Elf Stationen bekommt der Biodiversitätspfad in Bad Dürrheim. Eine davon ist ein Blühstreifen an einem Acker in Richtung Aasen.
Bad Dürrheim - Das Projekt "Bad Dürrheim blüht" fördert die ökologische Vielfalt in Parks sowie auf Wiesen und Feldern in und um Bad Dürrheim. Die Gruppe war nun erneut aktiv und säte einen Blühstreifen ein, der am Fußweg in Richtung der Aasener Bauernhöfe liegt.
Der Einstieg zum Biodiversitätspfad ist am Parkplatz Solemar, und eine der ersten Stationen ist die Streuobstwiese am Weg südlich des Kurparks. Die Wegweiser, die in absehbarer Zeit angebracht werden, weisen die Richtung weiter auf den Spazierweg in Richtung Aasen. Dort pflanzte die Kurgärtnerei im vergangenen Herbst verschiedene einheimische Bäume wie Eiche, Flatterulme, Elsbeere, Wildkirsche, Mehlbeer und Speierling. In diesem Jahr wird man sehen, wie sie sich entwickeln.
Grundlage für Blühstreifen
Mehrere Mitglieder der Projektgruppe Bad Dürrheim blüht auf nahmen sich jetzt des Themas Blühstreifen an. Der Acker in östlicher Nachbarschaft zur Büffelweide ist städtischer Grund, bewirtschaftet von Klaus Fischerkeller. In Absprache mit ihm säten die Mitglieder nun einen 5,90 Meter breiten Blühstreifen ein.
Der Ackerrandstreifen schafft an dieser Stelle eine strukturreiche, dauerhafte Übergangszone zwischen Acker und Waldrand und ergänzt diese mit blühender Vielfalt, teilt die Gruppe mit. Solche Saumstreifen seien wichtige Elemente der Biotopvernetzung, da sie Lebensräume verbinden und wertvolle Strukturen insbesondere für Vögel, Insekten und Kleinsäuger schaffen würden.
Die Aktionsgruppe orderte auch nicht irgendein Saatgut. Kathrin Schwab vom Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbands bestellte eine Blühmischung mit heimischen Blumen und Kräutern. Schließlich wolle man keine Pflanzen haben, die beispielsweise eigentlich in Norddeutschland heimisch sind. Das Saatgut gewinnt der Produzent mit Vertragsbauern, die auch in Süddeutschland beheimatet sind, so die Auskunft.
Saatgut mit Sand vermischt
Jeder der sich an diesem Morgen früh um 8 Uhr an Aussaat beteiligte, hatte einen Eimer oder eine Aussaatwanne dabei. Das Saatgut wurde im Vorfeld mit Sand vermischt, damit man die entsprechende Quadratmeterzahl erreichte. So wird wohl in wenigen Wochen entlang des Ackers eine breiter Streifen aufblühen zur Freude von Spaziergängern und natürlich in erster Linie für Insekten.
Der Biodiversitätspfad führt weiter in Richtung der Aasener Höfe und biegt nach Osten in den Wald ab, die Anhöhe hinauf über die Brücke an der Hirschhalde hinunter bis zur Einmündung Luisenstraße/Schützenhaus. Wer wenig Zeit hat, kann von dort aus die Luisenstraße hinunter und durch den Kurpark zurück zum Ausgangspunkt gehen. Wer Zeit hat, kann die große Runde durch den Wald nehmen. Diese führt zunächst in Richtung Schützenhaus, über den Sunthauserweg auf der nördlichen Seite der Schlossklinik (Eisenbahnerheim) in Richtung der Straße Am Sonnenbühl und auch am Kurpark entlang zurück.
Streckenführung bewusst gewählt
Die Strecke wählten die Beteiligten bewusst aus, da man sich so viele Spaziergänger verspricht. Am Beginn beim Solemar-Parkplatz ist eine größere Hinweistafel geplant, auf der Strecke selbst kleinere Schilder in der Größe, wie sie auf den Wanderwegen üblich sind.
Das Projekt Biodiversitätspfad ist vom Land Baden-Württemberg gefördert worden, die Stadt erhielt 50 000 Euro. Der Zuschuss ist für die Herstellung von Blühwiesen, Blühflächen und Blühstreifen auf kommunalen Flächen im Siedlungs- und Außenbereich zur Schaffung von Lebensräumen für wildlebende Tier- und Pflanzenarten, insbesondere für Insekten. Gefördert wird zudem die Planung und Herstellung von Biodiversitätspfaden mit biodiversitätssteigernden Maßnahmen entlang von bestehenden Wegen mit Schau- beziehungsweise Informationstafeln sowie interaktiven Elementen auf kommunalen Flächen in der freien Landschaft oder im Wald.
Info: Alarmierender Artenschwund
Die Landesregierung hat sich vor dem Hintergrund des alarmierenden Artenschwundes zum Ziel gesetzt, den Schutz der Biodiversität im Land mit verschiedenen Handlungen und Maßnahmen zu stärken. Neben der Umsetzung des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt und dem Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT) ist eine weitere Maßnahme, die Anlage von Blühflächen und Biodiversitätspfaden zur Erhaltung der Kulturlandschaft und der biologischen Vielfalt sowie zur Umsetzung des Biotopverbundes auf kommunalen Flächen zu fördern.