Die potenzielle Umstrukturierung der Schulen in Albstadt kam überraschend. Besonders in Tailfingen könnte dies zu Änderungen führen. Das sagt unser Autor Benjamin Roth dazu.
Die Pläne der Stadtverwaltung mögen auf den ersten Blick überraschen. Verzicht auf den Realschul-Neubau am Lammerberg, Umzug des Progymnasiums nach Ebingen. Auf den zweiten Blick ist es jedoch nur das konsequente Verfolgen der Strategie zur Gebäudebestandsoptimierung, die angesichts der prekären Haushaltslage unumgänglich ist.
Mit der Kernsanierung des PGT und einem Realschulneubau entstünden quasi zwei neue Schulen am Lammerberg. Eine Vorstellung, die angesichts der wirtschaftlichen Entwicklungen aus der Zeit gefallen scheint. Schließlich ist das Schulzentrum Lammerberg nicht der einzige Bildungsstandort in der Stadt, der gepflegt sein will. Sprich: Rational betrachtet sind die Pläne der Verwaltung völlig nachvollziehbar.
Umzug könnte ein Ende bedeuten
Aus emotionaler Sicht sind sie für das PGT jedoch nur schwer zu verstehen. Der Umzug nach Ebingen würde sehr wahrscheinlich das Ende des PGT als eigenständige Schule bedeuten. Kaum vorstellbar, dass die Schulaufsichtsbehörden Doppelstrukturen in der Verwaltung in einem Gebäude akzeptieren würden. Vielen Eltern, die ihre Kinder bewusst auf das PGT schicken, würde damit die Wahl genommen. Die familiäre Atmosphäre mit etwas mehr als 300 Schülern am PGT wäre Geschichte.
Doch auch wenn es weh tut: Die Verwaltung hat die Aufgabe, die Bildungs- und Sportlandschaft für alle Albstädter zukunftsfähig aufzustellen. Und dafür müssen mutige, wenn auch schmerzhafte Entscheidungen getroffen werden.
Ein solche ist die nun vorgestellte Umstrukturierung allemal. Mit dem Versprechen der Stadt, dass das gesparte Geld des Neubaus auch wirklich in die Sport- und Bildungsinfrastruktur investiert wird.