald auch mit App), eine neues Parkraum-Managementkonzept, ein Mobilitätszentrum und der Innenstadt-Shuttle.
Car-Sharing-Angebot, Hermann-Hesse-Bahn, Radwege
„Wir sind ein Leuchtturm beim Car-Sharing-Angebot und werden bald mit der Hesse-Bahn ein weiteres Mobilitätsangebot haben, das Menschen eine Alternative zum Kfz bietet. Wir planen neue Radwege und wollen den Fußverkehr stärken.“
Abschließend betont der OB noch: „SUV-Verbote oder Bestrafungen bringen keine Lösung außer die Gesellschaft über eine emotionalisierte Debatte zu entzweien. Für uns ist das derzeit also kein Thema.“