Hunderte Schaulustige strömten am Mittwochnachmittag zum Jettinger Umspannwerk. Auf der Baustelle konnte unter anderem eine neue Innovation bestaunt werden.
Auf dem Gelände des Umspannwerks in Jettingen war am Mittwochnachmittag einiges los: Die für die Modernisierung und Erweiterung des Werks Verantwortlichen luden zum Tag der offenen Baustelle ein.
Im bald fertigen ersten Bauabschnitt gibt es eine neue Innovation, die bisher erst die zweite ihrer Art sei, erklärte Projektleiter Lukas Kaiser von der „Transnet BW“.
Rund 500 Menschen hatten sich im Vorfeld für den Besichtigungstag angemeldet. Den Nachmittag über konnten die Besucher frei die Baustelle erkunden oder sich von den Verantwortlichen eine Führung geben lassen.
Der erste Bauabschnitt ist fast fertig
Mit einem Shuttle-Service wurden die Besucher vom Jettinger Rathaus in das Umspannwerk gefahren.
Auf der Baustelle konnten die Besucher bereits den fast fertiggestellten ersten Bauabschnitt begehen, auf dem eine komplett neue Anlage erstellt wurde. Dieser soll bis Mitte Juli vollständig abgeschlossen sein.
In den anderen beiden Bauabschnitten soll die bisherige Bestandsanlage schrittweise zurückgebaut und erneuert werden. Für den Abschluss des zweiten Bauabschnitts ist das Jahr 2029 vorgesehen, für den Dritten das Jahr 2031.
Auf dem beinahe fertigen ersten Bauabschnitt hat sich seit Baubeginn im Frühjahr 2024 einiges getan: Der Abschnitt beinhaltet unter anderem eine rund 20.000 Quadratmeter große 380-kV-Schaltanlage, zwei neue Strommasten, ein neues Betriebsgebäude und Platz für zwei neue Transformatoren. Zwei ausgediente Masten wurden zurückgebaut.
Der im Januar spektakulär aus Nagold angelieferte 300-Tonnen-Transformator ist mittlerweile eingebaut und betriebsfähig. Außerdem beinhaltet der Bauabschnitt eine sogenannte „E-STATCOM“-Anlage.
„Die zweite auf der ganzen Welt“
Diese neue „E-STATCOM“-Anlage ist künftig dafür zuständig, Spannungsschwankungen im Netz auszugleichen und die Stabilität der Stromversorgung zu sichern, erläutert Projektleiter Kaiser.
Dabei sei die Anlage in ihrer Form eine bisher noch seltene Innovation: „Sie ist erst die zweite auf der ganzen Welt“, erklärt Kaiser. Die erste Anlage ihrer Art werde derzeit in der Hauptschaltleitung in Wendlingen gebaut.
Innerhalb weniger Millisekunden kann die Anlage zu niedrige oder zu hohe Spannungen mit Zuführen und Ableiten von Ladungen ausgleichen. Damit kann beispielsweise einem Blackout oder einer Überladung vorgebeugt werden.
Bisher liegt alles im Plan
Wie genau die Anlage funktioniert, möchte Kaiser allerdings nicht beantworten. Sicher ist aber: Im Jahr 2028 wird die neue Innovation in Jettingen in Betrieb gehen, für die „E-STATCOM“ wird noch ein extra Transformator in das Werk eingebaut.
Überraschungen habe es während des ersten Bauabschnitts nur sehr selten gegeben, berichtet Projektbauleiter Markus Bökle. Das Projekt liege derzeit perfekt im Zeitplan. Im nächsten Abschnitt werde der am Neubau angrenzende Werkabschnitt erneuert, plant er.