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Eine andauernde Erfolgsgeschichte schreibt das Umweltzentrum Schwarzwald-Baar-Neckar, das anlässlich der Landesgartenschau 2010 auf der ­Möglingshöhe in Schwenningen aus dem Boden spross.

Villingen-Schwenningen - Die Idee, zum Wohl der Umwelt und des Naturschutzes eine nachhaltige Plattform zu erbauen und einen Raum für ökologische Belange zu bieten, war von Beginn an ertragreich. Sie wird von den Verantwortlichen bis heute, gut zehn Jahre danach, mit viel Spaß und Freude, aber auch zahlreichen Stunden an ehrenamtlichem Engagement voran weiterentwickelt.

Es geht um das Moos

Michael Neuenhagen, erster Vorsitzender des Umweltzentrums Schwarzwald-Baar-Neckar, verwies in seiner Begrüßung darauf, dass der Ursprung der heutigen Aktivitäten in der zunehmenden Austrocknung des Schwenninger Moos’ lag. Damals gründete sich 1997 der Arbeitskreis Moos mit dem Ziel, die Wiedervernässung und damit die Herstellung des originären Zustandes des Mooses als Naturschutzgebiets von übergeordneter Bedeutung zu starten. Neuenhagen berichtete von einer mit den Jahren zunehmenden Vernetzung des Umweltzentrums in anderen Institutionen und Vereinen. So haben der Schwarzwaldverein oder auch der BUND längst das Umweltzentrum als Veranstaltungsort in ihre Programme integriert. Der Landkreis ist mit seiner Fachstelle zum Naturschutzgroßprojekt Baar seit langem eingemietet. Schulen und Kindergärten verbringen dort Erlebnistage. Dort treffen sie auf willkommene Ratgeber auf vielen Gebieten des Natur- und Umweltschutzes und zuvorkommende Gastgeber. Neuenhagen dankte allen Sponsoren im Bewusstsein, dass sich nachhaltiger Umweltschutz ohne wirtschaftliche Unterstützung kaum in dieser Form realisieren lässt.

Viele Menschen begeistert

Staatssekretär André Baumann lobte die Mitglieder des Umweltzentrums für ihre Fähigkeit, bislang zahlreiche Menschen aller Alterskategorien begeistert zu haben. Er lobte das ehrenamtliche Engagement, der Einsatz für die Renaturierung des Neckars als Landesfluss, die Sensibilität für Moore oder ganz neu auch für den Beitrag, die Folgen des Klimawandels mit geeigneten Maßnahmen einzudämmen zu wollen. Das unermüdliche Bemühen für einen nachhaltigen Umweltschutz führte inzwischen dazu, dass das Land in den vergangenen Jahren für fünf Naturschutzprojekte über Förderprogramme Zuschüsse bewilligte.

Landrat schenkt Obstbäume

Landrat Sven Hinterseh war reichlich mit Geschenken bepackt im Umweltzentrum zu Gast, dem er zehn Obstbaumstämme alter Obstsorten mitsamt Umzäunung und allem, was für ihren Wuchs dazugehört, mitbrachte. "Das Umweltzentrum ist polythematisch unterwegs und führt seine Ziele auch nach Ende der Förderungen weiter", lobte Hinterseh. "Es macht Spaß, als Landratsamt mit dem ­Umweltzentrum zu kooperieren", führte er den nachhaltigen Einsatz an, den die Mitglieder investierten, dem Neckar wieder ein neues Image zu geben.

Ein Mann der ersten Stunde und einer der Geburtshelfer des Arbeitskreises Moos ist Armin Schott, heutiger Vize-Vorsitzender im Umweltzen­trum. Bürgermeister Detlev Bührer lobte das Umweltzentrum für seine Beharrlichkeit, Kontinuität und Nachhaltigkeit. Sie folgte stets der Devise, dass der Weg das Ziel ist. Die Stadt als Hausherr und Vermieter habe auf Grund der Kontinuität und Regelmäßigkeit der Aktivitäten nie Probleme mit dem Umweltzentrum gehabt. Inzwischen zählt es mehrere Dutzend Moos-, Vogel- und Naturführungen, Erlebnis- und Aktionstage, Vorträge, eine gut besuchte Umweltwerkstatt, Energiewendetage, diverse Veranstaltungen von Kindergeburtstagen oder die Mitwirkung am städtischen Ferienprogramm bis zu seinem Jahresprogramm.

Friedrich Kretzschmar, Leiter Naturschutz und Landschaftspflege im Regierungspräsidium Freiburg, hob das landesweit einmalige bürgerschaftliche Engagement hervor. "Ohne die Agilität des Umweltzentrums hätte es das Naturschutzgroßprojekt nicht gegeben", verriet er. In seinem Festvortrag ging Gerhard Bronner auf den zunehmenden Flächenverbrauch, das steigende Artensterben und die sich daraus ergebenden Folgen für den Klimawandel ein.