Keine Ruhebänke mehr im Schlossbergwald? Das ist eigentlich kaum vorstellbar. Grüne und FDP im Nagolder Gemeinderat wollen den vom Forst angekündigten Abbau aller Bänke nicht so einfach hinnehmen.
Der erwartete Sturm der Entrüstung blieb aus. Das hat nicht wenige verwundert. Schließlich ist Nagolds Schlossberg mit seinen romantischen Wegen zur Burgruine die Touristenattraktion in Nagold – und noch dazu ein äußerst beliebtes Naherholungsgebiet auch für die Nagolder selbst.
Als der Forst vor wenigen Wochen im Verwaltungsausschuss ankündigte aus Sicherheitsgründen alle Sitzgelegenheiten und Freizeiteinrichtungen entlang des Weges abbauen zu müssen, da stieß die Maßnahme auf viel Verständnis. Umstürzende Bäume, die eben auch auf Sitzbänken pausierende Menschen treffen könnten – dieses Risiko will wirklich niemand eingehen.
Auch in der Öffentlichkeit kam es nicht zu kritischen Äußerungen. Zumal in der Sitzung Stadtförster Markus Schäfer ja bereits erläutert hatte, dass man sich durchaus auf die Suche nach möglichen Standorten für Ruhebänke begeben habe – allein, es wurde kein einziger sicherer Standort gefunden.
Hilft eine erneute Suche?
Ob da wirklich eine nochmalige Suche helfen kann? Nun zumindest scheint das die Fraktion der Grünen und die Gruppe der FDP im Nagolder Gemeinderat für möglich zu halten. In diesen Tagen schickten sie an Nagolds OB einen gemeinsamen Antrag. Das Ziel: die Schaffung sicherer Sitzgelegenheiten am Nagolder Schlossberg.
Dabei teilen Grüne und FDP mit, dass sie die Gründe für den Abbau sämtlicher Sitzbänke durchaus nachvollziehen könnten. Doch weiter heißt es: „Aufgrund der Tragweite dieser Entscheidung halten wir es trotzdem für wichtig zu prüfen, ob weiter im Bereich des Lindmaierbrünneles, also auf der Hälfte des Aufstiegs, eine Sitzbank eingerichtet werden könnte.“ Dabei bringen FDP und Grüne eine „Sitzbank mit stabilem Dach“ ins Spiel, um der erhöhten Verkehrssicherungspflicht zu genügen.
Wichtig für die Attraktivität
In der Begründung zum Antrag heißt es unter anderem: “Sitzbänke sind für Schlossbergbesucher jeden Alters, vor allem für die wachsende Zahl älterer Menschen, sowie junger Familien als Ziel- und Ruheort wichtig, um die Attraktivität des Schlossbergs für unserer Einwohner und für Touristen zu erhalten.“ Auch sehen die Antragsteller die Rezertifizierung des 7-Berge-Weges ohne Schlossbergbänke gefährdet.
Für einen Antrag überraschend konkret sind schon die Gestaltungsvorschläge von Grünen und FDP für solch eine überdachte Bank formuliert. Auch eine grobe Planskizze legten sie dem Antrag bei. Die Sitzbank mit Dach könnte „nach unserer Vorstellung in Form einer vorne offenen dreieckigen Überdachung geschehen, wobei der Firstbalken eventuell zusätzlich noch durch einen Stahlträger verstärkt werden kann“.
Vorhandene Stützmauer nutzen
Der Bau der Holzkonstruktion wäre vielleicht auch in Kooperation mit der Zimmermannsklasse des Berufsschulzentrums möglich. Bei dem Brunnen und dem Denkmal für Carl Lindmaier könnte zudem auch die vorhandene Stützmauer in die Absicherung eingebaut werden.
Grüne und FDP verweisen weiter darauf, dass bereits reservierte Finanzmittel vorhanden seien. Und: „Einem erfolgreichen Prototypen könnten weitere Bänke folgen.“