Mit der deutlichen Überschreitung der 2-Euro-Marke stellt sich die Situation auch für Dienstleister problematisch dar. (Symbolfoto) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Steigende Spritpreise belasten unter anderem Speditionsfirmen und die Taxi-Branche. Doch wie stark sind sie betroffen und warum werden Taxi-Tarife nicht erhöht?

Durch den Nahostkonflikt ist Kraftstoff sprunghaft teurer geworden. Mit der deutlichen Überschreitung der 2-Euro-Marke stellt sich die Situation nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Dienstleister, etwa aus der Logistik- oder Taxi-Branche, problematisch dar.

 

Laut Daten der Europäischen Kommission (Stand 13. April), liegt der Tagesdurchschnittspreis in Deutschland für einen Liter Super E5 bei 2,14 Euro und für einen Liter Diesel bei 2,27 Euro.

Was Dienstleister in VS zur Lage sagen

So berichtet auch die Speditionsfirma Hettich Transporte GmbH aus Villingen-Schwenningen von erheblichen Belastungen. „Als Spedition mit eigenem Fuhrpark sind wir natürlich von den steigenden Kraftstoffpreisen unmittelbar betroffen. Möglichkeiten, dem Kostenanstieg entgegenzuwirken oder gar zu entkommen, gibt es für uns nicht“, erklärt Geschäftsführer, Karl Strohschneider, auf Anfrage unserer Redaktion.

Auch Taxiunternehmen kämpfen mit den Folgen. Das bestätigt Aydan Yesildag, Inhaber von VS-Taxi in Schwenningen und Citycar in Trossingen: „Die Lage belastet uns schon.“ Nach seinen Angaben ist der Umsatz um rund 30 Prozent gesunken. Durch die aktuellen Spritpreise entstehen bei seinem Unternehmen mit 13 Fahrzeugen und über 30 Mitarbeitern derzeit zusätzliche Kosten von etwa 3500 Euro. Und angesichts zusätzlicher Belastungen wie Reparaturkosten „bleibt am Ende nicht viel übrig“, so Yesildag. Gleichzeitig können die Tarife nicht angepasst werden, da die Taxi-Branche staatlich tarifgebunden ist.

Mit Blick auf mögliche Lösungen erklärt er: „Was wir als Unternehmer machen können, ist, einfach umzuschalten.“ Deshalb hat er begonnen, über Alternativen nachzudenken und bereits zwei Elektrofahrzeuge für den Standort in Trossingen angeschafft. Auch für den Standort in Schwenningen ist die Anschaffung weiterer E-Autos geplant. Doch aufgrund begrenzter Reichweiten werden die Fahrzeuge derzeit vor allem für Stadtfahrten eingesetzt.

Die Speditionsfirma Hettich-Transporte sieht das Thema Elektromobilität bei sich im Unternehmen eher kritischer. Geschäftsführer Strohschneider erklärt: „Reichweiten, Batterieladezeiten und Ladestellenverfügbarkeit würden uns beim Einsatz batterieelektrischer Fahrzeuge die für unsere meisten Touren benötigte Flexibilität nehmen und zusammen mit den enormen Anschaffungskosten, Transporte weit über die aktuellen Preise hinaus verteuern.“ Bis auf weiteres wird das Unternehmen also mit Diesel fahren und auf „praxistaugliche, vielleicht teilelektrische Übergangstechnologien mit geringeren Kraftstoffverbräuchen hoffen“.

Wie könnte man die Belastung reduzieren?

Möglichkeiten, die Branchen zu entlasten, sehen beide Unternehmer. „Die höheren Kosten werden letztlich, so wie es immer ist, bei den Endverbrauchern und somit auch bei unseren Mitarbeitern ankommen, was wiederum die Forderung nach Ausgleich bewirkt. Es wäre daher wünschenswert, wenn zur Reduzierung der Belastung und Eindämmung weiterer Kostenanstiege die Neuauflage einer abgabenfreien Inflationsausgleichprämie kommen würde“, fordert Strohschneider.

Auch Yesildag sieht Handlungsbedarf seitens der Regierung, etwa durch eine Senkung der Energiekosten oder CO2-Steuer. Letztlich bleibt seine Haltung jedoch kompromissbereit: „Für jede Hilfe seitens der Politik sind wir dankbar. Da sind wir gar nicht wählerisch.“